Bürgerinitiative kündigt Aktionen an

Pächtersuche bei der Mainfähre scheitert an geeignetem Personal - Ist die Fähre noch zu retten?

Blauer Kahn im Asyl: Barde Rudi Eitel würde lieber heute als morgen die Fähre aus dem Frankfurter Osthafen wieder ans Mühlheimer Mainufer ziehen.
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Blauer Kahn im Asyl: Barde Rudi Eitel würde lieber heute als morgen die Fähre aus dem Frankfurter Osthafen wieder ans Mühlheimer Mainufer ziehen.

Die Pächtersuche bei der Mainfähre in Mühlheim scheitert an geeignetem Personal. Eine Bürgerinitiative kündigt jetzt Aktionen an.

Mühlheim – „Natürlich bin ich tief enttäuscht“, sagt der Mühlheimer Barde und Unterstützer der Bürgerinitiative Fähre Rudi Eitel. „Nur allzu gerne wäre ich dabei gewesen, wenn im Frühjahr die Fähre aus ihrem Asyl im Frankfurter Osthafen befreit und zwischen Mühlheim und Dörnigheim wieder in Betrieb gegangen wäre.“ Er vermisse beim Kreis Offenbach „das Herzblut und den Einfallsreichtum, mit dem man in so einer Herzensangelegenheit vorgehen sollte“. Petra Schneider, eine der Sprecherinnen der Bürgerinitiative, nennt die am Donnerstagnachmittag vom Kreis verbreitete Nachricht, das Vergabeverfahren sei ohne Ergebnis beendet worden, einen Schock. „Ich dachte, ich les nicht richtig.“ Schneider gibt sich kämpferisch: „Das werden wir nicht akzeptieren, die Fehler sind zu massiv.“ Schneider kündigt Aktionen der Bürgerinitiative an.

Mühlheim: Betreiber für Fähre gesucht

Vonseiten des Kreises, der zunächst wenig ausführlich über das ergebnislose Vergabeverfahren informiert hatte, gab es gestern auf Nachfrage doch noch einige Details. Auf das öffentliche Interessensbekundungsverfahren, was dazu dient, zu sehen, wer Interesse hat, den Fährbetrieb zu führen, habe es einen Bewerber aus der Region gegeben, sagt Kreissprecherin Ursula Luh. Bei diesem waren die Formalien nicht erfüllt. Trotzdem habe man mangels anderer Bewerber dem Interessenten eine Chance gegeben, ihn zu einem Gespräch gebeten und ihn aufgefordert, ein sogenanntes indikatives Angebot einzureichen. „Da mussten wir feststellen, dass es nicht ausreicht“, berichtet Luh. Der Bewerber habe kein geeignetes Personal vorweisen können.

Zudem sei während des Bekundungsverfahren „ein großer Dienstleister aus der Region“ mit dem Interesse an den Kreis herangetreten, in das Fährengeschäft einzusteigen. Dieser sei letztendlich aber abgesprungen. Der Grund: kein geeignetes Personal. Nun wolle man mit den Kommunen Mühlheim und Maintal prüfen, ob es nach der zweiten Ausschreibung überhaupt noch weitere Optionen für einen Fährbetrieb gebe. Der Kreistag beschäftigt sich am 19. Februar ebenso mit dem Thema.

Mühlheim: Ist die Fähre noch zu retten?

Sein Bedauern, dass das Ausschreibungsergebnis nicht zu einer Wiederaufnahme des Fährbetriebs führen wird, bekundet auch Bürgermeister Daniel Tybussek. „Umso mehr begrüßen wir die Initiative des Kreises Offenbach, weiterhin und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.“ Alles Weitere werden die nächsten Wochen zeigen, betont er. „Wir sind uns sehr wohl unserer Verantwortung in dieser Angelegenheit bewusst.“

Für Barde Rudi Eitel ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Er hofft, „dass alle Beteiligten noch einmal mit vielleicht ganz neuen, kreativen Ideen an die Sache herangehen. Eine nötige Verkehrswende braucht mutige und neue Vorgehensweisen.“

VON RONNY PAUL

Die Opposition will die drohende Stilllegung der Fähre in Mühlheim nicht hinnehmen.

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