SOMMERFRAKTION

Unterwegs im Naherholungsgebiet: CDU informiert sich über die Arbeit der Ordnungspolizei

Treffpunkt Naherholungsgebiet: Mühlheims Ordnungspolizisten informieren Christdemokraten und weitere Interessierte über ihre Arbeit.
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Treffpunkt Naherholungsgebiet: Mühlheims Ordnungspolizisten informieren Christdemokraten und weitere Interessierte über ihre Arbeit.

Das Naherholungsgebiet Steinbrüche bleibt ein Dauerbrenner – auf der politischen Bühne wie rund um den Grünen See. Das Gelände im Süden von Dietesheim ist einfach sehr attraktiv und darum zu bekannt. Selbst an einem unverdächtigen Werktag, als sich die CDU mit weiteren interessierten Bürgern und Vertretern der Ordnungspolizei zur Sommerfraktion traf, standen Autos aus benachbarten Landkreisen und entfernten Regionen auf den Parkplätzen.

Mühlheim – Den Christdemokraten ging es um die Sicherheit zwischen Gewässern und Steilwänden, Wanderwegen und Vereinsheimen. Fraktionsvorsitzender Marius Schwabe wies auf markierte Feuerwehrzufahrten und unübersehbare Hinweisschilder hin, die viele Verbote mit saftigen Strafen verbinden. So ist grillen nur mit einer Erlaubnis auf dem eingerichteten Platz gestattet.

Angeln, zelten, nicht angeleinte Hunde, Boot fahren und vor allem schwimmen kostet zwischen 100 und 250 Euro – wenn man dabei erwischt wird. Über die exakte Höhe der Strafe können die Uniformierten nach Sachlage entscheiden, erläuterten Rico Bolender und Horst Gimbel von der Ordnungspolizei ihren 20 Zuhörern. Die gehen nur noch zu zweit auf Streife, nachdem einer von ihnen beworfen und bedrängt wurde.

Ordnungskräfte haben mit dem Andrang zu kämpfen

Die Mitarbeiter von Fachbereichsleiterin Anja Schöne berichteten, dass ihre Einflussmöglichkeiten begrenzt seien. Oft stehen sie großen Gruppen, Haltern von sogenannten Listenhunden, die aggressiv sein können, oder Badenden, die wenig Einsicht für die Verbote zeigen gegenüber. Besonders an sommerlichen Wochenenden während des Lockdowns, als das Reisen fast unmöglich war, registrieren sie einen enormen Ansturm von Ausflüglern.

Ähnlich sehe die Situation an sonnigen Tagen am Main aus. Dort blockieren Fahrzeugführer mit ihren Wagen regelmäßig die Zufahrten für das schwere Gerät der Feuerwehren. Wie kann die Lage verbessert werden? „Rigoros aufschreiben und abschleppen lassen“, meint einer der Männer. Ein Teilnehmer an der Runde schlug fürs Naherholungsgebiet eine Kamera-Überwachung mit Drohnen und Body-Cams vor, die an der Kleidung der Wachleute getragen werden könnten. Diese Praxis gerate jedoch in Konflikt mit dem Datenschutz, gaben die Kollegen zu bedenken. In Hanau werde die Kontrolle des Marktes mit technischem Gerät jedoch akzeptiert. Um hartnäckigen Vorurteilen den Wind aus den Segeln zu nehmen, klärten die Fachleute auf: Während sich die Landespolizei auf Straftaten konzentriere, nehmen die Angestellten aus dem Rathaus vor allem Ordnungswidrigkeiten zu Protokoll. „Wir kennen die kommunalen Gesetze und Gegebenheiten oft besser“, sagte Gimbel. Auf eine Pistole am Halfter verzichten sie gerne, ihnen genüge der Teleskop-Schlagstock.

Wunsch nach Personalaufstockung

Wünsche? – „Deeskalation durch massives Auftreten“, antwortet Bolender und verfolgt interessiert die Schilderungen von früheren Einsätzen mit Abteilungen der Bereitschaftspolizei, die an der Fachhochschule in Mühlheim beheimatet ist. Im Raum stehe das alte Anliegen, das Personal der Ordnungskräfte aufzustocken. Normalerweise haben sie abends wie am Wochenende dienstfrei. Dazu komme, dass sich Frauen im Mutterschutz befinden, Mitglieder der Einheit in Urlaub, auf Fortbildung oder krank seien.

In Kürze setzt die CDU ihre Sommerfraktion fort, besucht etwa die Feuerwehr, den Neubau der Markwaldschule und die Willy-Brandt-Halle. (Von Michael Prochnow)

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