Teil des Erlöses geht an „Rettet Kinder – Rettet Leben“

Mühlheimer Trio entwirft Pullis mit Lokalkolorit

Mühlrad auf der Brust: Patrik Dellner (rechts) übergibt einen  Hoodie an Konstantinios „Kosta“ Kostantinidis, dahinter stehen Sebastian Nöll und David Kötterheinrich.
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Mühlrad auf der Brust: Patrik Dellner (rechts) übergibt einen Hoodie an Konstantinios „Kosta“ Kostantinidis, dahinter stehen Sebastian Nöll und David Kötterheinrich.

Mühlheim – Jetzt können nicht nur die Feiertage kommen. Auch für etwaige Touristen macht sich die Mühlenstadt fein: Ein Trio findiger Bürger hat ein modisches Mitbringsel geschaffen – und ein Geschenk für Lokalpatrioten. David Kötterheinrich, Patrik Dellner und Sebastian Nöll haben einen Kapuzenpulli kreiert, einen Hoodie, mit dem Namen der Stadt in einem Schriftzug im Stil der 1970er-Jahre über dem Mühlenrad.

„Wir sind drei Mühlheimer Jungs, die sich mit ihrer Heimatstadt verbunden fühlen und das teilen möchten“, erklärt Sebastian. „Egal, ob Fastnacht in Müllem oder Kerb in Diddesem, ein Abend im Schanz oder ein Morgenspaziergang an der Rodau, Joggen in den Steinbrüchen oder Schoppe auf dem Bierfest: Wir sind dabei!“ Die engen Bande mit dem Ort, in dem sie aufgewachsen, zur Schule gegangen sind und bis heute leben, bekunden sie jetzt mit stolz geschwellter Brust.

Die zeigen sie mit geöffneten Winterjacken auf knall-orangefarbenen Mofas der Jahrgänge 1968 und ‘79, mit denen ihre Eltern durch die Straßen geknattert sein könnten. „Old School“ nennen sie ihr Lebensgefühl, das sie noch aus ihrer Jugend kennen. Und passend dazu bezeichnen sie ihr Geschäftsmodell Sechzig52, angelehnt an die Mühlheimer Postleitzahl, die sie bis 1993 als Teenager auf ihre Briefe und Postkarten schrieben.

Dabei haben sie gar nicht die Absicht, mit dem Projekt Geld zu verdienen. „Wir haben ein Geburtstagsgeschenk für einen Kumpel gesucht“, erzählt Patrik Dellner. Nach mehreren Treffen im August haben sie einen Test-Pullover anfertigen lassen mit der Beflockung im Design von Basketball-Kleidung. Das Werk fand großen Anklang in der Runde und beim Beschenkten. Die Freunde bestellten 50 Exemplare bei einem Ein-Mann-Betrieb in Gießen, morgen holen sie weitere 100 Hoodies ab und fahren sie stilecht mit den Mofas aus. Wichtig ist den Freizeit-Unternehmern, dass die Teile nachhaltig sind: Der Hersteller verwende Bio-Baumwolle und recyceltes Polyester, das Material ist von einer Tierschutzorganisation zertifiziert.

„Hessens finest since 815“ steht über dem Rad, und bei Sebastian glitzern die gelben Buchstaben. „Das ist die zweite Version“, erläutert der Leiter des Webteams einer Werbeagentur, der auch den Internetauftritt von Sechzig52 managt. David ist Marketingleiter und bedient die sozialen Medien, Patrik Dellner kümmert sich als Maschinenbauer um die Mofas.

49 Euro kostet es, Mühlheim auf dem Leib zu tragen. Etwa elf Euro davon gehen an den Verein „Rettet Kinder – Rettet Leben“. Das Geld soll in der Stadt bleiben, sagen die Initiatoren, so wollen sie ihrer Heimat etwas zurückgeben. Mit den Hoodies könne „jeder, der unserer Mühlenstadt nahe ist, dies in die weite Welt tragen.“ Im Sommer soll es T-Shirts geben, auch an bedruckte Tassen denken die drei schon. „Und dann haben wir ja noch andere Stadtteile ...“ (Michael Prochnow)

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