Lämmerspieler Freibad

Mit Hygienekonzept, ohne tobende Kinder

1937 Besucher zählten die Mitarbeiter vom 4. Juli bis Anfang August im Lämmerspieler Freibad – so viel wie sonst an zwei Tagen.
+
1937 Besucher zählten die Mitarbeiter vom 4. Juli bis Anfang August im Lämmerspieler Freibad – so viel wie sonst an zwei Tagen.

Nach einem Monat mit Hygienekonzept und Terminreservierung ziehen Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Kressel und Schwimmmeister Roland Peterson eine erste Bilanz fürs Lämmerspieler Freibad.

Mühlheim – Ein Herr reckt seinen Silberschopf wie ein Ampel-Männchen in die Höhe. Mit ruhigen, gleichmäßigen Armschlägen gleitet er stoisch durch das im Sonnenschein schimmernde Wasser. Zwei ältere Damen mit Sonnenbrillen beginnen immer, wenn sie sich begegnen, einen kurzen Plausch über die Bahnmarkierung hinweg. Das Publikum des Lämmerspieler Freibads ist in der Corona-Zeit ein anderes, resümiert Schwimmmeister Roland Peterson nach einem Monat Öffnung mit Hygienekonzept.

In den Pausen zwischen den Slots wird desinfiziert

81 Wasserratten haben für den ersten Slot reserviert, einen Besuch von frühestens 9 bis höchstens 12 Uhr. Manche sind um 10 noch nicht da, buchen da erst, ganz spontan. Bis 10.30 Uhr ist das möglich. Auch für die „Spätschicht“ ab 17 Uhr sind 81 Personen registriert, zeigt Wolfgang Kressel auf seine Notizen. Die Badezeit von 12.30 bis 16.30 Uhr sei stets die beliebteste, deutet der Stadtwerke-Geschäftsführer auf die Zahl 108. „Vielleicht, weil man dann vier Stunden bleiben kann.“ In den 30-Minuten-Pausen zwischen den einzelnen Zeitfenstern werden Holme, Griffe, Toiletten und Umkleiden desinfiziert.

Vom 4. Juli bis zum 4. August waren 1937 Besucher im kleinsten Schwimmbad im Kreis, bemüht der Chef weiter die Statistik, „so viele waren es früher an zwei Tagen“. Die Männer im Aufsichtsraum sind trotzdem sehr zufrieden. „Die Gäste achten auf Abstand, verhalten sich sehr gesittet“, beobachten Peterson und sein Team. Darum dürfen jetzt 27 statt 24 Leute gleichzeitig ins Schwimmerbecken, neun statt acht auf jede der drei breiten Bahnen.

Neben den älteren Menschen begrüßen die Mitarbeiter viele Familien, die sich mit ihren kleinen Kindern im Plansch- und im Nichtschwimmerbecken wohl fühlen. Letzteres ist für maximal sechs Sprösslinge in zwei Feldern vorgesehen, Eltern dürfen sie freilich begleiten. „Auch bei kühlerem Wetter nutzen Sportler eher die frühen Stunden, nach der Arbeit gönnen sich die Berufstätigen eine Erfrischung“, analysiert Leiter Peterson.

Er könne sich vorstellen, dass die Regeln in der nächsten Saison ausgeweitet werden: „Rechts die Schnellschwimmer, daneben die gemütlicheren und eine Babbelbahn“, scherzt er. Doch nach fünf Wochen findet er auch, „das ist nicht Schwimmbad, das ist komplett anders“. Dem Bäder-Chef fehlen jauchzende Kinder, kickende Teenager und tobende Cliquen im Becken. „Keiner springt rein, keiner spielt“, bedauert Peterson, „dafür entdecken viele gerade die Anlage“, Sport- und Fitness-Schwimmer seien am Zug.

Slots besonders an heißen Wochenenden begehrt

Die Buchung im Netz beherrschen längst auch Senioren. „Oder sie kennen einen, der das erledigt, die Freundin oder die Tochter in Heidelberg“, erzählt Peterson. „Und wenn’s mal wirklich nicht klappt mit dem QR-Code auf dem Handy oder dem Ausdrucken, dann helfen wir selbstverständlich.“ Noch leichter gehe es mit der Stadtwerke-App auf dem Smartphone, wirbt Kressel.

Frühestens drei Tage vor dem gewünschten Termin kann reserviert werden. „An heißen Wochenende sind die Slots oft voll“, berichtet er. Weil die Badegäste die begrenzte Zeit nutzen, sei weniger Betrieb am Kiosk. „Trotzdem zeigen die Wirtsleute Andrea und Peter Moll Flagge, öffnen täglich und bieten einen Mittagstisch an“, lobt Kressel. (Michael Prochnow)

Weitere Informationen zur Ticketreservierung gibt"s auf stadtwerke-muehlheim.de/ticketreservierung.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare