Magistrat prüft Varianten

Zwei Kreuzungen sollen entschärft werden: „Harakiri, dort einzufädeln“

Der Magistrat in Mühlheim prüft mehrere Varianten, um zwei Kreuzungen Richtung Lämmerspiel zu entschärfen (Symbolbild).
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Der Magistrat in Mühlheim prüft mehrere Varianten, um zwei Kreuzungen Richtung Lämmerspiel zu entschärfen (Symbolbild).

Zwei Kreuzungen Richtung Lämmerspiel sollen entschärft werden. Der Magistrat überprüft nun verschiedene Varianten.

Mühlheim – Die T-Kreuzung am Ortseingang zu Lämmerspiel – dort, wo die Lämmerspieler- zur Mühlheimer- (L 3064) wird und auf die Spessartstraße (K 191) trifft – ist ein gefährlicher Punkt. Das finden nicht nur die Bürger für Mühlheim (BfM), die das Thema auf die Agenda der jüngsten Stadtverordnetenversammlung gebracht haben. Auch SPD und CDU sind der Ansicht, dass dort etwas geschehen muss.

Die BfM meinen, ein Kreisel würde die Geschwindigkeit der von Mühlheim kommenden Fahrzeuge reduzieren und die „gefährliche Kreuzung“ dadurch deutlich entschärfen. Die Tendenz der Großen Koalition geht eher Richtung Ampel, allerdings soll zunächst geprüft werden, welche Varianten zur Entspannung besagter T-Kreuzung sowie der davor liegenden Einmündung des Südrings in die K 191 es gibt. Aktuell gilt die Vorfahrtsstraßenregelung. Da auf beiden Straßen ab den Ortsausgängen Tempo 70 erlaubt ist, haben sich laut Änderungsantrag von SPD und CDU schon „gefährliche Situationen“ ergeben.

Der Ursprungsantrag der BfM-Fraktion lautet, der Magistrat solle mit der Zielsetzung auf den zuständigen Straßenbaulastträger zugehen, aus der Kreuzung am Orteingang zu Lämmerspiel einen Kreisel zu machen. Es habe etwas von Harakiri, dort einzufädeln, findet Ewald Renner (BfM), „ein Kreisel bietet höhere Sicherheit, ist wesentlich übersichtlicher und bedeutet weniger Gefahr“. Zudem hätten LKW in einem Kreisel die Möglichkeit umzudrehen, warb Renner weiter dafür, „mit einem konkreten Plan zu arbeiten“.

Die BfM stellen neben ihrem Ursprungs- auch einen Änderungsantrag vor, der zu der besagten Kreuzung noch eine Planung für den Lückenschluss des Südrings, der dann das Baugebiet 63 „Donsenhard“ mit der Diesel- und der Spessartstraße einschließen würde, zu erstellen. Des Weiteren wollen die BfM die Straße so planen, dass sie zukünftig als Hauptzufahrtsstraße des Gewerbegebietes für LKW dienen könne. 50 000 Euro Planungskosten (wir berichteten) und zwei Millionen Euro Baukosten haben die BfM dafür vorgesehen. Eine Planung des gesamten Gebiets erachtet BfM-Fraktionschef Dr. Jürgen Ries als die „einzig logische Konsequenz“. „Sonst verschwenden Sie Geld“, sagt er Richtung Großer Koalition.

Sozialdemokrat Thomas Schmidt will erst prüfen, um dann zu wissen, was das Vorhaben koste und ob es überhaupt realisierbar sei. Der Lückenschluss des Südrings solle erst in Zukunft stattfinden. Schmidt hält die Kosten im Antrag der BfM für „viel zu hoch“. Richard Rocker (SPD) betont, dass der Bebauungsplan fix und fertig und eine Ampelanlage billiger als ein Kreisel sei. Zudem müsse man für einen Kreisel, in dem LKW wenden können, „in Lämmerspiel einiges abholzen“.

Grünen-Fraktionschef Volker Westphal begründet die Ablehnung der Grünen für „ein massives städtebauliches Projekt“ mit ausgebliebenen Vorbesprechungen: „Was hier passiert, ist ein Überfall auf die Hoheit des Hauses.“ Die Grünen lehnen alle Anträge ab. Die BfM stimmen für die ihren. Und mit den Stimmen von SPD und CDU wird der Magistrat mit Einbeziehung der Verkehrskommission beauftragt, den Stadtverordneten Lösungsvarianten für die beiden Kreuzungen vorzulegen.

VON RONNY PAUL

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