Magistrat soll Konzept vorlegen

Seit Monaten kein Supermarkt im Wohngebiet Markwald

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Schon wieder Geschichte: der Edlli-Supermarkt an der Ulmenstraße in Markwald.

Die Bürger in Mühlheim-Markwald stehen seit Monaten wieder ohne Nahversorger da. Die Räume in der Ulmenstraße 11 bis 13 sind erneut leer. 

Mühlheim - Braucht das Wohngebiet Markwald (Mühlheim, Kreis Offenbach) einen Einkaufsmarkt? Oder haben sich die rund 3500 Markwälder andere Einkaufsmöglichkeiten gesucht? Ein Thema, das auch die Lokalpolitik weiter beschäftigt. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr, wie Petra Schneider von den Bürgern für Mühlheim (BfM) jüngst in der Stadtverordnetenversammlung bemerkte. Der Edlli-Markt hat es nicht geschafft, ein Jahr zu überdauern. Zuvor konnten sich schon der Mesa- und der Bonus-Markt nicht langfristig etablieren (wir berichteten).

Mühlheim: Supermarkt nicht auf Bedürfnisse der Bürger ausgelegt?

Für die BfM-Fraktion war die Schließung des Edlli-Marktes in Mühlheim-Markwald vorhersehbar, da „das Einkaufskonzept auch dieses Mal nicht auf die Bedürfnisse der Bürger vom Markwald ausgelegt war“. Nach Ansicht der „Bürger“ sei die Große Koalition damit gescheitert, lediglich die Wohnbau GmbH damit zu beauftragen, einen neuen Marktbetreiber für diese Immobilie zu finden. 

Damit sei es nicht getan, „die erneute Schließung des Edlli-Marktes zeigt dies auf eindeutige Weise“. „Das ist die Beerdigung eines jeden Einkaufsmarktes im Markwald“, sagte Petra Schneider vor den Stadtverordneten. Die BfM-Fraktion forderte, dass der Magistrat „umgehend ein neues tragfähiges Konzept für den Einkaufsmarkt“ vorlege.

Mühlheim: Alternativen zum Supermarkt seien vorhanden

Die Große Koalition sieht das anders. Sie hat den Magistrat gemeinsam mit den Stimmen der Grünen damit beauftragt, ein „Konzept für eine Einkaufsmöglichkeit im Markwald“ vorzulegen. Der CDU-Fraktionschef Marius Schwabe meint, man habe in der Vergangenheit einiges getan, jedoch sei alles gescheitert: „Letztlich lag es an den Kunden, die nicht hingegangen sind.“ 

Für Schwabe liegt der Grund auf der Hand: „Offensichtlich haben die Markwälder Alternativen.“ Das Wohngebiet sei durch den Aldi-Markt an der Lämmerspieler Straße gut abgedeckt. „Wenn ein Markt fußläufig erreichbar ist, haben es alle anderen schwer.“ Schwabe nannte als Alternativen ein Shop-in-Shop-Konzept oder eine Angebotserweiterung des Kiosks.

Mühlheim: Supermarkt hat Probleme in Markwald

Für einen großen Discounter sind die rund 500 Quadratmeter Verkaufsfläche plus 100 Quadratmeter im Keller nicht attraktiv. Schon Edeka Richter war Ende 2007 aus der Ulmenstraße ausgezogen, weil man sich aufgrund der Wettbewerbssituation nicht in der Lage sah, langfristig den kleinen Markt aufrechtzuerhalten. Danach kamen der Bonus-Markt (2009 bis 2016), der Mesa- (2016 bis 2018) und der Edlli-Markt. „Seit 2007 hat sich dort kein Laden aus eigener Kraft gehalten“, sagt Bürgermeister Daniel Tybussek auf Anfrage. Auch sehe er darin, dass sich „fast keiner“ im Rathaus über die Situation beklagt habe, einen Beleg dafür, dass die Markwälder andere Wege gehen.

Nichtsdestotrotz liege dem Magistrat nun ein klarer Auftrag vor, der bearbeitet werde. Der Magistrat und die Wohnbau GmbH seien darüber im engen Austausch, versichert der Rathauschef. Weitere Details konnte er am Dienstag (10.12.2019) nicht nennen.

VON RONNY PAUL

Nach der Havarie der MS Dörnigheim im Sommer arbeitet der Kreis Offenbach weiter daran, „den Vorfall zügig und lückenlos aufzuarbeiten“.

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