Kurzes Zwischenspiel

Nahversorgungslücke im Markwald: Edlli-Supermarkt macht dicht

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Viele Regale sind schon leer: Im Edlli-Supermarkt geht es nicht weiter.

Es war ein kurzes Gucken: Im Februar schloss der Edlli-Supermarkt an der Ulmenstraße die Nahversorgungslücke im Markwald. Die wird jetzt wieder klaffen.

Mühlheim – Denn die Geschäftsführerin musste den Laden mit Frische-Produkten, deutschen und russischen Spezialitäten nach nur sechs Monaten aufgeben. Zuvor hatte der Laden bereits ein Jahr brach gelegen.

Drinnen war in dieser Woche die Klimaanlage nicht mehr in Betrieb. Weder Fleisch noch Gemüse lagen noch aus, geschweige denn Fisch. Manche Regale waren schon gänzlich leer, andere nur noch zu einem Drittel gefüllt. Nachschub kam schon länger nicht mehr. Die Rabatte von bis zu 70 Prozent unter der Überschrift „alles muss raus“ zeigten Wirkung.

Nahversorgungslücke im Markwald: Nächste Einkaufsmöglichkeit weit weg 

Besonders für die älteren Anwohner ist es ärgerlich, dass es jetzt wieder los geht: Man würde sich gerne ein Spiegelei brutzeln oder Kartoffeln kochen, doch die nächste Einkaufsmöglichkeit liegt zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ewig weit weg.

Zur Selbstständigkeit gehört das Risiko. Die Chefin Ludmila Sidorenkova zählt nicht zu denen, die im Augenblick des Scheiterns zu keinem Gespräch mehr bereit sind. Die Ursache klingt lapidar, „der Umsatz reichte nicht, um die Kosten zu decken“. So ging es auch ihren Vorgängern. Sidorenkova spricht von 5600 Euro an monatlichen Kosten für die Räume, inklusive Strom. Für sie hatten sich die 500 Quadratmeter als zu groß erwiesen, zumindest zu dem Mietpreis.

Nahversorgungslücke im Markwald: Bei Eddli zeigt die Kurve nach unten 

Der kulinarisch bestens bewanderte Metzger des Eddli erzählt, im April habe es so ausgesehen, dass es aufwärts gehe, „doch dann zeigte die Kurve wieder nach unten“. Der 42-Jährige muss sich jetzt mit dem Jobcenter beschäftigen, wo er erläutern darf, dass er auch gerne in seinem anderen Beruf als Koch wieder arbeitete, aber als alleinerziehender Vater einer elfjährigen Tochter nachts in keiner Restaurantküche stehen kann.

Das Ende des Nahversorgers bedauert auch Ingo Kison, Geschäftsführer der städtischen Immobilientochter Wohnbau. Als sie von der Tendenz hörten, dass es nicht weitergeht, habe man Gespräche geführt und versucht, eine gemeinsame Lösung für den weiteren Betrieb zu finden – ohne Erfolg allerdings. „Wir wissen alle, dass es nicht leicht ist in Markwald“, resümiert er. Allerdings sei er vom Konzept überzeugt gewesen. „Es wurden auch nicht die Fehler der Vorgänger gemacht.“

Nahversorgungslücke im Markwald: Zukunft ist unklar

So sei etwa bei den osteuropäischen Produkten genau auf eine deutsche Auszeichnung geachtet worden. Nun hoffe er auf ein sauberes Ende. Was die Mietkosten angeht, so sei die Geschäftsführerin zu Beginn gar mit einem von einer Unternehmensberatung ausgearbeiteten Business-Plan auf die Wohnbau zugekommen. Daran habe man sich orientiert und auch ein Entgegenkommen gezeigt.

Wie es nun in Markwald weitergeht, ist noch nicht klar. In jeden Fall, sagt Kison, seien Gespräche zu führen, auch mit der Stadt. Wünschenswert sei etwa ein Konzept, das sich abhebt, um auch Kundschaft von außerhalb anzulocken. Neben einem neuen Markt gebe es die Möglichkeit, schon ansässige Geschäfte anzusprechen, um zu sondieren, ob sich eventuell jemand erweitern möchte. Auch eine „Andersnutzung“ sei denkbar.

VON STEFAN MANGOLD UND CHRISTIAN WACHTER

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