Mühlheim

Holzsteg soll Mühlheimer Wahrzeichen aufwerten und mit dem Brückenmühlparkplatz verbinden

Verbindung geplant: Ein Holzsteg soll künftig über die Rodau zur Brückenmühle führen.
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Verbindung geplant: Ein Holzsteg soll künftig über die Rodau zur Brückenmühle führen.

Für alle Besucher aus der westlichen Innenstadt soll in absehbarer Zeit der Weg zur Bahnhofstraße deutlich verkürzt werden. Mussten Fußgänger bisher einen Umweg über die Offenbacher Straße in Kauf nehmen, „wird eine attraktive Fußwegeverbindung über die Rodau vorbei an der Brückenmühle nutzbar“, teilt die Stadt auf Anfrage mit.

Mühlheim – Wer aktuell etwa vom Brückenmühlparkplatz bis zu Mühlheims Wahrzeichen laufen möchte, legt fast 500 Meter „Umweg“ zurück. Eine Querung über die Rodau könnte da Abhilfe schaffen, vorausgesetzt dem Punkt „Neubau eines Stegs über die Rodau zur Anbindung der Brückenmühle an den Brückenmühlparkplatz (und weiter zur Bahnhofstraße)“, der auf der Agenda der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 10. September, 18 Uhr, in der Willy-Brandt-Halle steht, wird mehrheitlich zugestimmt.

Nach dem Tod der letzten Müllerin Antonie Krebs im Jahr 2013 ging die Mühle in städtische Hand über. Es erfolgten zunächst eine fundierte Bestandsanalyse mit Aufmaß, Schadenskartierungen sowie eine Untersuchung der Gebäudestatik. Damit beauftragt wurden in der Denkmalpflege erfahrene und fachkundige Büros. In dem Kontext sei auch die Herstellung einer dauerhaften Verbindung über die Rodau zwischen Brückenmühle und dem Parkplatz Brückenmühle geprüft worden, da dafür auch ein Eingriff in die vorhandene Deichführung nötig sei.

Bürgermeister Daniel Tybussek nennt den Prozess „gute Zusammenarbeit“

Machbar sei ein einfacher Steg über die Rodau in Form einer Holzkonstruktion über die Mühleninsel zum Mühlensteg. Diese Variante sei bereits mit dem Regierungspräsidium Darmstadt und der Behörde „Staatlicher Wasserschutz und Oberflächengewässer“ abgestimmt und von allen Involvierten „als gute und tragfähige Lösung anerkannt“ worden. Bürgermeister Daniel Tybussek nennt den Prozess eine „gute Zusammenarbeit“ und findet: „Ein dauerhafter Steg würde die Brückenmühle als Wahrzeichen erheblich aufwerten und diese noch mehr in den kulturellen Mittelpunkt unserer Stadt rücken.“

Die neue Fußgängerverbindung könne nach bisherigen Überlegungen täglich genutzt werden, bei schlechter Witterung oder über Nacht werde die Rodauquerung durch entsprechende Tore verschlossen.

Geben die Stadtverordneten grünes Licht für das Vorhaben, könne in die abschließende Planungsphase eingetreten werden. Die Fertigstellung des Stegs erfolge frühestens im kommenden Jahr. Dank der dann vorhandenen Querung ließen sich weitere Bedürfnisse und Nutzungsmöglichkeiten für den funktionalen Teil des Mühlengebäudes ableiten. Diese sollen dann unter Einbindung der bekannten Interessengruppen in eine Konzeption zur Nutzung des Wohngebäudes münden, heißt es vonseiten der Stadt.

Bürgermeister Daniel Tybussek freut sich auf den Abschluss des zweiten Bauabschnittes. „Unsere Brückenmühle kann dann wieder als beliebter kultureller Treffpunkt genutzt werden.“

Neben Führungen ist auch ein Ausstellungskonzept in Kooperation mit dem Geschichtsverein geplant

Neben Führungen, die mit Abschluss des zweiten Bauabschnitts stattfinden sollen, sei bereits ein Ausstellungskonzept in Kooperation mit dem Geschichtsverein vorgesehen. „Wir freuen uns sehr über einen Steg“, sagt auch der Geschichtsvereinsvorsitzende Karl-Heinz Stier. Denn schließlich ist auch der Verein Nutznießer einer dauerhaften Lösung. Denn zum Mühlenfest am Pfingstmontag hatte bislang immer ein vom THW aufgebautes Provisorium Abhilfe für die Besucher geschaffen.

Die Kosten für den Neubau des Stegs inklusive Sicherungsmaßnahmen auf der Mühleninsel, Erneuerung des Stegs über den Mühlbach sowie weiterer ergänzender Anschlussarbeiten werden auf Basis einer Machbarkeitsstudie des Ingenieurbüros Kinkel und Partner grob auf rund 72 000 Euro geschätzt, heißt es in der Vorlage des Magistrats. Es stünden Restmittel von der Sanierung der Brückenmühle aus diesem Jahr zur Verfügung. Somit seien die haushaltsrechtlichen Voraussetzungen für die Vergabe der Planungsleistungen noch in diesem Jahr gegeben. „Für die Realisierung des Stegs könnten die im Haushalt für 2021 angemeldeten Mittel herangezogen werden.“ (Von Ronny Paul)

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