Mängelmelder-App

Müll und andere Sünden

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Mühlheim - Mühlheim führt eine Mängelmelder-App ein. Wer will, kann illegale Müllhaufen, Hundekotinseln, Schlaglöcher und andere Unzulänglichkeiten künftig über das kleine Gratis-Programm fürs Handy an die Stadt melden.

Der Beschluss im Stadtparlament fiel in einer für Mühlheim bemerkenswerten Abstimmungskonstellation: Die SPD hob die Arme für den von ihr um eine feste Kostengrenze von 1500 Euro erleichterten Oppositionsantrag, Mühlheim an eins der Mängelmelder-Systeme auf dem Markt anzuschließen. CDU und Bürger für Mühlheim taten das sowieso. Die Grünen allerdings, als Koalitionspartner sonst an der Seite der SPD, winkten ab. So ein Programm fürs Smartphone täusche „vor, dass wir damit schneller und besser werden“, begründete Volker Westphal für die Grünen. Das sei „vorgegaukelte Kommunikation“, nicht mehr.

Die SPD merkte zwar an, dass so eine App für die Bürger kostenlos sei, für die Stadt aber eben nicht und damit gegen die ebenfalls geforderte Beschneidung der Mühlheimer IT-Kosten verstoße. Sie sagte aber Ja. Mängelmelder-Apps sind für andere Städte bereits verfügbar. Offenbach zum Beispiel gibt Bürgern, die einen Missstand melden, Rückmeldungen über das Internet. Auf der zugehörigen Seite ist nachzulesen, ob und wann sich wer des Problems annimmt. Jetzt, sagte Mühlheims Bürgermeister Daniel Tybussek gestern, laufe im Rathaus die Vorbereitung. Dazu gehöre zu definieren, was so eine App können muss und welcher Anbieter die Ansprüche erfülle.

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Unerfahren ist die Stadt beim Einsatz von kostenlosen Apps nicht. Vor drei Jahren führte sie als erste Stadt im Kreis den elektronischen Abfallkalender „MyMüll“ ein. Der funktioniert auf Mobiltelefonen mit den Betriebssystemen Android und iOS, also auf so gut wie jedem internetfähigem Handy. Er erinnert Mühlheimer, die ihren Wohnort eingegeben haben, wann es Zeit ist, welche Mülltonne an die Straße zu stellen ist. Ein Stück Bequemlichkeit, dem mit der Einführung der Biotonne eine wesentlich größere Bedeutung als die eines Spielzeugs für Technikverliebte zukommt, weil die Müllabfuhr nun nicht mehr grundsätzlich immer an den gleichen Wochentagen kommt. Wann der Wecker für welche Tonne bimmelt, kann sich jeder Nutzer selbst aussuchen.

mcr

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