Viele Einschränkungen bis November

Brücken-Neubau beginnt

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Die Müllerweg-Brücke ist eine der Zufahrten zu Markwald. Sie ist schon lange nicht mehr tragfähig genug für zwei Spuren. In den nächsten Monaten wird sie abgerissen, um Platz für den Neubau zu schaffen. Nebenwirkungen bis November sind eine Vollsperrung, Sackgassen im Müllerweg und Busumleitungen.

Mühlheim - Der Neubau der Müllerweg-Brücke beginnt nächste Woche. Das wird mit einer Vollsperrung der Zufahrt zu Markwald, Sackgassen im Müllerweg, der Verlegung der Buslinie 120, dem Wegfall von Haltestellen, dem Bau einer Behelfsbrücke für Radler und Fußgänger und teils weniger Parkplätzen bis November verbunden sein. Von Marcus Reinsch 

Die Tage der seit rund fünf Jahren mangels Belastbarkeit auf eine Spur verengten Müllerweg-Brücke sind gezählt. Die Stadt baut den ebenerdigen Rodau-Übergang neu. Der Auftrag ist vergeben, der Startschuss für Mittwoch, 2. Mai, angepeilt.
Der knapp eine Million Euro teure Befreiungsschlag ist mit Blick auf die abgeschottete Lage des 6000-Menschen-Wohnquartiers Markwald vor allem für die Bewohner selbst mit Einschränkungen verbunden. Denn für den motorisierten Verkehr ist die Müllerweg-Brücke neben dem ebenfalls von der Lämmerspieler Straße anzufahrenden Ulmenweg im Süden und der Anton-Dey-Straße im Westen die einzige Zufahrt.

Auf Höhe der Brücke selbst kommt die Baufirma um eine Vollsperrung für Kraftfahrzeuge nicht herum. Sie bleibt nach der bisherigen Planung bis in den November dieses Jahres bestehen. Fußgänger und Radfahrer werden es etwas besser haben; für sie ist in unmittelbarer Nähe der Baustelle eine Behelfsbrücke über den Bach geplant.

Von Autos ist der Müllerweg von der Lämmerspieler Straße aus nur noch bis zur Straße „An der Hildebrandsmühle“ befahrbar. Und von Süden kommend wird der Müllerweg zwischen Forsthausstraße und Baustelle ebenfalls zur Sackgasse. Umleitungsschilder weisen den Drumherum-Weg über die Ulmenstraße zum beziehungsweise durch den Ortsteil Markwald.

Die dort verkehrende Buslinie 120 folgt ebenfalls dieser Route. Ihre Haltestellen „Müllerweg“ und „Katholisches Gemeindezentrum“ müssen während des Brückenbaus allerdings wegfallen. Als Alternative bietet sich die Ersatzhaltestelle an, die wegen Parkplatzbefestigung und barrierefreiem Wartehäuschen-Umbau an der Park & Ride-Anlage der Mühlheimer Bahnhofssüdseite auf Höhe der Lämmerspieler Straße 13-17 sowieso schon existiert.

Die Parkplätze vom Bereich Müllerweg 16, der Einfahrt in den Talweg, bis zum Maximilian-Kolbe-Domizil werden in dieser Zeit nur eingeschränkt verfügbar sein. Denn dieses Areal soll unter anderem als Lager-, Geräte- und Arbeitsfläche für Abriss und Neubau der Brücke dienen. Außerdem, heißt es aus dem Rathaus, seien „durch den nötigen Einsatz von Stahlspundbohlen zur Gründung und Herstellung der Brückenauflager größere Baugruben anzulegen“. Bereits im Vorfeld sei damit begonnen worden, Kabel für Telekommunikation und Strom umzulegen. Deshalb seien „keine Versorgungsverluste zu erwarten“.

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Der Brückenbau ist mit 985.000 Euro veranschlagt. Das sind 200.000 Euro mehr als ursprünglich gedacht. Für die Kostensteigerung hat die Entwicklung der Preise auf dem boomenden Markt und die lange Wartezeit auf nun vermutlich 480.000 Euro Landeszuschüsse gesorgt.

Bereits im vergangenen Sommer hatte die Kommunalpolitik zähneknirschend aufgenommen, dass das Land den Fördertopf für Mühlheim nur unter der Voraussetzung öffnet, dass auf rund einem halben Kilometer des Müllerwegs zwar Tempo 30 bestehen bleiben darf. Die Achse muss aber Hauptverkehrsstraße werden. Damit fällt der Rechts-vor-links-Vorteil weg, dass Autofahrer schon aus Angst vor Beulen vor den Seitenstraßen bremsen. Mit dem Umbeschilderungbeschluss hat das Parlament deshalb bestimmt, dass die Stadt anders in die Entschleunigung investieren soll.

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