Neue Ausstattung 

Feuerwehr Mühlheim bekommt neues Löschfahrzeug

Moderne Ausstattung für moderne Helden: Mühlheims Freiwillige Feuerwehr hat ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug, kurz HLF.
+
Moderne Ausstattung für moderne Helden: Mühlheims Freiwillige Feuerwehr hat ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug, kurz HLF. 

Zwei Großereignisse gaben der Freiwilligen Feuerwehr Mühlheim reichlich Anlass zu feiern: Erste Stadträtin Gudrun Monat überreichte die Schlüssel für ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug, kurz HLF, an Stadtbrandinspektor Lars Kindermann. 

Mühlheim - Die Mannschaft von Wehrführer Michael Kawecki nahm das rollende Feuerwehrhaus in ihre Obhut, es ersetzt einen technisch längst überholten Wagen.

Die Vorgänger-Generation fährt zum Teil noch ohne Sicherheitsgurte, verfügt freilich weder über Brems- noch Spurassistenten, ABS und EPS, gab Kindermann zu bedenken. „Wenn Frauen und Männer freiwillig diese verantwortungsvolle Arbeit verrichten, müssen sie das beste Material an die Hand bekommen“, argumentierte der Chef der Brandschützer in der Mühlenstadt und erinnerte, dass der Betrieb der Wehr eine Pflichtaufgabe einer jeden Kommune sei.

Mit den zuständigen Repräsentanten im nahen Rathaus gebe es da keine Konflikte, betonte der Inspektor, auch das Land Hessen erfülle seine Aufgaben und unterstütze die Arbeit der Wehren. So finanzierte Wiesbaden das HLF mit und stellte zuvor schon einen Abrollbehälter, der schon über die Stadtgrenzen hinaus gute Dienste geleistet habe.

Harsche Kritik übte Kindermann jedoch am Bund: „In Sachen Zivilschutz kommt Berlin seinen Verpflichtungen nicht nach und stiehlt sich aus der Verantwortung.“ Längst hätten Einsatzfahrzeuge, die das Innenministerium bereitstellt, ausgetauscht werden müssen. Die Politik dürfe „nicht alles auf die Bürger abwälzen“.

„Das Land macht seine Hausaufgaben“, bestätigte der stellvertretende Kreisbrandinspektor Thomas Peters. Als „moderne Helden“ und „Engel der Gesellschaft“ lobte der Landtagsabgeordnete Ismail Tipi die ehrenamtlichen Helfer, zollte ihnen „Hochachtung, Respekt und Dank“. Pfarrer Johannes Schmitt-Helfferich hob hervor, dass den Aktiven Vertrauen und Verlässlichkeit entgegengebracht werde. Er segnete das neue HLF, bat um den Schutz Gottes für Mensch und Gerät. Und das sei den Kameraden sehr wichtig, sagte Kawecki.

Dem festlichen Akt wohnten – das zweite freudige Ereignis also – Kameraden aus verschiedenen Mühlheims bei. Über das Wochenende weilten Brandschützer aus Stützpunkten an der Donau bei Tuttlingen, Sulz bei Horb am Neckar und an der Inn in Oberösterreich bei den Gastgebern vom Main. Allein die Freunde aus Mühlheim an der Gailach mussten ihr Kommen absagen.

Die Besucher waren in Privatquartieren, im Jugendzentrum und in Hotels untergebracht. Retter von der Lämmerspieler Wehr und von der DLRG chauffierten die Mühlheimer, Narren vom heimischen Karnevalsverein packten bei der Bewirtung im Feuerwehrhaus mit an. Die Kapelle „Original Harderlumpen“ spielte beim Hessischen Abend auf, zuvor amüsierten sich die Gruppen bei einem Gaudi-Wettbewerb.

Über einen Hindernisparcours mussten die Teams Löschwasser transportieren, mit Eimern den Löschturm hochklettern und sich an den Spritzen bewähren. T-Shirts mit dem Aufdruck „Mein Freund ist Mühlheimer“ untermauert die Freundschaften zwischen den Orten desselben Namens. Die Brandschützer treffen sich reihum, jedes Jahr in einem anderen Mühlheim.

Erste Stadträtin Gudrun Monat stellte das neue HLF des Herstellers MAN in Zahlen vor: 430 000 Euro kostete die Neuanschaffung nach der europäischen Ausschreibung, 88 500 zahlte das Land, den Rest übernahm die Stadt. Der Motor leistet 290 PS über ein Automatikgetriebe, maximal 15 Tonnen können zugeladen werden, für sechs Retter sind Atemschutzflaschen an Bord, die bei stehendem Fahrzeug per Hebel gelöst und geschultert werden können. Tanks fassen 1600 Liter Wasser und 200 Liter Schaum, daneben verfügt das Fahrzeug über Technik für fast alle Einsatzarten.

Von Michael Prochnow

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare