Jugendsport

Seit Montag darf der Fußball-Nachwuchs der Spvgg Dietesheim wieder auf dem Platz trainieren

Der Fußball-Nachwuchs der Sportvereinigung Dietesheim darf seit Montag bis auf Weiteres wieder auf dem Platz trainieren.
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Der Fußball-Nachwuchs der Sportvereinigung Dietesheim darf seit Montag bis auf Weiteres wieder auf dem Platz trainieren.

Vier Jungs, alle um die sechs Jahre alt, flitzen wie auf Kommando übers Feld, Jubelschreie ausstoßend, lassen sich theatralisch ins Grün fallen. Dann versammeln sie sich brav um ihren Trainer. Mehr als vier Monate hat kein Stollen die Grasnabe massiert, jetzt toben die Racker vom G-Junioren-Team wieder über den Platz der Sportvereinigung Dietesheim.

Mühlheim – Seit Montag darf der Fußball-Nachwuchs wieder trainieren. Ob das auch nächste Woche noch gilt, wissen Jugendleiter Mario Marx und die Übungsleiter nicht.

Bis zur C-Jugend treffen sie sich wieder – in dieser Altersklasse allerdings nur die Spieler, die noch nicht 15 sind. Bis zum Spielfeld müssen alle Maske tragen, Eltern haben grundsätzlich Platzverbot. Sie sollen ihre Sprösslinge am Eingang verabschieden und 90 Minuten später wieder abholen, lautet die Regel, mit der eine Ansteckung mit dem Corona-Virus verhindert werden soll.

Rituale seien bei der Arbeit mit Kindern wichtig

Trainer Rocco Zumpano hat die Gruppe der 17 Jüngsten geteilt, acht kommen am Dienstag, neun am Donnerstag. Die ersten standen schon lange vor 17 Uhr aufgeregt am Eingang, berichtet er. Jetzt lässt er jeden Spieler aus seinem Quartett im Lauf den Ball um flache Plastikhütchen und Stangen führen. Dann üben sie einen Freistoß, treten den Ball mit Anlauf in Richtung eines kleinen Tors, das er in zehn Meter Entfernung aufgestellt hat.

„In der Arbeit mit den Kindern sind Rituale ganz wichtig“, erklärt der Fußballlehrer. Darum beginnt jede Begegnung im Kreis. „Alle sitzen exakt zwei Minuten ganz ruhig zusammen und entspannen. Dann trampelt die Mannschaft mit den Füßen auf den Boden“, schildert Zumpano. Schließlich klatscht die Runde rhythmisch, um das Wir-Gefühl zu stärken. „Danach dürfen sich die Kinder zehn Minuten mit den Bällen austoben.“ Es folgen Übungen, mit denen sie die Koordination stärken, am Ende wird ein Match angepfiffen. Eigentlich. Denn Spiele sind nicht mehr erlaubt – außer für die Profis. „Die Jungs haben das verstanden, sie sind gut informiert“, hat der Trainer beobachtet.

Seit zwei Jahren ist Zumpano Übungsleiter

„Du musst dich auf jedes Training vorbereiten“, betont Zumpano, der Vater von Zwillingen ist. „Auch Trinkpausen sind bei den Kleinen ganz wichtig.“ Schon sehr früh gefiel ihm der Job auf dem Rasen.

Seit zwei Jahren besitzt er nun die Übungsleiterlizenz und hat die Erfahrung gemacht, dass sich die Schüler in diesem Alter noch gut formen lassen. Während des Lockdowns hat er seiner Truppe Aufgaben geschickt, die sie zu Hause „hellauf begeistert“ ausgeführt haben.

Sport sei für die soziale Entwicklung der Kinder wichtig

Also dribbelten die kleinen Aktiven im Wohnzimmer, im Garten oder auf dem Balkon mit dem Ball um Plastikflaschen oder hoben das Spielgerät mit dem Fuß in einen Wäschekorb. Mama oder Papa filmten die Versuche, der Trainer schnitt die Aufnahmen zu einem Video zusammen und unterlegte es mit Musik.

„Der gemeinsame Sport ist für die soziale Entwicklung der Kinder wichtig. Wir hoffen, dass der Inzidenz-Wert nicht weiter steigt“, antwortet Jugendleiter Marx auf die Frage, wie’s weitergeht. „Wir hangeln uns von Woche zu Woche.“ (Von Michael Prochnow)

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