Bodenständig kreativ

Das Schanz in Mühlheim will die Pandemie mit allen Mitteln überstehen

Mit allen Mitteln gegen die Krise: Tobias Schmitt (links) und Yannic Bill verteilen Flugblätter in der Mühlenstadt.
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Mit allen Mitteln gegen die Krise: Tobias Schmitt (links) und Yannic Bill verteilen Flugblätter in der Mühlenstadt.

Veranstaltungen können derzeit – wenn überhaupt – nur unter strengen Auflagen stattfinden. Die Betreiber des Schanz in Mühlheim wollen nicht aufgeben. Sie hoffen auf ihre Gastronomie.

  • Die Betreiber des Schanz in Mühlheim versuchen mit allen Mitteln, die Krise zu überstehen.
  • Mithilfe von Flugblättern wollen sie auf Veranstaltungen aufmerksam machen.
  • Im kommenden Jahr soll es unter anderem griechische und spanische Abend mit speziellen Menüs geben.

Mühlheim – Wer das Schanz nicht kennt, dem ist auch Mühlheim fremd, ist man geneigt zu sagen, wenn es um die bekannte Veranstaltungshalle am Bahnhof geht. Dass das Schanz aber neben Konzerten, Party und Pub-Quiz auch Kulinarisches zu bieten hat, ist einigen wohl nicht so geläufig. „Wir bekommen immer wieder Anrufe, ob man bei uns auch essen könne“, sagt Yannic Bill einer der Hauptverantwortlichen der Institution. Dabei gibt es die Gastronomie im Schanz bereits seit mehr als 20 Jahren. Bill: „Wir sind keine Sterne-Küche, sondern bodenständig – und das ist auch gut so.“ Und das wolle man nun auch verstärkt ins Bewusstsein der Mühlheimer rufen.

Schanz in Mühlheim: Betreiber sind enttäuscht von den Maßnahmen der Politik

Das Ziel ist klar: Mit allen Mitteln die Krise überstehen. Dafür haben die Schanz-Macher nun 4000 Flugblätter drucken lassen und verteilen sie in die Haushalte der Stadt. „Wir müssen nun Dinge machen, an die wir vorher nicht gedacht haben“, sagt Bill und zeigt sich enttäuscht von den Maßnahmen der Bundes- und Landespolitik. „Wir sind nicht auf Halbmast gepolt, Veranstaltungen, die nicht gut gefüllt sind, tragen sich nicht.“ 2020 wäre ein „krasses Jahr“ geworden, sagt Bill. Zwar könne man – lasse es die Pandemie zu – in diesem Jahr noch auf 130 Veranstaltungen kommen, aber eigentlich waren inklusive geschlossener Gesellschaften mehr als 200 geplant. Bill würde sich Konzepte, einen Langzeitplan für die Branche und Unterstützung wünschen und betont nicht zum ersten Mal: „Da hängen Existenzen dran.“

Das weiß auch Tobias Schmitt. Der Ur-Mühlheimer steht seit zwei Jahren sechs Tage in der Woche in der Küche im Schanz. „Menschen gehen generell weniger essen“, hat er beobachtet. Das sei nicht erst seit der Corona-Krise so. Der gelernte Koch und Fachmann für Systemgastronomie prognostiziert sogar: „Irgendwann wird es keine klassischen Köche mehr geben, sondern nur noch Systemgastronomen.“

Schanz in Mühlheim: „hausgemacht, regional, lecker“

Im Schanz setzt Schmitt auf die einfache Philosophie „hausgemacht, regional, lecker“. Er zählt Gulasch, Braten, Fisch und Soßen zu seinen Spezialitäten. Und zwischen Pizza, Schnitzel und Co. finden sich auch hausgemachte Käse-Spätzle oder Kichererbsencurry. „Ich achte darauf, dass für jeden – Fleischesser, Vegetarier und Veganer – etwas auf der Karte ist.“ Bei Gästewünschen sei er flexibel, sagt der 29-Jährige. Das Gemüse etwa kommt stets von Konstantinidis an der Bahnhofstraße.

Schanz in Mühlheim: Im kommenden Jahr sollen griechische und spanische Abende stattfinden

Beim Abend „Tobis Teller“ lebt Schmitt alle zwei Wochen mittwochs seine Kreativität in der Küche aus. „Da tobe ich mich immer aus.“ Serviert werden ausgewählte Drei-Gänge-Menüs, bei denen er auch mal kreolische Spezialitäten auf den Tisch bringt, wie am 25. November geplant. „Da lasse ich die alte Zeit aufleben“, kündigt Schmitt an, der zweieinhalb Jahre Chefkoch im Frankfurter „King Creole“ war. Als Schulfreund Bill ihm sagte, das Schanz suche einen Koch, grübelte Schmitt zunächst noch über anderen Angeboten. Neben dem jungen Team war aber letztendlich der Satz seiner Freundin Jeanine Kaiser, „geh’ doch nach Mühlheim, dann bist du wieder zurück“, ausschlaggebend, erzählt der 29-Jährige.

Und die Musik: „Ich komme aus der Rock-Ecke“, sagt Schmitt, der auch im Kulturverein „eigenArt“ engagiert ist. „Ich habe im Schanz schon viele gute Bands kennengelernt.“ Er kündigt an: Im kommenden Jahr übernehme er das Booking für Cover-Bands im Schanz. Dann, hofft Schmitt, auch für die eigentlich schon dieses Jahr geplanten griechischen oder spanischen Abende im Schanz kochen zu können. Wenn es denn die Pandemie-Situation und die Vorschriften bis dahin zulassen.

Infos im Internet schanz-online.de.

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