„Muss erst etwas Schlimmes passieren?“

Gefährliche Situation: Transporter versperrt regelmäßig Sicht an Straßenecke

Kein Einblick möglich: Ein Transporter versperrt Verkehrsteilnehmern, die an der Ecke Wiesen- / Obertshäuser Straße abbiegen wollen, die Sicht.
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Kein Einblick möglich: Ein Transporter versperrt Verkehrsteilnehmern, die an der Ecke Wiesen- / Obertshäuser Straße abbiegen wollen, die Sicht.

An manchen Straßenkreuzungen oder -ecken stellt man sich nicht die Frage, ob dort ein Unfall passieren wird, sondern wann. Seit Monaten steht in Lämmerspiel an der Ecke Wiesen-  / Obertshäuser Straße regelmäßig ein Kastenwagen, der die Sicht versperrt. Wer dort nach links abbiegen will, muss nach Gehör fahren.

Mühlheim – Wenn an der Stelle ein ganz normaler PKW stünde, stellte der Einblick kein Problem dar, beschweren sich Anwohner. So aber gehe gar nichts. Anwohnerin. Wenn sie aus der Wiesenstraße kommend Richtung Obertshausen fahre, biegt sie meistens erst einmal in die entgegengesetzte Richtung ab, wenn der Kastenwagen wieder an der Ecke stehe, berichtet etwa Mechthild Schroth. „Ich bin da nicht die einzige im Viertel“, sagt sie. Das Fenster runterzulassen, um hören zu können, ob von Südwesten ein Auto oder Radfahrer komme, sei ihr zu riskant. Bei Dunkelheit helfe immerhin das Scheinwerferlicht, andere Verkehrsteilnehmer zu erkennen. Jemand aus der Nachbarschaft habe ihr aber erzählt, es hätte an der Ecke deshalb auch schon geknallt.

An der Fensterscheibe des Kastenwagens hängt innen ein Hinweis auf den Fahrzeughalter – ein Transportunternehmen aus Offenbach. Es scheine sich bei dem Fahrer um einen Mitarbeiter der Firma zu handeln, der nach Feierabend das Fahrzeug dort abstellt. Schroth beobachtet, der Wagen parke meist abends und über das Wochenende an der Straßenecke. Manchmal gar so dicht an der Häuserwand, dass es für Kinderwagen und ältere Menschen, die mit dem Rollator unterwegs sind, kaum ein Vorbeikommen gebe.

Ein paar Meter in Richtung Obertshausen sind Parkplätze eingezeichnet. Am Stammplatz des Kastenwagens jedoch nicht. Schroth schätzt, bisher habe sie etwa fünfmal die Polizei angerufen. „Ich habe das Gefühl, ich gehe denen schon auf den Wecker“. Zuletzt am vergangenem Donnerstag, nachdem der Wagen bereits den dritten Tag am Stück dort gestanden habe. Die Polizei reagiere: „Nach jedem Anruf ist er vorerst verschwunden.“

Am 18. April hatte die Lämmerspielerin ihr Anliegen an die Verwarnungsgeldstelle in Offenbach gesendet. Die Behörde antwortete, dafür sei das Ordnungsamt in Mühlheim zuständig. Dem leitete Schroth am 24. April den Sachverhalt weiter, ohne bisher eine Antwort zu bekommen. Am 5. Juni schrieb sie wieder, verbunden mit der Frage: „Muss erst etwas Schlimmes passieren, um die Situation zu entschärfen?“ Eine Reaktion sei auch diesmal ausgeblieben. „Dabei wäre das Parken des LKW ganz einfach zu verhindern“, erläutert Schroth, „indem man dort Pfosten aufstellt, so wie gegenüber.“ Auch auf unsere Nachfrage an das Ordnungsamt, Stellung zur Parksituation an der Kreuzung zu nehmen, gab es bislang keine Antwort.

Der Schock wäre groß, wenn an der Stelle tatsächlich ein Fahrrad fahrendes Kind wegen fehlender Sicht ums Leben käme. „Dann stünden zwei Tage später die Pfosten“, vermutet Mechthild Schroth. „Ich verstehe nicht, warum das nicht möglich ist, bevor irgendetwas Schreckliches passiert.“ (Von Stefan Mangold)

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