Platzvergabe über Online-Plattform

Tennisclub Dietesheim öffnet seine Felder wieder 

Schwingen den Schläger: Die Mitglieder des Tennisclubs Dietesheim dürfen wieder spielen. Pressesprecherin Christine Bredehöft (rechts) zeigt die vielen Hinweise und Erläuterungen zu den neuen Regeln. Foto: m
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Schwingen den Schläger: Die Mitglieder des Tennisclubs Dietesheim dürfen wieder spielen. Pressesprecherin Christine Bredehöft (rechts) zeigt die vielen Hinweise und Erläuterungen zu den neuen Regeln. 

Immerhin, Tennis geht. Auch in Zeiten von Corona können Freunde des weißen Sports ihrem Hobby frönen – und dabei die neuen Hygienerichtlinien einhalten. 

Mühlheim – Wie bei den Nachbar-Vereinen herrschte am Wochenende beim Tennisclub Dietesheim (TCD) große Freude und Erleichterung über den Neustart, zieht Pressesprecherin Christine Bredehöft eine erste Bilanz.

So wie Luther seine 95 Thesen ans Portal der Schlosskirche zu Wittenberg schlug, haben Vorstandsmitglieder die neuen Regeln ans Eingangstor der Anlage gehängt. Eine witzige Froschfigur begleitet die Sportler auf die Anlage, erklärt, dass die Bänke jeweils nur von einer Person genutzt werden dürfen, und weist den Weg ins WC: Mit Kreidepfeilen, wie bei einer Schnitzeljagd, haben die Verantwortlichen ihn markiert. Weitere Tafeln verdeutlichen mit Grafiken, dass immer nur einer oder eine aufs Klo gehen darf.

Das allenthalben empfohlene Händewaschen dürften die Tennisspieler längst verinnerlicht haben, auch dass die Umkleiden geschlossen sind und nur zu Hause geduscht werden kann. Mit dem Abstandhalten haben die Sportler sowieso kein Problem, selbst die Doppel- und Mixed-Disziplinen seien in letzter Minute erlaubt worden, schildert Vorstandsmitglied Bredehöft. Als Gruß hat sich schon ein leichtes Rasseln mit den Rackets an ausgestreckten Armen durchgesetzt, demonstriert sie mit ihrer Tochter. Mit den Punktspielen könnte es nach dem Ende der Kontaktbeschränkungen im Juni losgehen – sofern die Zahl der Corona-Infektionen nicht steigt.

Der Aufgang zum Vereinsheim ist symbolisch durch Flatterband unterbunden. Es könnte in acht Tagen eingerollt werden, hofft die Sprecherin. Mitglieder des Vereins seien dabei, die Fläche zu ermitteln und auszurechnen, wie viele Besucher sich im Gastraum und auf der Terrasse aufhalten dürfen. Das Führungsgremium des TCD hat in den vergangenen Tagen seitenweise Vorgaben des Deutschen und des Hessischen Tennisverbands gewälzt und mit denen der örtlichen Behörden abgeglichen. Danach haben Helfer rund 40 Hinweisblätter gestaltet, ausgedruckt, laminiert und ausgehängt sowie Stephan Kaiser zum Corona-Beauftragten ernannt.

„Es ist wie eine Befreiung“, jubelt Sportwart Helmut Dey. „Die Sperre für Tennisvereine war nicht nachvollziehbar, aber wir haben die Verbote solidarisch mitgetragen.“ Im Nachhinein seien sie froh, dass sie eine Spezialfirma zur Aufbereitung der Plätze nicht umsonst beauftragt hatten. Sie installierte auch neue Netze und legte neue Linien aus.

Etwa 300 Mitglieder zählt der Club, darunter 260 Aktive, von denen 100 Mädchen und Jungen der Jugendabteilung angehören. Wer spielen möchte, muss sich nun auf einer neuen Online-Plattform des TCD registrieren, dann für einen Termin und Platz eintragen. „Wir haben super Erfahrungen mit dem System gemacht“, bestätigt Dey, „die Kameraden sind dankbar, dass sie sich wieder in ihrem Sport bewegen können“.

Für manche Schüler bringe die Öffnung „ein Stück Alltag zurück“, sagt Christine Bredehöft. „Es ist oft der einzige feste Termin, eine Gelegenheit, sich mit seinem Kumpel zu verabreden“. Auch für Berufstätige sei die Buchung im Netz hilfreich, sie können sich so eines Platzes sicher sein, auch wenn’s mal etwas Später wird.

VON MICHAEL PROCHNOW

Infos: tc-dietesheim.com

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