In Ruhe Bahnen ziehen

Im Hallenbad kann unter Einhaltung der Hygieneregeln wieder geschwommen werden

So mancher Mühlheimer genießt es, dass aufgrund der Corona-Pandemie weniger Menschen im Hallenbad sind.
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So mancher Mühlheimer genießt es, dass aufgrund der Corona-Pandemie weniger Menschen im Hallenbad sind.

Ein Mann mit schwarzer Badehose genießt das leere Hallenbad an der Ringstraße. Das Becken teilte er sich an einem der ersten Tage nach dessen Öffnung allein mit einem Rentner. Und der würde am liebsten auch noch ein paar Runden im Schwimmbecken drehen. Doch die Mitarbeiter müssen desinfizieren.

Mühlheim – Von März bis Ende Juli war die Einrichtung der Stadtwerke geschlossen. „Wir haben die Gelegenheit genutzt und die Grundreinigung ausgedehnt“, berichtet Schwimmbad-Betriebsleiter Roland Peterson. Die neue Lüftung hätten sie schon im Februar installiert, sagt er und zeigt dabei auf ein Rohrsystem sowie eine Art Kammer an der Decke. Sie verbessere die Luftqualität in dem Treffpunkt sowie in den Vereinsräumen darunter, hieß es.

Dabei gibt es in Zeiten von Corona keine Kindergeburtstage oder sonstige Feierlichkeiten in dem kleinen Saal. „Bis zum Jahresende ist alles abgesagt“, sagt Stadtwerke-Leiter Wolfgang Kressel. Dabei werde das Bad im Herbst 60 Jahre und Bäder-Boss Peterson feiere sein 40. Dienstjubiläum. Sein Team habe „Großes geplant, aber es sind keine Lockerungen in Sicht“, und eine Verschiebung sieht Kressel als „vergeblich Liebesmüh’“, da die Pandemie nicht enden werde.

An den ersten Tagen der Wiedereröffnung kamen zwischen zehn und elf Besucher pro Zeitfenster. „Aber wir rechnen mit einer Ausbuchung im Herbst“, sagt der Stadtwerke-Chef. Seit dem Schulstart laufe der Schwimmunterricht wieder, Kurse und Vereine, zuvorderst der Tauchsportclub und die DLRG, trainieren bereits seit Juli wieder. „Sie verfügen über ein eigenes Hygienekonzept und brauchen keine Aufsicht durch städtische Bedienstete“, erläutert Kressel.

Will jemand in seiner Freizeit schwimmen, kann er sich, wie fürs Lämmerspieler Freibad auch, Zeitfenster buchen. „Das hat reibungslos funktioniert“, lobt Kressel. Auf der Internetseite des Hallenbads kann man drei Tage im Voraus für jeweils 90 Minuten Bahnenschwimmen reservieren. Dabei dürfen maximal 16 Personen gleichzeitig ins Schwimmbad. Die Zeitfenster reichen von 13.30 an oder ab 17.30 Uhr. Dazwischen ist ab 15.30 Uhr Familienschwimmen, dann darf auch der Nachwuchs ins Becken springen, ohne auf dem Rundkurs zu bleiben. Freitags ist ab 8.45 bis 11.30 Uhr Babyschwimmen. Auf den Bahnen geht’s ab 12 und ab 19 Uhr rund, ab 14 und ab 16.30 Uhr ist zwei Stunden Familienzeit. Die findet am Samstag ab 13 und ab 15.30 Uhr statt, für Sonntag ist ab 7.30 Uhr Bahnen- und ab 9.30 Uhr Familienschwimmen vorgesehen. In den 30 Minuten zwischen den Zeitfenstern müssen die Mitarbeiter desinfizieren: die Laufflächen ums Becken, Umkleiden, Schlüssel und Schränke. Die Kleiderbügel haben sie vorläufig entfernt, um diese nicht zusätzlich säubern zu müssen. Und das, obwohl das Virus nach Aussagen von Wissenschaftlern nicht über diese Wege übertragen wird, gibt Kressel zu bedenken.

Anfangs, so bemerkte Peterson, gab es mit den Buchungen ein Problem, da gerade ältere Menschen damit nicht zurechtkamen. „Aber das haben wir gelöst, wir lassen keinen vor der Tür stehen.“ Das gelte allerdings wie im Freibad nur für Mühlheimer, selbst Stammgäste müssen draußen bleiben, wenn sie von auswärts kommen. „Momentan lassen wird nur Mühlheimer rein, da sie das Bad finanzieren“, erläutert der Schwimmbad-Leiter, deutet aber zugleich Flexibilität an, wenn sich die Bedingungen ändern. (Von Michael Prochnow)

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