In der Bahnhofstraße muss „alles raus“

Drogerietraum ist geplatzt

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Ende Juli schließt „Die Mühlheimer Drogerie“.

Mühlheim - Kaum da, schon weg: Die vor wenigen Monaten eröffnete „Mühlheimer Drogerie“ am nördlichen Ende der Bahnhofstraße schließt Ende Juli wieder. Damit entsteht auf der stets um Attraktivität ringenden Einkaufsmeile erneut eine Lücke an wichtiger Stelle.

Im Schaufenster hängen Zettel: „Alles muss raus!“ Keine Botschaft natürlich, die sich gut verträgt mit dem kommunalpolitisch quer durch die Bank formulierten Ziel, in die Bahnhofstraße möglichst viel reinzukriegen, was Kunden lockt, aber keine Spielhölle ist. Doch im Fall der Drogerie hat es nicht gereicht. „Wir sind die ganze Zeit da, aber was übrig bleibt, das ist es nicht wert“, sagte gestern auf Anfrage die Familie Glubrecht. Sie war im Januar angetreten, der ehemalige Schlecker-Filiale als Familienbetrieb neues Leben einzuhauchen. Allein: Das zweite Schild im Schaufenster „Wir freuen uns auf Ihren Besuch“ haben offenbar nicht genug Leute gelesen. Anfangs, heißt es von der Familie, sei durchaus Andrang gewesen. Doch das habe sich auf einem Niveau eingependelt, auf dem dem „lieber jetzt Schluss macht, als dass man Schulden bekommt“.

Räume ab August wieder mietbar

Die Glubrechts sind also bald wieder weg, haben sich aber abgesichert, um nicht alles auf die eine, die nun floppende Karte Drogerie zu setzen. Er hat seinen regulären Job sowieso noch, sie hat gerade ihr Fach-Abi in der Tasche, will bald studieren und nebenbei arbeiten gehen.

Was bleibt, ist die Frage nach der nächsten Zukunft der Ladenfläche. Eigentümer Thomas Zahn, der den Gebäudekomplex mit der Hausnummer 4 gekauft, teils zu Büros für seine Zahn & Zahn-Steuerberatungsgesellschaft umgebaut und bald darauf die schlechte Nachricht vom Aus für seinen damaligen Hauptmieter Schlecker bekommen hatte, wird die Räume zum 1. August wieder als mietbar annoncieren. Die Drogerie, für deren Start er eigens einen schönen neuen Holzboden legen ließ, die „ist einfach nicht angelaufen, was mich selbst etwas verwundert hat“, sagte er gestern. Er habe ja die Umsätze der beiden Schlecker-Filialen im Umkreis von wenigen Schritten in Erinnerung gehabt und für die neue Drogerie durchaus Chancen gesehen.

Die Resteversteigerung von Schlecker

Hier werden die Reste von Schlecker versteigert

Den Standort hält er, gerade mit Blick auf die Umgestaltung des Penny-Marktes vor einigen Monaten und die etablierten Geschäfte an der Bahnhofstraße, für durchaus attraktiv. Er denke, sagte er, durchaus auch darüber nach, die 260 Quadratmeter Ladenfläche plus 40 Quadratmeter Lager aufzuteilen, falls ein Interessent eine kleinere Einheit suche. 

mcr

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