Aktion der CDU

Ein Teppich aus Laserstrahlen - Das Innenleben eines Blitzers

So funktioniert’s mit dem Blitzen: Rico Bohlender vom Ordnungsamt zeigt, wie einer der Trailer arbeitet.
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So funktioniert’s mit dem Blitzen: Rico Bohlender vom Ordnungsamt zeigt, wie einer der Trailer arbeitet.

Wie sieht ein Blitzer von innen aus? Auf der Sommerfraktionssitzung der CDU in Mühlheim gab es einen Einblick.

Mühlheim – Ein Dutzend Interessierte traf sich dazu an dem Gerät, das kurz zuvor an der Mühlheimer Straße am Ortseingang Lämmerspiel aufgestellt worden war.

Der Lkw-Verkehr war zuletzt ein Thema in der Stadtverordnetenversammlung. Seine Partei habe sich dafür eingesetzt, dass Laster aus den Wohngebieten herausgehalten werden, betonte Unions-Fraktionschef Marius Schwabe. Dazu wurde die Einfahrt nach Lämmerspiel für die schweren Wagen per Beschilderung verboten, Be- und Entladen ausgenommen. Zudem seien auf Antrag der CDU die vakanten Stellen bei der Ordnungspolizei wieder besetzt und zwei zusätzliche geschaffen worden.

Erster Stadtrat Dr. Alexander Krey möchte zudem die Tempo-30-Zonen ausweiten und mit Kontrollen überprüfen. 2018 wurden darum für knapp 250 000 Euro zwei Trailer gekauft. Sie dürfen nach Absprache mit der Polizeiakademie Hessen wechselweise an 23 Standorten im Stadtgebiet aufgestellt werden. Wobei nach Eingaben von Bürgern auch die Erlaubnis für die Positionierung an weiteren brisanten Stellen beantragt wird, betonte der Stadtrat. Er rief die Bewohner auf, mitzuteilen, wenn Schilder verblasst oder eingewachsen sind.

„Das Gerät erkennt Größe und Rahmenprofil von Fahrzeugen“, stellte Rico Bohlender vom Ordnungsamt den Enforcement Trailer der Firma Vitronic vor. „Er schießt von jedem größeren Wagen ein Foto“, beschrieb der Polizist, und das sei nach dem Datenschutzrecht okay. Dann werde die Tonnage ermittelt und im Nachhinein, ob das Fahrzeug in den Ort einfahren darf. Selbst Busfahrer wurden schon verwarnt – weil sie am Steuer telefonierten.

Die Maschine lege mit Laserstrahlen einen „Teppich“ bis 75 Meter vor ihrem Standort auf die Straße, ermittle neben dem Umfang eines Autos dessen Geschwindigkeit per Weg-Zeit-Messung. „Dazu braucht die Kamera ein freies Sichtfeld“, könne also nicht arbeiten, wenn Hindernisse oder Fußgänger im Sichtfeld stehen. „Der Blitz ist rot, damit er Verkehrsteilnehmer nicht blendet“, beantwortete Bohlender eine Frage aus dem Kreis seiner Zuhörer. Fürs Einrichten an einem Ort brauchen die geschulten Mitarbeiter 15 Minuten oder auch mal eineinhalb Stunden, wenn sehr wenig Verkehr herrscht, hieß es.

Krey erläuterte, dass die Stadt „solide Ergebnisse von Schwerpunkt-Kontrollen über Verstöße im Straßenverkehr“ benötige, um Eingriffe in ebendiesen begründen zu können. Er wies darauf hin, dass der feste Blitzer am Bepo-Kreisel gegen eine Säule ausgetauscht und Fahrbahnmarkierungen erneuert werden, „damit unsere Stadt sicherer wird“.

Vandalismus am Trailer gab’s auch schon, bejahte der uniformierte Stadt-Angestellte, „genau an dieser Stelle“. Angriffe auf die Trailer blieben jedoch nicht ohne Folgen, weil sie bei Bewegung einen stillen Alarm auslösen.

Zur ihrer nächsten Sommerfraktionssitzung laden die Christdemokraten für Montag, 13. Juli, bereits um 18 Uhr ein. Dann sollen an der neuen Kita Wilhelm-Busch-Straße Fragen zur Betreuungssituation in der Stadt besprochen werden, kündigte Schwabe an. VON MICHAEL PROCHNOW

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