Buntes Blütenmeer

SCHUTZGEMEINSCHAFT - Aus dem Wald - wird für 2020 ein Naturkalender

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Stolz präsentiert Rainer Kraft das Ergebnis: Die Motive, die die Seiten des Kalenders zieren, hat der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft selbst geschossen.

Kalender gibt’s wie Sand am Meer, zum Beispiel für Liebhaber blitzenden Lackes oder Kenner großer Künstler. Aber auch für Fans von Flora und Fauna. Diese sicherten sich stets rechtzeitig den Waldkalender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW).

Mühlheim – Sie engagiert sich für die Natur in der Mühlenstadt und dokumentiert sie. Für 2020 bietet die SDW keinen Waldkalender an.

Stattdessen bieten der Vorsitzende und ambitionierte Hobbyfotograf Rainer Kraft, der neben Edmund Helbing auch die Texte verfasste, den ersten Mühlheimer Naturkalender an. Seine Vorgänger einberechnet ist der Almanach der 19., der herausgegeben wird. Die erste Ausgabe stellte der verstorbene Vorsitzende Heinz Bruch 2001 vor.

Auch unter neuem Namen öffnet der Jahresbegleiter wieder den Blick für die kleinen und großen Schönheiten der Natur an Main und Rodau. Steter Begleiter Krafts bei seinen täglichen Spaziergängen ist seine Nikon Coolpix-Kamera. Durch die Unterstützung der Firma Tillmann-Verpackungen und des Ehrenmitglieds der Schutzgemeinschaft, Peter Tillmann, können die Kunstwerke im passenden Rahmen erscheinen.

Den Oktober begleitet ein goldgelber Eichelhäher, der mit seinen blau-gemusterten Flügeln vom Sonnenlicht angestrahlt wird und aus jungem Geäst herausschaut. Und mehr noch als sonst gilt die Bauernregel, die über der prachtvollen Aufnahme steht: „Bringt der Oktober viel Regen, ist’s für die Felder ein Segen.“ Nach der Trockenheit der vergangenen Monate und Jahre – Rainer Kraft bestätigt die Meldungen der Meteorologen – müsste es bis Jahresende durchregnen, um das dringend benötigte Nass in die Böden zurückzubringen.

Wasser ist auf dem Novemberblatt in Form des Rodaubachs rund um den Biberbau bei Markwald festgehalten. Anstelle scheuer Tiere schwammen dem Fotografen nur einige Erpel vor die Linse. Auch mit der Illustration des Monats Dezember orientieren sich die Herausgeber am Wetter der vergangenen Monate: An Heiligabend entstand das Foto des Mainufers. Die Weiden glänzen in einem starken Gold vor den dunkelblauen Wolken am Himmel. Überschrift: „Dezember lind, der Winter ein Kind.“

Doch wenigstens „der Januar muss krachen, soll der Frühling lachen“, besagt die Erfahrung. An einem der wenigen Frosttage begegnete Rainer Kraft den Enten zwischen dünnem Eis an beiden Ufern der Rodau. Gelungen ist auch das Bild von den knallroten Hagebutten der Hundsrose, die mit Reifkörnern besprengt sind. Den März repräsentiert ein aufmerksamer Grünspecht im Gras, den April eine Explosion der Farben: Ein Tagpfauenauge hat sich auf einer Löwenzahn-Blüte niedergelassen. Die schönen Falter sind selten geworden.

Auffällig wirkt auch der Klatschmohn, auf dessen roten Blättern sich ein kleiner Grashüpfer ausruht, während eine Biene Pollen auf zart-blauen Wegwarten sammelt. Die August-Perspektive gibt’s bereits jetzt nicht mehr, den Blick durch den Brückenbogen der Bahn auf die parallelen Brücken. Gerade wird nämlich ein neues Bauwerk über die Rodau geschoben.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald wird ihren Kalender heute auf dem Markt (Bahnhofstraße) verkaufen. Daneben ist er erhältlich im Mühlheimer Buchladen, bei Blumen Härtl (Apfelbaumgasse 3), in Dietesheim bei Schreibwaren Hofmann (Hanauer Straße 56) und in Lämmerspiel in der Postfiliale Edmund Weber (Mühlheimer Straße 35).
VON MICHAEL PROCHNOW

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