Gutes Pflaster für Stabilität

Commerzbank-Filiale an Bahnhofstraße ist halbes Jahrhundert alt

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„Versprechen, dass wir bleiben“: die Mühlheimer Commerzbank-Akteure.

Mühlheim - Dass sie sich nach einer kritischen Phase in der Bankenkrise wieder im Aufwind befindet, hat die Commerzbank ein bisschen auch ihrer Filiale an Mühlheims Bahnhofsstraße zu verdanken. Der Ableger feierte in diesen Tagen sein 50-Jahre-Bestehen.

Daniel Wirtz ist 39 Jahre alt. Elf davon verbrachte er bei der Commerzbank, erst in Häusern in Offenbach und Obertshausen, dann in Mühlheim. Dort beerbte er vor acht Jahren Matthias Belz, der in der Finanzwelt so heimisch ist wie bei den Katholischen Karnevalisten. Belz war 21 Jahre Filialleiter und habe für „tolles Wachstum“ gesorgt, lobt sein Nachfolger.

Die Zahlen des Geldinstituts können sich sehen lassen: 1400 Neukunden eröffneten innerhalb von drei Jahren ein Commerzbank-Konto. Allein im gerade abgelaufenen Jahr waren es 400. Das sei im gesamten Bezirk rekordverdächtig, betont Hans D. Burtscheid, der Bereichsleiter für die Geschäftskundenzentren.

Nach dem Zusammenschluss mit der Dresdner Bank und besagter Krise haben sich viele Mitbewerber aus den Schalterräumen zurückgezogen, resümiert Burtscheid. Ales andere als schlecht für Geldinstitute, die nicht ausschließlich auf große Anleger schielen. Bei der Commerzbank habe sich mit der Fusion das Fililanetz mehr als verdoppelt. Den Standort Mühlheim gibt’s schon seit einer halben Ewigkeit, aber bundesweit habe die Commerzbank auf 1000 Filialen mit durchschnittlich 8500 Kunden verdoppelt.

Aus purer Nächstenliebe, da taugen auch fünf Dekaden am Stück nicht für Romantik, betreibt kein Geldinstitut einen Standort. Da müssen schon gute Geschäfte drin sein. In Mühlheim – weder klassischer Millionärs-Vorort noch von gefährlicher Armut geplagt – sind sie es offenbar. Die meisten Menschen, die sich seinem Institut zuwenden, verfügten über ein festes Einkommen und fragen nach einer Altersvorsorge. Wirtz: „Viele empfehlen uns weiter.“ Das wissen die Banker durch eine repräsentative Umfrage. Sie wissen den Wert der Mundpropaganda zu schätzen. „Im persönlichen Kontakt sind wir wirklich gut“, sagt der Filialleiter, „70 Prozent unserer Kunden in Mühlheim würden uns weiterempfehlen, das ist sehr hoher Wert“. Und ein wichtiger, denn neben der Profitabilität der Geschäftsräume sei das Wachstum sehr wichtig.

Zehn Fehler, die Reiche niemals machen würden

Die Bank an der Bahnhofstraße lockt mit einem kostenlosen Girokonto. Das ist in der Niedrig- und Nullzinsphase längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Ein gutes Geschäft sei auch dank der anhaltenden Bautätigkeit zu machen, bilanziert Wirtz.

Die persönliche Beratung sei also ein ganz starkes Argument für sein Haus, „und das Versprechen, dass wir bleiben“. Denn „70 Prozent wollen beides haben, Filiale und Internet“. Diese Situation sei sehr stabil. Die Digitalisierung finde aber nicht nur im Netz, sondern auch hinter dem Schalter statt. Derzeit würden die Systeme im Internet und vor Ort angeglichen, informiert Burtscheid.

Die Filiale decke mehr als 95 Prozent aller Bankgeschäfte ab, auch Geschäftskunden aus Offenbach werden mitbetreut. In naher Zukunft soll eine SB-Box in die Filiale eingebaut werden. Heißt: In den Geschäftsräumen gibt’s künftig einen kostenlosen Internetzugang, Schließfächer und Geldautomaten sollen in den Schalterraum integriert werden.

Durch das anhaltende Wachstum im Rhein-Main-Gebiet heißt es für die Bankkaufleute, „hier musst Du sein“. Es gebe eine hohe Anzahl von Freiberuflern und mittelständische Unternehmen in Mühlheim, auch wenn es sich ländlich anfühlt. Wirtz sieht ein Wachstum von rund drei Prozent für die Region voraus. (m)

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