Kita-Eltern machen sich gemeinsam stark

Das Sprachrohr ist am Start

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Erste Stadträtin Gudrun Monat (von links) überreicht die Geschäftsordnung an die Vorsitzende der Stadtelternvertretung, Monique Stork. Stellvertreterin ist Marina Schwabe, Schriftführerin Catalin Ritter und deren Stellvertreterin Sonja Dietz.

Mühlheim - Mit der Stadtelternvertretung soll der Vergangenheit angehören, was Auslöser für die Gründung des Gremiums war: das Gefühl, keine Stimme zu haben.

Gudrun Monat, als Erste Stadträtin auch zuständig für die Kinderbetreuung in Mühlheim, formuliert es folgendermaßen: „Die Situation war nicht so schön.“ Klar, eine Gebührenerhöhung ist ein undankbares Thema, um mit Betroffenen ins Gespräch zu kommen. „Die Eltern waren enttäuscht, die Dezernentin ist von Kita zu Kita gerannt. “ Das war der Moment, in dem die Überzeugung reifte, dass „es einen Kreis geben müsste, mit dem man sprechen kann“. Ein Gedanke, der einige Eltern auch gerade bewegte. So entstand die Idee einer Stadtelternvertretung, die für alle Kindergärten und Horte die Stimme erheben kann. Am Mittwochabend wurde sie aus der Taufe gehoben.

Die Stadtverordnetenversammlung verabschiedete im Juli 2014 den Antrag, dass alle Einrichtungen gleichberechtigt vertreten sein sollen, gleich ob unter städtischer, kirchlicher oder freier Trägerschaft. Ein Stadtelternbeirat aber hätte allein die kommunalen Häuser repräsentieren können, erläuterte Monat, also lediglich die Hälfte der 16 Betreuungsstätten in allen Stadtteilen.

Eltern aus zwölf Kitas versammeln sich

Mütter und Väter aus zwölf von 15 Kitas versammelten sich im Rathaus und beschlossen nun eine Geschäftsordnung. Sie hält als Ziel fest, Kontakte zu anderen Einrichtungen, Trägern und politischen Gremien zu schaffen und zu pflegen. Angestrebt wird laut der Satzung auch, die Mitbestimmung der Erziehungsberechtigten zu fördern. Jede Kita kann zwei Vertreter entsenden, hat aber nur eine Stimme. Die Runde darf selbst entscheiden, ob ihre Sitzungen öffentlich sind.

Geregelt ist auch die Zusammenarbeit mit der Politik, der Fachbereich 5, Jugend und Soziales, ist Ansprechpartner. Er muss die Gruppe über Änderungen informieren, die Grundsätze der pädagogischen Arbeit betreffend, Zweckbestimmung der Kitas und bauliche Veränderungen, Satzung und Gebühren, Betreuung und Öffnungszeiten. Die Stadtelternvertretung kann Stellungnahmen abgeben, Sprecher von Trägerorganisationen, Politik oder andere Sachkundige einladen.

Als Vorsitzende wurde Monique Stork von der Arche Noah gewählt, Stellvertreterin ist Marina Schwabe (Kita Raabestraße), Schriftführerin Catalin Ritter (Schulkindbetreuung Goethe-Kids), deren Stellvertreterin Sonja Dietz (Kita Bürgerpark). „Damit ist ein langer und wichtiger Weg zurückgelegt“, den Gudrun Monat als „Hebamme“ bis zur Geburt begleitet habe, würdigte die Vorsitzende.

Wahl verläuft reibungslos

Monique Stork dankte im großen Sitzungssaal für das Interesse an den Kindern und ihren Bedürfnissen. Die Wahl lief reibungslos und flott, berichtete sie. Das lasse auf gute Zusammenarbeit hoffen. „Eine Kommune braucht ehrenamtliches Engagement - wo ist das einfacher einzubringen als in der Stadt, in der man lebt“, betonte die Stadträtin. Parlamentschef Harald Winter wünschte dem neuen Gremium „Spaß und Erfolg“ und versprach ein stets offenes Ohr.

Bürgermeister Daniel Tybussek hätte sich „einen anderen Auslöser für die Gründung als die Proteste gegen die Gebührenerhöhungen“ gewünscht. „Mühlheim ist die Stadt des bürgerschaftichen Engagments“, betonte er, 180 Vereins gibt’s, dazu einen der ersten Ausländerbeiräte im Land und das Jugendforum. Auch Vertreter der Parteien gratulierten.

Gastgeberin Monat lud nach dem offiziellen Akt zum geselligen Teil ins Foyer ein. Eltern und Erzieherinnen aus einigen Kindertagesstätten hatten ein kleines Büfett mit Speisen und Getränken angerichtet und förderten so die Begegnungen von Eltern und Mitarbeitern der verschiedenen Einrichtungen und den Kommunalpolitikern.

M.

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