Komplizierter Einsatz für Feuerwehr

Schwelbrand im Holzspäne-Silo

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Die Feuerwehr im Einsatz beim Schwelbrand im Holzspäne-Silo der Schreinerei Kramwinkel.

Mühlheim - Ein Brand im Holzspäne-Silo der Schreinerei Kramwinkel hat Mühlheims Feuerwehren gestern für Stunden auf Trab gehalten. Es gab keine Verletzten. Bisher unklar: Auslöser und Schadenshöhe des Feuers. Von Marcus Reinsch

Wolfgang Kramwinkel hat oft Grund für gute Laune. Mühlheim kennt ihn als Fundament und Seele der Kolping-Karnevalisten und Kerb-Guru in Dietesheim. Natürlich auch als Kreishandwerksmeister. Dass er heute in der Zeitung auftaucht, darf hingegen gerne ein einmaliges Ereignis bleiben: Ein Schwelbrand im Holzspäne-Silo der Schreinerei Kramwinkel an der Industriestraße hat gestern Dutzende Rettungskräfte aus Mühlheim, Dietesheim und Lämmerspiel auf Trab gehalten.

Was genau die 40 oder 50 Tonnen zum Heizen der Gebäude des Familienunternehmens aus der Produktion gesammelten Späne entzündete, sei bisher unklar, sagt der neben Wolfgang Kramwinkel als Geschäftsführer wirkende Florian Kramwinkel am Nachmittag auf Anfrage unserer Zeitung. Da sei noch Ursachenforschung fällig. Erstmal viel wichtiger sei, dass es beim Löschen keine Verletzten gab. Außerdem, dass die Feuerwehr schnell und effektiv gearbeitet habe und sich der Produktionsausfall auf ein oder zwei Tage beschränken werde.

Ein Schwelbrand an sich zählt nicht zu den großen Katastrophenszenarien der Feuerwehrstatistik. Was den bis zum Nachmittag dauernden Einsatz so langwierig machte, war der Umstand, dass sich alles zunächst in einem gemauerten Silo abspielte. Der Turm misst fünf Meter in Breite und Länge und acht Meter in der Höhe. Er sei zum Glück nur etwa zu einem Viertel gefüllt gewesen, sagt Florian Kramwinkel.

Archivbilder

Brennenden Sperrmüll direkt bei der Feuerwehr abgeladen: Fotos

Allein: Einfach fluten konnte die Feuerwehr das Silo nicht. Denn Holzspähne quellen auf, wenn sie durchnässt werden. Die Steigerung des Volumens wiederum steigert die Gefahr, dass das Gebäude Schaden nimmt oder irgendwann platzt wie eine in kochendem Wasser vergessene Wurst. Also bestellten die Einsatzkräfte ein Spezialunternehmen, das die Spähne aus dem Silo saugte und auf dem Areal einer anderen Firma löschte. Bis dahin sorgte die Sprinkleranlage des Silos, die mit kleinen Portionen Flüssigkeit verhindern hilft, dass aus dem Schwelbrand ein richtiger wird, für Kontrolle.

Dass es brennt, war am frühen Morgen entdeckt worden. Die Feuerwehr wurde um 7.30 Uhr alarmiert. „In der Hochzeit waren sieben Fahrzeuge und 40 Einsatzkräfte aller Wehren aus Mühlheim, Dietesheim und Lämmerspiel im Einsatz“, bilanziert Stadtbrandinspektor und Einsatzleiter Lars Kindermann. Vor Ort sei der Brandgeruch sofort deutlich wahrnehmbar gewesen. Mit Hilfe einer Drehleiter gelang der Blick ins Silo, um die Lage zu sondieren. Dabei sei dann auch der Flammenschein zu sehen gewesen.

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