Mühlheim

Bündnis „Bunt statt Braun“: Unterstützung für Flüchtende gefordert

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Das Mühlheimer Bündnis für Solidarität, Vielfalt und Toleranz „Bunt statt braun“ hat seinen Stand an der Bahnhofstraße aufgebaut. 

Auch wenn das Coronavirus Gesprächsthema Nummer 1 ist, Nachrichten und das Fernsehprogramm dominiert, bleiben doch noch andere Problemfelder zu beackern. Ein Mühlheimer Bündnis macht auf die Situation von Flüchtenden an der europäischen Außengrenze aufmerksam.

  • Das Bündnis „Bunt statt Braun“ macht viele Aktionen in Mühlheim.
  • Sie informieren über die Situation von Flüchtenden an den Grenzen Europas.
  • Das Bündnis setzt sich für ein Leben in Vielfalt ein.
Mühlheim - Das Mühlheimer Bündnis für Solidarität, Vielfalt und Toleranz „Bunt statt braun“ machte am Wochenende vorm Buchladen auf die Situation von Flüchtenden an der Außengrenze der Europäischen Union aufmerksam. Dabei warnten die Aktiven vor dem erstarkenden Rassismus.

Mühlheim: Solidarisch mit der Aktion „Sicherer Hafen“

Die Gruppe informierte in der Einkaufsmeile auch über einen Beschluss in ihren Reihen. Darin fordert das Bündnis die Stadtverordnetenversammlung und den Magistrat der Mühlenstadt dazu auf, sich solidarisch mit der Aktion „Sicherer Hafen“ zu zeigen und sich grundsätzlich bereit zu erklären, „einen eigenen Beitrag zur Unterbringung weiterer Geflüchteter in Mühlheim zu leisten“. Bundesweit beteiligen sich mehr als 140 Kommunen an der Hilfe, die Menschen auf der Flucht „ein gutes Ankommen in Deutschland ermöglichen möchte“, berichtete Otto Wagner, einer der Sprecher des Bündnisses.

Bündnis „Bunt statt Braun“ Viel Präsenz in der Öffentlichkeit in Mühlheim

Der Zusammenschluss wandte sich zuletzt mit dem Frauen-Frühstück, einer Feier zum internationalen Frauentag und mit Plakaten gegen Ausgrenzung. Der Buchladen hat sein Schaufenster mit Literatur zum Thema ausgestattet. „Uns ist es auch wichtig, dass die Mühlheimer uns sehen, dass wir informieren und im Gespräch bleiben“, begründete Anja Waldschmidt die Präsenz in der Öffentlichkeit.

„Wir dürfen nicht die schweigende Mehrheit sein“, meinte die Leiterin der Lämmerspieler Brüder-Grimm-Schule. „Wir merken, dass nach den Vorfällen von Hanau immer mehr Leute nicht nur dasitzen wollen.“ Karnevalisten haben den Rassismus bereits in der Fastnacht thematisiert. „Viele Bürger wollen sich klar positionieren und Gesicht zeigen“, bemerkte die Pädagogin in den vergangenen Wochen. Zumindest in Mühlheim passiere in diesem Sinne schon sehr viel. Ingrid Till mahnte dabei den Rechtsruck bei Wahlen an.

Mühlheim: „Wir dürfen nicht die schweigende Mehrheit sein“

Wagner argumentierte für die Öffnung der Stadt für Menschen in Not: Vor 75 Jahren mussten viele Deutsche ihre Heimat verlassen und fanden in anderen Ländern Aufnahme. Und waren 2015 viele Behörden überfordert, so habe die Gesellschaft mit großem ehrenamtlichen Engagement die Zusicherung der Kanzlerin bewahrheitet und die Versorgung der Geflüchteten geschafft. „Man darf eben nicht nur jammern“, resümierte Wagner, „sondern muss die Leute mitnehmen und aufklären“.

Mühlheimer Bündnis „Bunt statt Braun“: Erinnerungskultur und Demokratie

Wichtig ist dem Senior die Erinnerungskultur. Die Geschichte mit Verfolgung und Widerstand im Krieg dürfe nicht negiert werden, wie es AfD-Mitglieder nach seiner Meinung immer wieder praktizieren. Für Schulleiterin Waldschmidt ist es eine bedeutende Aufgabe, „kritische Kinder zu erziehen“, mit ihnen zu diskutieren und so Demokratie zu üben. Die Eltern stärken ihr den Rücken, betonte die Lehrerin, „als Brüder-Grimm-Schule sind uns eine bunte Gesellschaft und das Leben in Vielfalt sehr wichtig“.

Diese Basis-Pädagogik möchte Wagner auch auf die Massenunterkünfte der Flüchtlinge in den verschiedenen Ländern übertragen. Er unterstütze darum das Anliegen, dass Kinder dort Englisch lernen, um einen Zugang zu Bildung zu erhalten. In der Weltsprache könnten die Mädchen und Jungen überall kommunizieren, was eine Integration erheblich erleichtere. Die Gruppe verteilte an der Bahnhofstraße ihre Aufrufe zur Solidarität und führte mit Passanten Gespräche.

Von Michael Prochnow

Die Innenstadt von Mühlheim eignet sich gut für Öffentlichkeitsarbeit: Im Gegensatz zu vielen anderen Innenstädten in Groß- und Kleinstädten ist die Mühlheimer Fußgängerzone sehr belebt.

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