Angriff auf die Lachmuskeln

Spaßtheater übt für „Die unglaubliche Geschichte vom gestohlenen Stinkerkäs“

Proben für die Premiere: Das Ensemble des Spaßtheaters bereitet den nächsten Angriff auf die Lachmuskeln vor. Foto: m
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Proben für die Premiere: Das Ensemble des Spaßtheaters bereitet den nächsten Angriff auf die Lachmuskeln vor.

Weit aufgerissene Augen, offene Münder und ausgestreckte Arme: Wenn es auf die heiße Phase der Proben zugeht, wird manchmal deutlich, warum das Spaßtheater eine Abteilung der Turngemeinde Lämmerspiel (TGL) ist.

Mühlheim –  Auf der Bühne an der Fritz-Erler-Straße geht es auch abends ziemlich sportlich zu, wenn die Mimen den nächsten Angriff auf die Lachmuskeln vorbereiten.

„Das ist das blödeste, was ich je gehört habe!“ Die Dame plustert sich mit Spott und Empörung auf, ihre Freundinnen stärken ihr kopfschüttelnd den Rücken. „Hosen ausziehen, um einen Dieb zu fesseln!“, höhnt die erste, „das müsst ihr uns mal vormachen!“ Aus der Nummer kommen die Männer in den besten Jahren nicht mehr raus, erkennt der Zuschauer. Und jetzt fangen die beim Flunkern Ertappten auch noch an, an ihren Gürteln zu nesteln ...

Für die Proben genügt ein Damen-Fellschal, der dem vermeintlichen Dieb um die Oberschenkel gebunden wird. Was die Version mit den Hosen-Fesseln nicht glaubhafter macht. Wie die Szene in den Vorstellungen aussehen wird – das Publikum sollte sich auf schockierende Bilder einstellen. Und es kommt noch schlimmer: Dem ausgedeuteten Opfer Hubert wird der gestohlene Stinkerkäs’ in die Tasche des Kapuzenpullis geschoben, ohne dass er es merkt.

„Spaß haben und Spaß bringen“ lautet das Motto der Truppe in der TGL-Halle. Und den haben sie. Zum Beispiel wenn „Hubert“ beim Griff der Dame in seine Taschen fast unbemerkt die Regieanweisung „Tiefer!“ gibt. Was sie dort findet, ist nicht das Happy End der „unglaublichen Geschichte vom gestohlenen Stinkerkäs’“, eher ein weiterer Höhepunkt.

„Die erste Hälfte steht“, sagt Regisseurin Dagmar Blöcher und klappt ihren Block zu, auf dem sie immer mal wieder Ideen und Kritik an bestimmten Darstellungen notiert. „Es stockt halt, wenn einer fehlt.“ Auch heute ist das der Fall, eine Mitspielerin liest die Passagen des Verhinderten aus dem Textheft, während die anderen ihre Parts schon weitgehend auswendig beherrschen.

Worum geht’s eigentlich in der Komödie von Bernd Gombold? – Es ist kein Morgen wie jeder andere, als Schreiner Sepp in seiner Werkstatt erwacht. Am Abend zuvor hat er bei der Jubiläumsfeier der 110-jährigen TSV-Fußballer zu viel gebechert und kann sich an so gut wie nichts mehr erinnern. In seiner Werkstatt findet er eine Leiter mit einer abgebrochenen Sprosse, dazu vermisst er seinen Geldbeutel.

Sohn Frank geht es nicht viel besser, er hat einen kaputten Fensterladen mit nach Hause gebracht. Selbst Polizist Sigmund hat Probleme, seine Mitbringsel aus der vorausgegangen Nacht sind eine Kopfverletzung und eine abgebrochene Leitersprosse. Außerdem hat er die Hosen vom Schreiner Sepp an. Die Pfarrhaus-Sekretärin klagt über einen gestohlenen „Stinkerkäs’“ und Dirigent Hubert darüber, dass in der Nacht jemand ins Zimmer seiner Tochter eingedrungen sei. Genügend ungelöste Fragen also für eine heitere Aufklärungsarbeit.

"  Die startet als Premiere am Samstag, 28. März, um 19 Uhr. Weitere Aufführungen folgen am Sonntag, 29. März, sowie am Wochenende 3. bis 5. April, jeweils um 19, sonntags um 17 Uhr in der TGL-Halle. Karten halten die Postagentur an der Mühlheimer Straße und der Mühlheimer Buchladen (Bahnhofstraße 17-19) bereit.

VON MICHAEL PROCHNOW

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