Konfirmanden der Friedensgemeinde

Teamwork an den Herden

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Teamwork und Kochen lernen Konfirmanden der Mühlheimer Friedensgemeinde in der Küche des Lämmerspieler Hotels Waitz.

Mühlheim - Kochen, wo Gourmets speisen: 20 Teenager, die sich auf die Konfirmation in der Friedensgemeinde vorbereiten, arbeiteten am Samstag in der Küche des Hotels Waitz. Von Michael Prochnow 

Drei erfahrene Köche zeigten der Gruppe, wie ein Menü entsteht, das die Jugendlichen auch daheim zubereiten können. Michi stößt gekonnt die Pfanne über dem Ceranfeld in der Profiküche des Hotels Waitz in Lämmerspiel, sodass die Champignons ein wenig durch die Luft fliegen. Bis eben hat sie noch Hähnchenteile paniert und flott, geschützt mit weißem Hygiene-Handschuh, auf eine Platte gelegt. Ob sie zu Hause in der Küche das Zepter schwingt? „Vielleicht“, sagt sie kurz, den Blick an die Pilze gefesselt. „Ich hab’ meinen persönlichen Koch“, fügt sie hinzu. Und grinst den Herrn mit der Kamera an, ihren Papa.
Manche der Konfirmanden der Friedensgemeinde Mühlheim bewegen sich sicher in den Räumen der ersten Adresse für Feinschmecker in der Mühlenstadt. Dazu zählt auch Ann-Sophie, die sich allerdings eher aufs Backen versteht, wie ihre Freundinnen bestätigen. Sie genießt die Aktion im Waitz, nimmt für sich mit, wie Huhn und Fisch gesäubert, filetiert und angebraten werden. Auch bei der Zubereitung der Tomatensauce à la Chefkoch Tomas Remes hat sie gut aufgepasst.

Erst kommen geschnittene Zwiebeln, Sellerie, Karotten und Knoblauch in den Topf. „Das Gemüse gibt der Sauce Farbe und Geschmack“, lehrt der Experte aus Tschechischen Republik. Er unterweist die jungen Christen zusammen mit Matthew Woods aus England und Ludo Stefanik aus der Slowakei. Und so bunt wie das Team in der Küche des Landhaus-Hotels, zu dem auch ein Vietnamese, ein Franzose, ein Deutscher und ein italienischer Metzger zählen, stellt Remes die Mannschaft vor. Dann gießt er Tomaten aus der Dose in den Topf. „Ja, aus der Dose, die sind vor Ort reif geerntet und eingemacht worden“, erläutert er, „nicht grün gepflückt, tagelang transportiert und gelagert“. Fehlen noch Tomatenmark, Wasser, Salz, Lorbeer und Zucker. Wieder staunen selbst die erwachsenen Begleiter.

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Die Poularde picada, die Hähnchen-Nuggets und die Filets vom Winterkabeljau sind alle auf Bleche verladen und werden in den Konvektomaten geschoben. Auf einer Anrichte hat eine andere Gruppe geschnittene Früchte auf großen Tellern angerichtet, es fehlt noch das Quarkmousse. Jetzt noch rasch die Spaghetti ins Wasser, dann kann der Tisch im Restaurant eingedeckt werden.

Die Konfis sollen sich in Teamwork üben, erläutert Gemeindepädagogin Petra Mann den Sinn des Projekts, das zum vierten Mal in dem Haus in Lämmerspiel läuft. „Es ist wichtig, etwas Lebensnahes, Existenzielles gemeinsam zu unternehmen“, betont sie, der vier Teamer zur Seite stehen: Marc Kehm, Marina Rausch, Cassandra Kuper und Jennifer Franz, die vor zehn, vier, zwei und einem Jahr konfirmiert wurden. Für Petra Mann spielt auch die Wertschätzung der Nahrungsmittel eine große Rolle.

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