Mühlheimer Friedrich-Ebert-Schulen

Viel Luft oder viel Lernen

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Die Mühlheimer Friedrich-Ebert-Schulen. Im Vordergrund das Gymnasium, hinten die Haupt- und Realschule. (Bild vergrößern)

Mühlheim - Sie haben die Sache mit dem Krach erstmal im Stillen abgehandelt. Haben bewusst bis nach der Landtagswahl in Hessen gewartet, um nicht zwischen Wahlkampffronten zerrieben zu werden. Von Marcus Reinsch 

Haben auch jetzt, da sie ihre Sicht der Dinge verbreiten, in ihrer Forderung nach einer sachlichen Diskussion das Wort sachlich nochmal extra unterstrichen. Haben „Positionen der unterschiedlichen Interessensgruppen“ in all ihren Gremien diskutiert. Und schließlich zu einer gänzlich unmissverständlichen Formulierung gefunden: „Die Lernbedingungen der Schüler des Friedrich-Ebert-Gymnasiums sind durch die neue Landebahn Nord des Flughafens Frankfurt erheblich schlechter geworden als an vergleichbaren Schulen im Rhein-Main-Gebiet, die nicht unter der Einflugschneise liegen. “ Das ist der erste Satz der Fluglärm-Resolution der Schulkonferenz des Gymnasiums. Sie verlangt konkrete Abhilfe.

Die Schulkonferenz ist das wichtigste Entscheidungsgremium am FEG. Sie besteht aus Schulleitung, Lehrern, Schülervertretern und Elternvertretern. In ihr wurden, wie der Schulelternbeirat mit seiner stellvertretenden Vorsitzenden Charlotte Graef betont, seit 2012 „ausschließlich die Auswirkungen in und auf die Schule“ diskutiert. An Wahrnehmungen aus allen Richtungen mangelt es nicht. Das Lehrerkollegium beispielsweise befindet das „Unterrichten im Sommer bei geöffneten Fenstern als nur erschwert möglich“, macht „besonders hohe Lärmbelastungen in bestimmten Gebäudeteilen“ aus, ruft nach „gleichen Lern- und Prüfungsbedingungen für alle“.

Die Schulkonferenz beschloss also die Gründung eines Arbeitskreises aus Eltern, Lehrern und Schülern zum Thema Fluglärmbetroffenheit. Der soll Maßnahmen „entwickeln, die eine Verbesserung der aktuellen Situation in Aussicht stellen“. Und er hat entwickelt. Einerseits ein Bewusstsein für die Probleme anderer betroffener Schulen. Wie die „Einschränkung der kognitiven Leistungsfähigkeit“, wie sie beispielsweise mit Verweis auf die Verlagerung des Münchner Flughafens nachgewiesen worden sei.

Andererseits aber auch konkret auf den Schulstandort Mühlheim bezogen, wo Gymnasium und Haupt- und Realschule direkt nebeneinander unter dem Lärmteppich liegen. Hier störten die „sich wiederholenden kurzfristigen Lärmspitzen verschiedene Unterrichtsphasen und -formen wie Stillarbeit, Vorlesen, Präsentationen, Unterrichtsgespräche, Arbeit im ‘Grünen Klassenzimmer‘ oder die Weitergabe von Anweisungen auf dem Sportplatz“. Das Lüften verstärke die Lärmbelastung innerhalb der Klassen noch; die Konzentration von Lehrern und Schülern, vor allem während Klassenarbeiten, werde „durch Lärmspitzen und indirekt durch zu frühes Aufwachen und Störungen der Einschlafphase beeinträchtigt“. Zu fordern seien also „eine Reduktion der Lärmbelastung“ und schallschützende Maßnahmen wie die Modernisierung der Schulräume mit Belüftungssystemen, lärmschutzgedämmte Fenster, aber auch die Optimierung der Flugrouten. Die Diskussion ist nicht am Anfang und erst recht nicht beendet. Der Schulelternbeirat nimmt Ideen auf.

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