Radschnellweg

Mühlheim: Grüne Jugend testet verschiedene Strecken des südmainischen Radschnellweges

Der politische Nachwuchs der Mühlheimer Grünen hat sich einem Selbsttest unterzogen und ist in der Mühlenstadt die vier möglichen Korridore abgeradelt und hat diese nach den genannten Kriterien getestet.
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Der politische Nachwuchs der Mühlheimer Grünen hat sich einem Selbsttest unterzogen und ist in der Mühlenstadt die vier möglichen Korridore abgeradelt und hat diese nach den genannten Kriterien getestet.

Der südmainische Radschnellweg (FRM8) zwischen Frankfurt und Hanau steckt in den Kinderschuhen. Die Städte Offenbach und Mühlheim sollen an einer Bürgerbefragung teilnehmen.

Mühlheim – Gelegenheit dazu besteht noch bis zum Sonntag (9. Mai) auf der Internetseite des für den Radschnellweg verantwortlichen Regionalverbandes Frankfurt-Rhein-Main. Dabei können die Teilnehmer in vier Teilabschnitten – Frankfurt, Offenbach, Mühlheim, Hanau – jeweils vier Korridore – grün, blau, lila, orange – nach unterschiedlichen Kriterien beurteilen. Abgefragt werden unter anderem die „Direktheit“, die ganzjährige Befahrbarkeit, mögliche Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmern und das allgemeine Fahrgefühl.

Zweifel daran, dass es auf dem FRM8 nicht genügend Nutzer geben könnte, bestehen nicht: Der Regionalverband hat bei einer Vorsondierung rund 3900 potenzielle Nutzer ausgemacht. Die Studie zu FRM8 soll bis Mai 2022 abgeschlossen sein, beauftragt sind damit die Gutachterbüros Inovaplan GmbH aus Karlsruhe und PGV aus Hannover. Aber klar ist auch: Egal, was bei der Studie herauskommt, am Ende hat die Politik das letzte Wort, ob und wo gebaut wird.

Mühlheim: Radschnellweg soll in Onlineumfrage in Offenbach und Mühlheim beurteilt werden

Der politische Nachwuchs der Mühlheimer Grünen hat sich einem Selbsttest unterzogen und ist in der Mühlenstadt die vier möglichen Korridore abgeradelt und hat diese nach den genannten Kriterien getestet. Mitglieder der Grünen Jugend waren mit Fahrrad, Kamera und Fahrradrouten-App ausgestattet. Die Korridore reichen jeweils von der Hanauer zur Offenbacher Stadtgrenze, sind zwischen 5,19 (grün) und 5,76 (orange) Kilometer lang. Bei einer Geschwindigkeit von etwa 20 Stundenkilometer brauche man somit – auch abhängig von Ampelschaltung und Verkehrslage – ungefähr jeweils 17 Minuten. „Wir sehen dringenden Bedarf für den Radschnellweg“, erläutert Tim Rieth, Sprecher der Grünen Jugend, den Anlass für die Aktion. „Wir hoffen, dass möglichst viele Mühlheimer sich ein eigenes Bild machen und an der Online-Befragung teilnehmen.“

Vier Korridore: Mitglieder der Grünen Jugend haben die vier Varianten für die Radschnellverbindung durch Mühlheim getestet und ihren Favoriten ausgewählt.

Radschnellweg in Mühlheim: Grüner Korridor (1)

Nach der Mainquerung zwischen der Staustufe Mühlheim und dem Wasser- und Schifffahrtsamt führt der grüne Korridor entlang des bestehenden Mainradwegs. Die Mitglieder der Grünen Jugend haben dort „relativ gute Bodenbeläge und keine Konflikte mit fahrenden und parkenden PKW sowie LKW ausgemacht“, jedoch gebe es hohes Konfliktpotenzial unter anderem mit Fußgängern. „Zentraler Kritikpunkt ist hier jedoch die noch zu bauende, fahrradgerechte Mainquerung“, meint Kristina Braun, die neben Rieth Sprecherin der Grünen Jugend ist. Denn das Fahrrad über die Rampen der Schleuse hieven zu müssen, habe mit „schnell“ nichts zu tun und sei insbesondere für Pendler nicht praktikabel.

Radschnellweg in Mühlheim: Blauer Korridor (2)

Entlang der B43 – am nördlichen Teil Richtung Offenbach, am südlichen Teil Richtung Hanau – führt der blaue Korridor. „Zwar ist diese Strecke relativ direkt, jedoch sind hier oftmals Fahrradwege von PKW und LKW zugeparkt“, hat Rieth festgestellt. Das sei insbesondere auf der Fichte- und der Hanauer Straße der Fall. „Es gibt oftmals keinen gesonderten Fahrradweg und man muss sich die Verkehrsfläche mit Fußgängern und/oder Kraftfahrverkehr teilen.“ Da sei es hektisch „und man fühle sich unsicher, merkt Tim Rieth an. Zudem gebe es häufige Unterbrechungen durch Ampeln und zahlreiche hohe Bordsteinkanten.

Radschnellweg in Mühlheim: Lila und orangene Korridore (3 und 4)

Die Korridore Lila und Orange führen größtenteils direkt südlich der Bahnstrecke entlang und unterscheiden sich lediglich bei der Querung des Südrings und der Streckenführung ab dem Rathaus in westlicher Richtung. „In unserem Test schneiden deshalb diese beiden Korridore ungefähr gleich ab“, sagt Braun. Insbesondere die gute Anbindung an zentrale Orte und wenig Konflikte mit Fußgängern, fahrenden und parkenden PKW und LKW seien dabei zu nennende Kriterien. Im letzten Abschnitt in Richtung Offenbach führe der orangene Korridor entlang der B43 allerdings doch zu Konflikten mit Fußgängern oder fahrenden PKW und LKW. „Außerdem müsste eine fahrradfreundliche Querung des Südrings im orangenen Korridor gebaut werden – denn dann ist der in unseren Augen unnötige Umweg des lila Korridors vermeidbar“, betont Braun.

Radschnellweg: Mühlenstadt die vier möglichen Korridore abgeradelt und nach Kriterien getestet

Im Selbsttest der Grünen Jugend schneidet eine Kombination der Korridore Lila und Orange am besten ab. „Entlang der Bahnstrecke im gesamten Mühlheimer Abschnitt stellt für uns auf Grundlage der einzelnen Kriterien die beste Streckenführung für den südmainischen Radschnellweg dar – diese wäre direkt, schnell und vergleichsweise konfliktfrei“, lautet Rieths Fazit. Bereits bei der politischen Fahrradtour zum Radschnellweg im September sei man ungefähr diese Strecke gefahren und habe dabei mit zahlreichen Radfahrern positive Erfahrungen gemacht. (Von Ronny Paul)

Regionalverband Frankfurt-Rhein-Main informiert Mühlheimer über Radschnellweg FRM8

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