Lämmerspieler Spaßtheater

Premiere vom „Stinkerkäs“ vertagt

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Spaßtheater vertagt: Die Premiere vom „gestohlenen Stinkerkäs“ findet voraussichtlich im Oktober statt. 

„Spaß haben und Spaß bringen“ lautet das Motto des Spaßtheaters. Dieser selbst gestellten Aufgabe können die Mitglieder der Truppe der Turngemeinde Lämmerspiel (TGL) in Mühlheim in diesen Tagen nicht nachkommen.

Mühlheim – Bei Leiterin Dagmar Blöcher steht Telefon nicht still, denn eigentlich sollte morgen „Die unglaubliche Geschichte vom gestohlenen Stinkerkäs“ Premiere feiern.

Sie findet natürlich wie alle weiteren Vorstellungen nicht an diesem oder dem darauffolgenden Wochenende statt. „Wir zählen überwiegend ältere Menschen zu unseren Gästen, darum wollten wir lieber agieren als reagieren“, erklärt die Regisseurin. Sie habe bereits vor Wochen das weitere Vorgehen mit Darstellern, Kulissenbauern und Helfern in der Maske besprochen. Der Entschluss zur Verlegung sei daher frühzeitig und einstimmig gefallen.

„Aufgrund der aktuellen Situation haben wir uns dazu entschlossen, die Theateraufführungen auf die Wochenenden 3. und 4. sowie 9., 10. und 11. Oktober zu verlegen“, verkündet die Regisseurin. Die gekauften Karten behalten ihre Gültigkeit, die für die Premiere gelten jetzt für den 3., die für die zweite Vorstellung für den 4. Oktober und so weiter. Wer sich den Besuch für den neuen Termin nicht einrichten kann, solle sich mit der TGL-Abteilung per Mail in Verbindung setzen, theater@tgl-1905.de.

Zudem ist für September ein Tag zum Tauschen vorgesehen, informiert die Chefin. Dabei können Karten für einen Vorstellungstermin gegen Tickets für einen anderen Abend ihre Besitzer wechseln. Doch auch die Veranstalter „versuchen, alle Wünsche zu erfüllen und hoffen auf das Verständnis unseres Publikums“, schreibt Dagmar Blöcher. „Wir werden Ende August sehen, wie die Situation ist und wenn nötig, den ,Stinkerkäs’ erst im nächsten Jahr auf die Bühne bringen“, grübelt sie schon über ein Szenario, das immer wieder von Medizinern ins Gespräch gebracht wird und viele Menschen als existenzbedrohend erkennen.

„Wir sind spielbereit und hoffen auf eine Lockerung des Kontaktverbots“, gibt sich die Sprecherin kämpferisch. Das Ensemble könne „mit Abstand“ proben, Zuschauer auf Distanz voneinander gehalten werden, lautet ein weiterer Kompromiss. „Der TGL-Vorstand tauscht derzeit Ideen für Aktivitäten per Internet aus, damit Mitglieder nicht kündigen, weil der Verein ihnen nichts bieten kann“, erzählt Blöcher von den Anstrengungen der Verantwortlichen.

Zurück zum Spaßtheater und auf die Bühne an der Fritz-Erler-Straße. Die Leiterin hat allerlei heimische Örtlichkeiten und lokale Prominenz in die Komödie von Bernd Gombold eingebaut, wie ein Blick in das Stück beweist. Damit wollen die Schauspieler schon ein wenig Appetit und Hoffnung auf ein „Leben nach Corona“ machen: Es ist kein Morgen wie jeder andere, als Schreiner Sepp in seiner Werkstatt erwacht. Am Abend zuvor hat er bei der Jubiläumsfeier der 110-jährigen TSV-Fußballer zu viel gebechert und kann sich an so gut wie nichts mehr erinnern. In seiner Werkstatt findet er eine Leiter mit einer abgebrochenen Sprosse, dazu vermisst er seinen Geldbeutel.

Bei Sohn Frank sieht es ähnlich aus, er hat einen kaputten Fensterladen mit nach Hause gebracht. Selbst Polizist Sigmund ergeht es nicht besser, seine Mitbringsel aus der vorausgegangen Nacht sind eine Kopfverletzung und eine abgebrochene Leitersprosse. Außerdem hat er die Hosen vom Schreiner Sepp an. Die Sekretärin im Pfarrhaus von St. Lucia klagt über einen gestohlenen „Stinkerkäs’“ und Dirigent Hubert darüber, dass in der Nacht jemand ins Zimmer seiner Tochter eingedrungen sei ... Reichlich Stoff also für eine heitere Aufklärungsarbeit.

VON MICHAEL PROCHNOW

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