Kinder und Jugend

Schnitzeljagd zur Schatztruhe: Kinder haben bei Ferienaktion des Naturschutzbundes viel Spaß

Auch ein Insektenhotel wird während der Ferienaktion des Nabu gebaut. FOTO: M
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Auch ein Insektenhotel wird während der Ferienaktion des Nabu gebaut.

„Die Vogelhäuser und das Rätsel waren cool!“ Die zehnjährige Lena ist total begeistert von der Tour rund um den Gailenberg. Auch den beiden gleichaltrigen Mädchen Emilia und Leonora hat die Schnitzeljagd mit Schatztruhe und verschlüsselten Wegbeschreibungen gefallen. Das Ziel der Ferienaktion des Naturschutzbunds (Nabu) ist die Wiese, auf der sie nun ein Insektenhotel einrichten. Und das Lösungswort der Quizfragen auf dem Rundgang lautet „Kuckuck“.

Mühlheim – Die zehn Kinder zwischen acht und zwölf Jahren toben ausgelassen und fröhlich mit Saya über die Wiese. Die zehn Monate alte Boxerhündin von Peter Rosenbaum hat offenbar genauso viel Vergnügen an der Geselligkeit im Freien wie die Mädchen und Jungen. Geschwister sind dabei, einige Klassenkameraden und Teilnehmer, die bis vor drei Stunden keinen der anderen gekannt haben. „Das ist ganz schön mutig“, findet Rosenbaum. Aber für alle ist es einfach nur toll, bei der Aktion des Nabu mitmachen zu dürfen.

Mutig ist auch das Team um Ernst von Hermanni, das für jeden Tag dieser Woche ein Abenteuer in der Natur vorbereitet hat. Der Sprecher der Nabu-Ortsgruppe hält es für sehr kritisch, wenn dem Nachwuchs Treffen und Angebote, Bewegen und Erkunden vorenthalten werden. In den Herbstferien zimmerte die Gemeinschaft mit jungen Naturschützern Nistkästen. Diesmal hat ein Dutzend mithilfe von Kompassnadeln Kinderstuben heimischer Vogelarten angesteuert.

1250 Kästen sind in der Gemarkung platziert

Dazu zählen Meisen, Wendehals und Wiedehopf. Ihre Behausungen seien an den unterschiedlichen Formen und Einfluglöchern zu erkennen, erläutert Doris Ritz. Die Kästen für den Trauerschnäpper haben sogar zwei, weil dieser Sänger mehr Licht braucht. „Es geht um Orientierung in Wald und Feld, Vögel am Zwitschern und im Flug zu erkennen“, fährt die Ehrenamtliche fort. Ihr ist es ein Anliegen, „dass der Nachwuchs die Lebensräume und Zusammenhänge erkennt, und versteht, was geschieht, wenn Arten in dieser Kette ausfallen“.

Acht Adressen haben die Forscher unter die Lupe genommen, „insgesamt hängen in der Gemarkung 1250 Kästen für zehn Arten“, informiert von Hermanni. Er hat auch das klassische Insektenhotel vorbereitet, an das er mit Alois Lotz und Viertklässlerin Leonora zwei Holzbeine schraubt. Die metallenen Füße werden wiederum im unebenen Boden auf der Ostseite des Bergs fixiert. Die Runde legt halbierte Baumscheiben, gebrochene Ziegelsteine und hohle Halme eines japanischen Grases rein, das an der S-Bahn wuchert.

Unterschiedliche Angebote

Das Arrangement werde vor allem Wildbienen anlocken, heißt es. 600 Arten gibt es in Mitteleuropa, etwa 50 auf der höchsten Erhebung der Mühlenstadt, lernen die Beteiligten. Noch ein gerahmter Hasendraht davor, und die ersten „Zimmer“ können bezogen werden. Das gilt auch für die Benjeshecke, die im Norden der Lichtung entsteht. Mit vereinten Kräften schneiden einige Mädchen Äste von Totholz ab, ein paar Jungs bohren mit einer Spirale Löcher für Pfähle. Die sollen dem Wall aus gestapelten Zweigen, Versteck für viele Tiere, Halt bieten.

Zum Beispiel Igeln. Zehn der stacheligen Kameraden haben die Wildtierfreunde in Maintal aufgepäppelt. Sie werden von den Nabu-Leuten am Abend, wenn sie sich besser orientieren können, am Waldrand ausgewildert. Heute begibt sich eine neue Gruppe an der Bieber auf die Spuren des Bibers und wird das Leben im Bach unter die Lupe nehmen. (Von Michael Prochnow)

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