Frischekur fürs Wahrzeichen

Mühlheim lässt Brückenmühle an der Rodau aufwendig sanieren und Steg errichten

Die Brückenmühle an der Rodau wird derzeit umfangreich saniert. Außerdem wird ein neuer Steg über die Rodau gebaut FOTO: M
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Die Brückenmühle an der Rodau wird derzeit umfangreich saniert. Außerdem wird ein neuer Steg über die Rodau gebaut

Viele Wahlplakate werben mit der Mühle, immer wieder richten Bürger und Besucher der Mühlenstadt auf dem Rodaudamm Fotoobjektive und Handys auf das hölzerne Rad.

Mühlheim - „Sie ist als Wahrzeichen angenommen“, erkennt Karl-Heinz Stier. Immerhin, die Brückenmühle sei die einzige in der Region, die noch funktioniert, wirbt der Vorsitzende des Geschichtsvereins Mühlheim. Vor allem freut er sich, dass die Stadt als Eigentümerin die Namensgeberin seines Heimatorts in diesen Wochen auf Vordermann bringt.

Die Zahnräder im Inneren wurden bereits von einem Experten aus Thüringen, dem letzten seines Stands im Land, ausgebessert und wieder eingesetzt. Jetzt hat der Magistrat Aufträge für mehrere Außenprojekte vergeben: „Die Arbeiten haben begonnen und werden voraussichtlich im Frühsommer abgeschlossen sein“, informiert Klaus Schäfer Leiter des städtischen Fachbereichs Sport und Kultur.

„Wir freuen uns sehr, dass das Wahrzeichen unserer Stadt weiter saniert und in diesem Jahr der Öffentlichkeit vorgestellt werden kann“, lässt auch Bürgermeister Daniel Tybussek einen Lichtblick in der Pandemie aufleuchten.

Er dankt allen Beteiligten „für die gute und konstruktive Zusammenarbeit an der Brückenmühle“ und lobt die Mitarbeiter der Unteren Denkmalschutzbehörde, Architektin Thekla Sturm, die Fachplaner und Firmen sowie die Mitarbeiter im Rathaus.

Zu ihren Aufgaben zählt die Instandsetzung der Holzkonstruktion des Daches nach einer Begutachtung der Holzbauteile durch ein Ingenieurbüro für Tragwerksplanung. Arbeiter haben die Konstruktion mit historischen, naturroten Biberschwänzen eingedeckt und eine neue Entwässerung des Gebäudes montiert. Der Turmaufsatz ist neu verkleidet, Schäden an Auflagern von Deckenbalken und Sparren sind ausgebessert, Schwellen in Erd- und Obergeschoss sowie die schadhafte Traufe am Eingang erneuert.

Der Betonblock, der das Lager des Mühlrads trägt, ist ausgebessert, drei Außenwände tragen nun einen frischen Putz, die Farbe wird nach einem eigenen Konzept gemischt und aufgetragen. Dazu läuft ein Antrag bei der Unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises Offenbach. Etwa eine halbe Million Euro sei für diese Schritte im städtischen Haushalt eingestellt, hieß es.

Stier hofft noch auf einen Steg mit Treppe über die Rodau, der einen Zugang vom Brückenmühl-Parkplatz eröffnen würde.

Ende Mai soll wie in Vor-Corona-Zeiten das Mühlenfest steigen – wenn es die Pandemie-Situation erlaubt. Der Geschichtsverein gestaltet bereits einen „Pädagogischen Rundgang“, eine Agentur formulierte in Zusammenarbeit mit kundigen Mühlheimern Texte, damit sich Schulklassen, Kindergärten und andere Gäste auch ohne einen der Mühlen-Führer informieren können. (Von Michael Prochnow)

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