Überbrückung der Mauer

Steg für Fußgänger und Radfahrer, statt der Fähre

Steg für Fußgänger und Radfahrer, statt der Fähre: Rudolf Helpensteller (links) und Dr. Peter Mayer finden, eine Verbindung zum anderen Mainufer muss es geben. Foto: ron
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Steg für Fußgänger und Radfahrer, statt der Fähre: Rudolf Helpensteller (links) und Dr. Peter Mayer finden, eine Verbindung zum anderen Mainufer muss es geben. 

Rudolf Helpensteller und Dr. Peter Mayer sind angesichts des bevorstehenden Fähren-Aus der Meinung: Die Tage der Fähre in Mühlheim sind zu Recht gezählt. 

Mühlheim – „Wir leben in einer Zeit, in der sich alles ändert, da muss man auch mal das Alte vergessen und etwas Neues anfangen“, meint Mayer. Die MS Dörnigheim sei technisch überholt und überhaupt nicht mehr zeitgemäß, ganz abgesehen von der erfolglosen Suche nach geeignetem Fährpersonal. 

Aber eine Verbindung zum anderen Mainufer möchten die beiden bekannten Gesichter vom Mühlheimer Umweltstammtisch nicht missen. Im Gegenteil: „Die Verbindung zwischen den beiden Orten ist beliebt und wird jetzt vermisst“, hat Mayer festgestellt. „Der Main verbindet und trennt zugleich, das sieht man wieder sehr deutlich. “ Aktuell wirke der Fluss wie eine „Mauer“, findet Helpensteller.

Mühlheim: Steg statt Fähre und Autobrücke am Mainufer

Das Thema Fähre möchten Helpensteller und Mayer beim Treffen am Mainufer schnell abhaken. Auch an eine Autobrücke hätten sie nie gedacht. Vielmehr wollen sie für einen Fußgänger- und Radfahrsteg werben. Ähnlich dem Arthur-von-Weinberg-Steg zwischen Fechenheim und Bürgel oder der Kiliansbrücke in Mainflingen. 

„Es ist Platz genug für einen Steg“, deutet Helpensteller an der Fähranliegestelle an. Wo genau der Steg gebaut werden könnte, sollten Fachmänner sehen, sagt Helpensteller. Ihm schwebt ein Übergang für etwa Fußgänger, Radfahrer, Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen vor. Und mit der Fährenstraße sei auch ein exzellenter Zugang zum Steg vorhanden.

Mühlheim: Mainufer-Steg soll Verbindung herstellen

Helpensteller zeigt auf einer Karte, wie weit die Mainüberquerungs Möglichkeiten zwischen dem Arthur-von-Weinberg-Steg und der Römerbrücke in Steinheim voneinander entfernt sind. Die Mühlheimer Schleuse betrachten beide als nicht verlässlichen Überweg, da gebe es immer wieder Probleme, die sei kein geeigneter Ersatz. 

Und mit einem Steg werde nicht nur die Verbindung zwischen beiden Ufern wieder hergestellt, sondern auch der Hessische Radfernweg (R4) nicht weiter unterbrochen, argumentiert Helpensteller, der die Idee auch an Bürgermeister Daniel Tybussek herangetragen hat.

Finanzielle Mittel für Steg in Mühlheim

„Wir wollen uns nicht profilieren, wir wollen helfen“, betont Mayer und erinnert an viele uneigennützige Aktionen, die die Akteure des sich nur noch unregelmäßig treffenden Umweltstammtischs im Laufe der Jahre angestoßen und die unter anderem bei Vereinen auch Nachahmer gefunden haben.

Für den Bau eines Stegs, findet Helpensteller, sollten Bund und Land, Kreise und Gemeinden auf beiden Mainseiten die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung stellen. Zwischen zwei und sechs Millionen Euro könnte so ein Steg kosten, sagt der Diplom-Kaufmann, nach Schätzungen, die er bei Fachmännern erfragt hat. Eine Brücke würde entgegen einer Fähre aber nur einmalige Bau- und Winterunterhaltungskosten verschlingen. Eine Fährverbindung hingegen jährliche Zuschüsse in sechsstelliger Höhe.

Mühlheim: Brücke wäre "überlegenswerte Alternative"

Auf Anfrage nennt Rathauschef Tybussek eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer „eine überlegenswerte Alternative, die hervorragend in die heutige Zeit passen würde“. Er verweist auf die aktuell unter Federführung des Regionalverbands laufende Machbarkeitsstudie für eine Brücke im Gebiet zwischen Hanau und Offenbach. „Hier stehen wir nach wie vor zu einer ergebnisoffenen Prüfung, negative Auswirkungen auf die Lebensqualität in unserer Stadt zum Beispiel durch zusätzlichen Durchgangsverkehr sind dabei aber zu vermeiden.“ Mit einer Brücke für Fußgänger und Radfahrer könnte man etwa auch die in Planung befindlichen Radschnellwege auf beiden Seiten des Mains miteinander verbinden, meint Tybussek.

Brücke in Mühlheim: Zu starker Eingriff in die Natur?

Petra Schneider von der Bürgerinitiative Fähre sagt auf Anfrage, den Bau einer solchen Brücke halte sie persönlich für einen zu starken Eingriff in die Natur. Sie könne sich – sollte das Aus für die Fähre tatsächlich besiegelt werden – eine Rad- und Fußgängerfähre ähnlich der zwischen Frankfurt-Höchst und Schwanheim vorstellen, um Menschen weiter die Möglichkeit zu geben, auf die andere Mainseite zu kommen.

Von Ronny Paul

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