Corona

Mann bekommt vier Impftermine – Seine Frau darf keinen davon wahrnehmen

Moderna-Impfstoff
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Ein Senior aus Mühlheim bekommt mehrere Impftermine.

Ein Mann aus Mühlheim im Kreis Offenbach soll viermal zum Impfen erscheinen. Die Verteilung der übrigen Termine findet seine Frau „skandalös“.

Mühlheim – Ein 92 Jahre alter Mann aus Mühlheim hat mehrere Impftermine bekommen. Wie berichtet, vergibt das Land Hessen scheinbar unabsichtlich Termine doppelt – trotz zu wenig Impfstoff. Bei dem nun vorliegenden Fall wollte die 73-jährige Ehefrau den Impftermin ihres Mannes stattdessen wahrnehmen. Im Heusenstammer Impfzentrum wird ihr das aber verweigert.

„Mein Mann hatte am 9. März seinen ersten Impftermin, am 30. März den zweiten. Vor drei Wochen bekam mein Mann erneut zwei Impftermine zugesendet, einen für den 26. März, um kurz nach 18 Uhr, den zweiten am 16. April“, berichtet die Frau, die namentlich nicht genannt werden möchte. Sie habe dann mit einer Beraterin der Nummer 116117 telefoniert und sie gefragt, ob sie stattdessen den zweiten Termin wahrnehmen dürfe, „da ich schon seit fünf Wochen auf einen Impftermin warte“. Die Beraterin habe ihr geraten, mit den Unterlagen zum Impfzentrum zu fahren und es zu versuchen.

Mühlheim (Kreis Offenbach): Ehefrau kann Termin nicht nutzen – „ich finde das skandalös“

Die Mühlheimerin fuhr mit ihren Unterlagen nach Heusenstamm. Ihren Mann mit dessen Erstunterlagen habe sie mitgenommen. Doch vor Ort sei ihr die Übernahme des Termins verweigert worden. „Ich finde das sehr skandalös, zumal Gesundheitsminister Spahn und Herr Wieler vom Robert-Koch-Institut die Leute aufgefordert haben, wie und wo auch immer sich impfen zu lassen, wenn sie die Möglichkeit geboten bekommen.“

Sie habe den Vorfall erneut einem Mitarbeiter der bundesweiten Hotline geschildert, der sei zwar ebenfalls überrascht gewesen, habe aber darauf hingewiesen, dass die Impfreihenfolge Ländersache sei und er daher nicht eingreifen könne. Der Hotline-Mitarbeiter habe berichtet, dass er solche Fälle mehrmals täglich erlebe.

Mühlheim im Kreis Offenbach: Übrige Dosen des Impfstoffs sollen die Impfzentren verteilen

Das Innenministerium Hessens verweist auf Anfrage erneut darauf, dass eine doppelte Vergabe von Impfstoffen aus technischen Gründen nicht möglich sei und nur bei einer parallelen Registrierung über Internet und Callcenter eintreten könne. In begründeten Fällen könnten sich Callcenter-Mitarbeiter über die Warnung des Systems hinwegssetzen. „Das Land lässt die erfolgten Registrierungen speziell über die Callcenter turnusmäßig auf Mehrfachanmeldungen prüfen“, teilt ein Sprecher des Innenministeriums auf Anfrage mit.

Für die Vergabe übrig gebliebener Impfstoffe, die etwa durch nicht wahrgenommene Termine entstehen, sei nicht das Land, sondern das jeweilige Impfzentrum zuständig. Generell seien deswegen aber noch keine Dosen entsorgt worden: „Bislang konnten Impfdosen nur in Einzelfällen nicht genutzt werden. Hintergrund waren hauptsächlich verunreinigte Chargen. Fälle von Impfstoffvernichtung aufgrund überzähliger Dosen, die nicht verimpft werden konnten, sind dem Land aktuell nicht bekannt.“

Mühlheim: Corona-Impfreihenfolge muss beachtet werden

Vom Kreis Offenbach, der das Impfzentrum in Heusenstamm mit dem Unternehmen Ecolog Deutschland GmbH betreibt, heißt es auf Anfrage, dass die Vergabe von nicht genutzten Terminen einem festen Schema folgt. Demnach würden Personen kontaktiert, die bereits beim Land registriert seien und bereits einen Impftermin haben. Zudem werde noch die Impfreihenfolge mit beachtet. Dass die Mühlheimerin also in diesem Fall abgelehnt wurde, habe zum einen damit zu tun, dass sie noch keinen Impftermin hatte und zudem in der Reihenfolge weiter hinten stehe. (Von Lukas Reus)

Auch in Rödermark hat ein Senior einen Impftermin zu viel bekommen. Der hat schon länger ein schlechtes Verhältnis zur Medizinbürokratie.

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