„Mehr als abenteuerlich“

Mainbrücke statt Fähre – Mühlheims Bürgermeister kritisiert Aussagen als „Verschwörungstheorie“

Auch nach ihrem endgültigen Aus, sorgt die Mainfähre MS Dörnigheim weiter für Zündstoff in Mühlheim.
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Auch nach ihrem endgültigen Aus, sorgt die Mainfähre MS Dörnigheim weiter für Zündstoff in Mühlheim.

Bürgermeister Daniel Tybussek (SPD) zeigt sich entsetzt über die Aussagen der Bürgerinitiative (BI) Fähre hinsichtlich eines Brückenbaus.

  • Anfang 2020 wurde das Aus der Mainfähre zwischen Mühlheim und Maintal-Dörnigheim beschlossen.
  • Der Streit um die Fähre läuft bereits seit Oktober 2017. Nun geht er in eine neue Runde: Eine Mainbrücke ist Thema.
  • Bürgermeister Tybussek kritisiert Aussagen der BI als „Verschwörungstheorien“.

Mühlheim – Auch sei er nach wie vor betroffen über das Aus der MS Dörnigheim, schließlich habe die Stadt gemeinsam mit dem Kreis Offenbach in den vergangenen Monaten alles für die Wiederaufnahme der Fährverbindung getan. Er bedauere, „dass wir gemeinsam mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern zu keinem positiven Ergebnis kommen konnten“.

Aus für Mainfähre MS Dörnigheim - Streit in Mühlheim geht weiter

Zu den Aussagen der BI, es gebe hinsichtlich einer Brücke schon sehr konkrete Vorstellungen, „die die schlimmsten Befürchtungen noch in den Schatten stellen“, schreibt der Rathauschef: „BI-Sprecherin Petra Schneider, die auch stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin und Mitglied der Fraktion ‚Bürger für Mühlheim‘ ist, weiß genau, dass es unabhängig von der Fährverbindung eine Initiative der Stadt Hanau für eine Mainbrücke gab.“ Er verweist auf die unterzeichnete Absichtserklärung unter Koordination des Regionalverbandes, die im April 2019 vom Magistrat beschlossen wurde. Tybussek unterstreicht, dass besagtes Papier eine ergebnisoffene Untersuchung einer Brücke zwischen der Offenbacher Carl-Ulrich- und der Steinheimer Brücke zum Gegenstand hat. „Dies ist allen Stadtverordneten und damit auch deren zahlreichen Vertretern in der Bürgerinitiative lange bekannt.“

Mainbrücke statt Fähre: Bürgermeister hat eine klare Meinung

Er habe sich von Beginn an dafür eingesetzt, „dass auf jeden Fall negative Auswirkungen auf die Lebensqualität Mühlheims, etwa durch zusätzlichen Durchgangsverkehr, vermieden werden müssen“. Ob der Gedanke einer Brücke damit weiterverfolgt werden könne, sei zum jetzigen Zeitpunkt völlig offen und nicht entschieden. Dies habe er auch der Stadt Hanau zu deren Vorstoß mitgeteilt und die Rückkehr zur ergebnisoffenen Prüfung und Vereinbarung angemahnt.

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Die Äußerungen von Schneider hingegen eröffneten eine „Verschwörungstheorie“: „Mir liegt es generell fern, solche Worte verwenden zu müssen, ich kann es aber nicht anders beschreiben“, schreibt Tybussek. Er sehe die große Gefahr, dass in einer so wichtigen Angelegenheit Verdächtigungen als Tatsachen gestreut und klare Fakten und Sachverhalte ausgeblendet werden. „Die Planung und der mögliche Bau einer Brücke dauern viele Jahre. Dies in Zusammenhang mit dem Aus der Fährverbindung zu setzen, ist mehr als abenteuerlich. Was will jemand, der derartig Absurdes verbreitet, damit bezwecken?“

Wie abwegig die aufgestellte Theorie sei, zeige allein die Tatsache, dass es einen Betreiber gegeben hat. „Hätte dieser das benötigte Personal gehabt, würde die Fähre seit über einem Jahr und damit auch heute noch fahren.“ Der Rathauschef fordert alle Beteiligten auf, „die politische Diskussionskultur nicht weiter zu vergiften und bei aller Emotion offen und ehrlich zu kommunizieren“. ron

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