Rustikales Ambiente

Neue Heimat: Mitglieder packen mit an – MKV zieht in Leichtbauhalle an der Siemensstraße

Anpacken fürs neue Domizil: MKV-Vorsitzender Andreas Sattler kann auch auf Handwerker aus den eigenen Reihen setzen. 
+
Anpacken fürs neue Domizil: MKV-Vorsitzender Andreas Sattler kann auch auf Handwerker aus den eigenen Reihen setzen. 

Ein unauffälliger Industriebau zeigt sich zur Straße hin, Klinkersteine unter den hohen Fensterbändern. Weit und breit kein Schellennarr mit einem rasselnden blauen Gewand, kein Kanzler mit wehendem Rock, keine Spur von der Zugmarschallin.

Mühlheim – Das kleinere Tor auf der Nordseite steht offen, in die Zufahrt kreischt auch schon eine elektrische Säge – dort entsteht die neue Heimat des Mühlheimer Karnevalvereins (MKV).

Die Leichtbauhalle, die nun an der Siemensstraße steht, diente an der Dieselstraße auf dem Parkplatz der Sporthalle als Flüchtlingsunterkunft. Die Wohnbau hatte sie hinter der Halle der ehemaligen Ventilfabrik EHA aufgestellt, die ihre Tochter Immoservice als Lager nutzt. Als Vermieterin stellt sie die Außenanlagen und Zuleitungen, die Karnevalisten sorgen für die Innenausstattung. Morgen werden die Trennwände montiert. Im vorderen, östlichen Teil wird der Versammlungs- und Übungsraum eingerichtet und mit einer Theke abgeschlossen, Unterstützung gibt es dafür von einer Brauerei.

Auf der Südseite des Flurs folgt die Küche, die dann wirklich nur Küche sein soll, erläutert MKV-Vorsitzender Andreas Sattler. Im alten Domzil sind neben Herdplatte und Spülbecken auch Aktenordner untergebracht. Die finden künftig Platz in einem Archiv am westlichen Ende des Hauses. Dort montiert die Besitzerin die Heizung mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Der Verein fügt eine Lüftungsanlage hinzu, die Energie aus der Abluft gewinnt. Die Sanitäranlagen werden gefliest, der Rest mit Holz- und Rigipsplatten ausgekleidet. Gegenüber der Technik ist ein Stuhl- und Tischlager vorgesehen, dann ein Raum für die Instrumente der Firedrums.

Die anderen Abteilungen erhalten Lagerräume in zwei Containern, die der neuen Narren-Heimat auf den Hof gestellt werden. Endlich bekommen zudem die wachsenden Jugendgruppen ein eigenes Zimmer, das auch zum Proben für die Musiker und als Umkleide bei Veranstaltungen im Haus dienen wird. Die gesamte Unterkunft soll ein „rustikales Ambiente“ erhalten, verrät Sattler.

„Jetzt oder nie“, beschloss der Vorstand schon im August 2018. Klaus Schäfer vom Sport- und Kulturamt sowie Marcus Neumann, Prokurist bei der Wohnbau, vermittelten das neue Zuhause. Für die Adresse an der Dieselstraße laufe der Vertrag aus, erläutert der Leiter, mit dem Vermieter konnte eine frühere Auflösung vereinbart werden. Denn ab 1. Juni residiert der Karnevalverein an der Siemensstraße.

„Zum Glück haben wir viele Handwerker mit eigenen Betrieben in unseren Reihen“, betont Sattler, „sonst könnten wir das Projekt nicht stemmen“. Geld braucht die Gemeinschaft freilich auch. Sie gibt daher „Bausteine“ aus: den „Piccolo“ für 20, den „Medium“ für 50 und den „Maxi“ für 100 Euro. Natürlich können auch mehrere „Steine“ und Kombinationen nach Wunsch erworben werden, sagt der MKV-Chef. Alle Spender erhalten zur Eröffnung eine Urkunde, ihre Namen werden auf einer Tafel im künftigen Windfang verewigt. „Ihr Geld wird in die Zukunft des karnevalistischen Brauchtums der Stadt Mühlheim investiert“, heißt es auf der Internetpräsenz des Vereins.

VON MICHAEL PROCHNOW

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare