Eine Identität im Bau

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Der künftige Hort „Kindervilla Basalto“ von der Kirchstraße aus gesehen. Derzeit sind die Handwerker vor allem im Inneren der früheren Schule aktiv.

Mühlheim - „Kindervilla Basalto“ wird die frühere Johann-Hinrich-Wichernschule in Zukunft heißen. Für die neue Betreuungseinrichtung stehen aber noch mehr Details fest, wie der künftige Mitarbeiter Martin Corell anhand von Plänen demonstrierte. Von Michael Prochnow

Bürgermeister Daniel Tybussek begrüßte am Montagabend rund 40 Interessierte im Saal des Pfarrheims St. Sebastian. Mehr als die Ausstattung des Gebäudes bewegte Eltern die Verkehrs-Situation um das Gebäude.

Die künftige Leiterin Ursula Grzona vom Hort Bornweg möchte mit acht Mitarbeiterinnen und einem Mitarbeiter, zwei mehr als bisher in der Kita, am 13. August das Haus beziehen. „Der Zeitplan ist sehr ambitioniert“, gab Tybussek zu bedenken, darum werde der Betrieb mit 75 Jungen und Mädchen starten. „Es wird an der einen oder anderen Stelle klemmen“, bereitete er sein Publikum auf Anlaufschwierigkeiten vor. Bestehende Gruppen bleiben zusammen, versicherte die Leiterin. Der frei werdende Platz im Kindergarten Bornweg werde für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren benötigt.

Eine neue Raumaufteilung

An dem ehemaligen Unterrichtsort für Schüler mit Lernbehinderungen soll eine „eigene Identität“ geschaffen werden, erklärte Corell. Mit dem Namen Basalto möchten die Mitarbeiter einen Bezug zum Stadtteil Dietesheim herstellen. Mittlerweile wurde eine neue Raumaufteilung geschaffen, im Erdgeschoss gibt es einen Empfang, links liegen die Küche und eine Mensa für rund 30 Kinder. Auf der Westseite ist ein Multifunktionsraum vorgesehen.

Im ersten Stock werden zwei Gruppenräume, ein Personal- und ein Spielzimmer eingerichtet, im zweiten Stock ein Computer- und Hausaufgabenraum. Auf der ersten und zweiten Etage werden zudem sanitäre Anlagen eingebaut. Der Charme des offenen Treppenhauses bleibe erhalten, Feuerschutztüren werden installiert, neue Dielen entstehen, ein kleiner Aufzug für die Essensanlieferung und als barrierefreier Zugang komme hinzu. Die größere Fläche, versicherte Leiterin Grzona, werde das Hortleben entspannen.

Die Optik des Außengeländes werde durch eine Feuerschutztreppe auf der Südseite, zur Kirchstraße hin, verändert. Der Zugang rücke in die Elisabethenstraße, Parkplätze müssen auf dem Gelände ausgewiesen werden. Im Nebengebäude entstehen ein Werkraum und weitere Toiletten. Spiel- und Rückzugsmöglichkeiten werden noch geplant, ein Ballsportplatz und Grünflächen. „Vieles werden die Kinder im Laufe der Zeit selbst mitgestalten“, erläuterte Corell.

Das neue Konzept

Bis zu 100 Schüler von der Vorklasse bis zum 6. Schuljahr werden später die Villa besuchen. Der Sprecher stellte das Konzept mit „pädagogischem Mittagessen“ mit Betreuern, Hausaufgabenhilfe und Projektarbeit vor, regelmäßige Sprechstunden werden für Eltern wie Schüler angeboten. Kooperationen mit Musikschule, Naturschutzverbänden, Sportvereinen sowie der Geschwister-Scholl-Schule seien erwünscht.

Das Essen soll nach Erfahrungen der Betreuung an der Goetheschule geliefert werden, was mehr Zuverlässigkeit verheiße, kündigte die Leiterin „frische, hochwertige Ware“ an.

Ein Fußgängerüberweg in der Elisabethenstraße sei nach dem Verkehrsrecht nicht möglich, bedauerte der Bürgermeister. Er schlug Elternlotsen statt Hilfspolizisten an der Fußgängerampel vor, die laut eines Vaters schon mehrfach bei „Rot“ überfahren worden sei. Eltern beklagten, dass die Straßen rund um das Haus permanent zugeparkt seien. Abgestellte Autos, gab Tybussek zu bedenken, fordern ein langsameres Fahren, beeinträchtigen jedoch die Sicht.

Andere Besucher fürchten ein „Chaos“ beim Abholen, doch an der „Basalto“ müsse keiner wenden wie im Bornweg, beruhigte Grzona. Zudem würden nur wenige Hortkinder mit dem Auto abgeholt. Der Rathauschef möchte die Situation im Auge behalten und bei Bedarf handeln. Die Leiterin plant eine Begehung der Gegend mit den künftigen „Basaltos“.

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