Das Kind rein, den Kuli raus

SPD: Unterschriften für kostenlose Betreuung

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Die allermeisten Eltern unterschrieben auf der SPD-Liste für die gebührenfreie Kita.

Mühlheim - Acht von zehn haben unterschrieben. Eine Frage der Logik: Wer kann als Vater oder Mutter schon was dagegen haben, jeden Monat eine dreistellige Summe auf dem Konto behalten zu können.

Die Idee einer gebührenfreien Kinderbetreuung ist natürlich weder neu noch Eigentum einer Partei. Die Freien Wähler im Land beispielsweise zielen gerade mit einem Volksbegehren in die selbe Richtung. Die Mühlheimer SPD, die gestern Morgen vor vier städtischen Kindergärten Stimmen für das Vorhaben sammelte, schreibt sich auf die Fahnen, auch den ewigen Knackpunkt Finanzierung knacken zu können. Corrado Di Benedetto, Percy Herrmann und Bürgermeister Daniel Tybussek wurden vor der Einrichtung am Bornweg in Dietesheim fast überrannt. Kinder rein – Kuli raus und den Namen auf die Liste gesetzt.

Allerdings nicht ohne Fragen an die Sozialdemokraten. Die meisten Eltern wollten wissen, wer’s bezahlt und wie’s organisiert werden soll. Tybussek verweist da auf den korrigierten Länderfinanzausgleich, der Millionen nach Wiesbaden spülte. Die SPD wolle aber auf dem Boden bleiben und die Gebühren schrittweise abschaffen. Im letzten Kindergarten-Jahr sei die Vormittagsbetreuung bereits kostenfrei.

Di Benedetto geht es um Chancengleichheit. „Bildung hängt in Deutschland immer noch vom sozialen Status ab“, bemängelte der Sozialpädagoge und Landtagsabgeordnete. Zudem, argumentieren die Männer vor dem Kita-Tor, seien Schulbesuch und Universität auch gebührenfrei und der Kindergarten eine wichtige Bildungsstätte am Start ins lebenslange Lernen. „Zunächst könnte das zweite Jahr zur Hälfte freigestellt werden“, schlug Di Benedetto vor.

Fast 200 Unterschriften haben Parteimitglieder auch in Lämmerspiel, Markwald und dem Bürgerpark gesammelt. Nächste Woche wollen sie vor weiteren Häusern werben.

M.

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