„Kommt vorbei, feiert mit!“

Sport-Union Mühlheim feiert 75. Geburtstag

75 Jahre Sport-Union: Vorstand und Abteilungsleiter freuen über den runden Geburtstag. 
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75 Jahre Sport-Union: Vorstand und Abteilungsleiter freuen über den runden Geburtstag.

Die Sport-Union Mühlheim feiert 75. Geburtstag. Dabei kann der Verein auf eine viel längere Tradition zurückblicken. 

Mühlheim – Ob Musizieren, Volleyball, Turnen, Tanzen, Leichtathletik oder Schach – die Sport-Union Mühlheim ist ein echtes Multitalent und das seit 75 Jahren. Über die Zeit kamen und gingen viele Abteilungen, manche gründeten selbstständige Vereine wie den Budo-Club und wieder andere sind der Sport-Union bis heute treu. Das Jubiläum, so hat man beschlossen, soll sich jedoch nicht auf ein einziges Fest beschränken, vielmehr will die Sport-Union das ganze Jahr lang allgegenwärtig in den Köpfen der Menschen sein. Dafür verteilte sie bereits eigene Kalender, in denen alle Veranstaltungen des Vereins im laufenden Jahr verzeichnet sind – und das ist pro Monat mindestens eine.

Als der Verein im November 1945 – unter anderem auf Anregung des damaligen Bürgermeisters Anton Dey – gegründet wurde, stellte er für die Menschen einen Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg dar. Es sei doch sehr verwunderlich, dass die Mühlheimer, die damals ganz andere Probleme hatten, an die Gründung eines Vereins dachten, reflektiert Ehrenvorstandsmitglied Horst Lehr. Allerdings sei dieser Sport- und Freizeitverein damals ein Ventil für die Mühlheimer gewesen, um den Krieg hinter sich zu lassen. Dass die Sport-Union mit 75 Jahren vergleichsweise jung ist, liegt zudem daran, dass die Vereins-Vorgänger „Freie Turnerschaft“, „Turngesellschaft Vorwärts“ und „Kickers-Viktoria“ zu Zeiten des Dritten Reichs von den Nationalsozialisten verboten wurden. Anschließend untersagten die amerikanischen Besatzer, die Klubs unter gleichem Namen neu zu formieren, da das Wort „Turnen“ durch Adolf Hitlers Propaganda negativ belastet war. Darum wurde kurzerhand ein neuer Verein gegründet. Horst Lehr fasst zusammen: „Obwohl die Sport-Union nur ein 75-jähriges Jubiläum feiert, haben wir mit 140 Jahren eine viel längere Tradition.“

Über die Jahre avancierte die Vereinigung zu einem Mehrsparten-Verein, dessen einzelne Abteilungen weitgehend unabhängig agieren können. „Das ermöglicht es allen, sich so zu entwickeln, wie sie wollen“, bemerkt Vereinsvorsitzender Stefan Haus. Leider seien die Mitgliederanzahlen momentan eher rückläufig, wenngleich mehr als die Hälfte der Vereinsmitglieder Kinder und Jugendliche seien. Dennoch wolle man im laufenden Jahr die Lebendigkeit des Vereins zeigen, ergänzt Jürgen Althaus, der ebenfalls als Vorstandsmitglied tätig ist.

Verein auch für den Nachwuchs: Mehr als die Hälfte der SUM-Mitglieder sind Kinder und Jugendliche.

Den Auftakt des Jubiläums stellte das Neujahrskonzert des Blasorchesters am 1. Januar dar, das rege besucht war (wir berichteten). Als nächste Veranstaltung steht der Fastnachtsumzug an. Dabei wolle man dieses Jahr als gesamter Verein die Musiker unterstützen, die sonst als einzige den Umzug begleiten, sagen die beiden Vorstandsmitglieder, die außerdem noch von Katrin Muthig unterstützt werden. Weiterhin werde das diesjährige Motto-Konzert des Orchesters am Samstag, 26. September, einen Querschnitt des gesamten Vereins bieten, bei dem sich auch die anderen Abteilungen einbringen.

Wie es sich für ein Jubiläum gehört, darf eine offizielle Akademische Feier natürlich nicht fehlen. Man sehe allerdings davon ab, „nur die Vereinsgeschichte herunterzubeten“, verspricht Stefan Haus. Die Festrede werde die ehemalige Leichtathletin Sylvia Schenk halten, außerdem werde eine Bilderreihe „75 Jahre Sport-Union“ ausgestellt. Diese Schau soll anschließend auch im Rathaus zu sehen sein. Natürlich wird die Veranstaltung musikalisch durch das eigene Blasorchester begleitet. Die übrigen Festivitäten, Wettkämpfe und Ausflüge verteilen sich über das restliche Jahr. „Nur im Dezember holen wir Luft für nächstes Jahr“, ist sich der Vorstand einig.

Ob die Abteilungen sich wieder so präsent zeigen wollen, liege ganz bei ihnen, betonen Haus und Althaus. Der Verein müsse zunächst allerdings noch einige Dinge regeln. So auch die Suche nach einem neuen Mieter für die Vereinsgaststätte und die Renovierung der großen Konzerthalle. Horst Lehr appelliert an die Bevölkerung: „Kommt vorbei, feiert mit!“ Er hofft zu den Zeiten des immer schwieriger werdenden Vereinslebens zudem auf eine nachhaltige Unterstützung von Mitgliedern und auf Interesse seitens der Bürger.

VON LUCY GÄBLER

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