Stadtteil Lämmerspiel

Ausschuss diskutiert über Bebauungsplan fürs Waitz-Areal in Mühlheim: Einfluss hat Grenzen

Die künftige Entwicklung des Waitz-Geländes beschäftigt derzeit Politik und Bürger gleichermaßen. Bis November soll ein neuer Bebauungsplan vorliegen.
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Die künftige Entwicklung des Waitz-Geländes beschäftigt derzeit Politik und Bürger gleichermaßen. Bis November soll ein neuer Bebauungsplan vorliegen.

Baukörper, Abstände und die immer wieder aufkommende Frage nach der perfekten Dachform – nach der Infoveranstaltung für interessierte Bürger in der vergangenen Woche war die Zukunft des Waitz-Geländes im Stadtteil Lämmerspiel einmal mehr Thema, diesmal in der Sitzung des Bauausschusses.

Mühlheim – Dabei präsentierten die Geschäftsführer der „Wohnkompanie Rhein-Main GmbH“, Iris Dilger und Sven Ehnert, als neue Eigentümer des Grundstücks und das mit der Planung beauftragte Architektenbüro Landes erneut ihr Vorhaben, das Areal zu einer ansprechenden Mitte für Lämmerspiel zu machen (wir berichteten). Und beantworteten rund drei Stunden lang die Fragen der Ausschussmitglieder.

Die Stadtverordnetenversammlung hatte nach Bekanntwerden der Verkaufspläne Ende Juni die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes für das Areal beschlossen, das bisher nur zum Teil überplant ist. Gleichzeitig hatten die Fraktionen zahlreiche Wünsche und Vorgaben in Bezug auf die künftige Entwicklung formuliert. Diese, betonte Wohnkompanie-Geschäftsführerin Iris Dilger, habe man bei der bisherigen Planung fast vollständig miteinfließen lassen.

Den Entwurf des neuen Bebauungsplanes L21 wolle die Verwaltung unter Berücksichtigung der Anregungen der Öffentlichkeit, in den kommenden Wochen erstellen und am 5. November den Stadtverordneten zur Beschlussfassung vorlegen, erläuterte Bürgermeister Daniel Tybussek das weitere Vorgehen.

Für die kommende Sitzung haben sowohl die Bürger für Mühlheim (BfM) als auch die Grünen ergänzende Anträge eingebracht. So haben die „Bürger“ den Antrag gestellt, das Areal bis zum Beschluss des Planes mit einer Veränderungssperre zu belegen. Damit wolle man verhindern, „dass vor Ende der Planungen bereits Fakten geschaffen werden“, heißt es in der Begründung.

Auch aus Sicht der Grünen mache eine solche Veränderungssperre Sinn, erläuterte deren Fraktionschef Volker Westphal. Diese erhöhe den Hebel der Stadt gegenüber dem Investor. Gleichzeitig mahnte er jedoch davor, der Versuchung zu erliegen, den Eigentümern bis ins kleinste Detail Vorgaben machen zu wollen. „Wir können doch nicht über die Vorgabe der Dachform, über die Zahl der Gebäude entscheiden“, erinnerte er. Denn auch dieser größere Hebel sei endlich. Zumal die Eigentümerin mit der vorgestellten Öffnung des Geländes durch Wege und einen zentralen Platz für die Öffentlichkeit einen freiwilligen Schritt gehe. Genauso gut könnten diese die Bebauung weit dichter planen oder mit einem Zaun umgeben, ohne dass die Stadt dies per Bebauungsplan verhindern könnte. Nach dem vorgelegten Konzept, würde sich die Grundstücksversiegelung mit der Neuentwicklung von derzeit 85 auf 37 Prozent verringern. Zwar wolle man zum jetzigen Stand noch keine Aussage über die Zahl der späteren Wohneinheiten machen, erläuterte Architektin Eleonore Gotting, man rechne jedoch mit einer gesamten Bruttogeschossfläche von etwa 12 200 Quadratmetern aus. Bei einer Auslastung von etwa 80 Prozent ließe sich demnach von rund 120 Wohnungen ausgehen, tippte Grünenchef Westphal.

Durch ihre in Mühlheim bisher einmalige Entscheidung, bereits in einer so frühen Phase der Planung auf die Öffentlichkeit zuzugehen, und die Bereitschaft deren Wünsche und Anregungen aufzugreifen, hätten die Investoren jedoch signalisiert, dass es ihnen bei der Entwicklung nicht allein um den Profit gehe, fand er.

Dies betonte auch Iris Dilger: „Wir haben unser Konzept nach Ihren Wünschen und Vorgaben entwickelt. Dort soll etwas für die Lämmerspieler entstehen auch wenn wir natürlich nicht auf alle Einzelwünsche eingehen können.“ Auch der Rathauschef erinnerte: „Natürlich kann die Stadtverordnetenversammlung den Planentwurf auch mit vielen Einschränkungen beschließen, die Frage ist aber, was dann passiert.“ Ob beispielsweise die Umwandlung des bestehenden Hotelgebäudes, das Bestandsschutz genießt, in kleine Wohnungen wünschenswert sei, sei fraglich.

Neben der von den BfM beantragten Veränderungssperre wollen zudem die Grünen per Änderungsantrag auch das benachbarte Gelände der Turngemeinde Lämmerspiel in den neuen Bebauungsplan L21 mit aufnehmen. „Der Mehrwert, der sich daraus unserer Meinung nach ergibt, rechtfertigt den kleinen Mehraufwand“, betonte Westphal, auch wenn eine mögliche Gebietsentwicklung noch einige Jahre auf sich warten lassen werde. Eine Beschlussempfehlung gaben die Mitglieder des Ausschusses jedoch nicht. (Von Thomas Holzamer)

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