Dietesheimer Steinbrüche

Gefährliche Stunts im Steinbruch - Rund um den grünen See gibt‘s mächtig Ärger

Wer sich den Vorschriften im Naherholungsgebiet widersetzt, dem droht ein Bußgeld bis zu 1000 Euro. Immer wieder kommt es vor, dass Unverbesserliche trotz Lebensgefahr von der Canyon-Brücke springen.
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Wer sich den Vorschriften im Naherholungsgebiet widersetzt, dem droht ein Bußgeld bis zu 1000 Euro. Immer wieder kommt es vor, dass Unverbesserliche trotz Lebensgefahr von der Canyon-Brücke springen.

Nach wiederholten Regelverstößen zieht Mühlheim Konsequenzen für die Dietesheimer Steinbrüche. Es drohen saftige Bußgelder. 

  • An den Dietesheimer Steinbrüchen bei Mühlheim kommt es ständig zu Ordnungswidrigkeiten
  • Wiederholt werden Beamte angegangen
  • Jetzt passt die Stadt Mühlheim die Satzung für die Nutzung an

Mühlheim – Schwimmen in den Seen, offenes Feuer, Brückenspringer, Campen. Die Liste möglicher Ordnungswidrigkeiten ist noch länger. Immer wieder setzen sich Menschen über die Vorschriften im Naherholungsgebiet hinweg. Erst vor kurzem war ein 20-Jähriger von der Canyon-Brücke gesprungen und musste per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden.

Missbräuchliches Verhalten an den Dietesheimer Steinbrüchen beschäftigt uns schon eine ganze Weile“, sagte Erster Stadtrat Dr. Alexander Krey vor den Stadtverordneten in der jüngsten Sitzung. Es ging um eine Änderung der Satzung über die Nutzung des Naherholungsgebietes, die mit den Stimmen von SPD, CDU und den Grünen nun verabschiedet wurde. Man wolle eine klare Botschaft aussenden, begründete Krey die Satzungsänderung, die die Handlungsfähigkeit der Verwaltung verbessern soll. Dazu gehören auch flexible Bußgelder, die den Tatbeständen angemessen festgesetzt werden können. Zudem habe man die Verhaltensweisen, die verboten sind, konkretisiert, erläuterte Krey weiter. Man habe den Kontrolldruck bereits verstärkt, Ordnungspolizisten seien auch am Wochenende in den Steinbrüchen unterwegs. Dabei sei zu beobachten, sagt der Erste Stadtrat auf Anfrage, dass der Tonfall bei Ansprachen und Verwarnungen gegenüber den Beamten rauer werde.

Dietesheimer Steinbrüche bei Mühlheim: Ordnungspolizist von Unbekanntem attackiert

Krey berichtet auch von einem Vorfall, bei dem ein Ordnungspolizist auf Fahrradstreife an einem Samstag angegriffen wurde. Der Beamte habe eine Ansprache an einen Mann beendet, sei zum Fahrrad zurückgekehrt und aus einem Waldstück von einem festen Gegenstand an der Lippe getroffen worden. Wer ihn beworfen hat, habe er nicht feststellen können. Er habe keinen in der näheren Umgebung ausfindig machen können. Der gleiche Ordnungsbeamte sei auf dem Rückweg in die Stadt zudem noch aus einem schnell vorbeifahrenden Auto mit Frankfurter Kennzeichen bespuckt worden und wäre dabei fast zu Fall gekommen. „Bislang blieb ein derartiger Angriff auf Ordnungspolizeibeamte ein einzelner Vorfall“, sagt Krey. In der nun erfolgten Änderung der Satzung sieht der Erste Stadtrat nur einen ersten Schritt, von denen es viele brauche, um das Naherholungsgebiet wieder zu einem Gebiet der Erholung zu machen. „Wir müssen handeln und wir werden handeln“, versprach Krey.

Dietesheimer Steinbrüche bei Mühlheim: „Alte Satzung war klarer“

Kritik an der Satzung kam dabei vom Bürger-für-Mühlheim-Fraktionschef Dr. Jürgen Ries, der die alte Satzung für klarer befand. Inhaltlich sei er mit der neuen Satzung jedoch d’accord. Allerdings glaube er, dass die „Von-bis-Regelung“ bei den festgesetzten Bußgeldern keine eindeutige Message sende. Daher befürchte er, dass die neue Satzung zu keiner Verbesserung führe. (Ronny Paul)

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