Endlich mal Prinzessin

Mühlheims neues Prinzenpaar: Lisa I. und Julian I.

Mühlheim - Laut Kalender gehört der elfte Elfte dem heiligen Martin. Bei den Katholischen Karnevalisten Mühlheim (KaKaM) schlagen zwei Seelen in einer Brust. Denn heute fällt für sie auch der Startschuss für die fünfte Jahreszeit.

Das neue Mühlheimer Prinzenpaar: Lisa I. und Julian I.

Mit Vorstellung des Stadt-Prinzenpaares - Julian I. und Lisa I. Es gibt Leute, die sagen, es gäbe keine Zufälle. Das könnte bedeuten, dass selbst völlig unbescholtene Bürger, die sich schon als Kind am Rosenmontag erfolgreich gegen kratzende Indianerfedern und eklige Kriegsbemalung gewehrt haben, irgendwann auf der Terrasse der Familie Belz aufschlagen. Nur weil die Eltern sich an einem elften Elften das Ja-Wort gegeben haben! Im Anwesen des KaKaM-Vorsitzenden Matthias Belz wird nämlich stets im Hochsommer, wenn selbst altgediente Regenten keinen Gedanken an die Fastnacht verschwenden, bei Weizenbier das nächste Herrscher-Duo ausgedeutet.

Lisa Eisner ist die neue Lieblichkeit der Mühlenstadt. Oma Gisela Eisner ist Vorsitzende der Altstaedter, die Mama wirbelt über die KaKaM-Bühne, seit sie 19 Jahre alt war. Sie ist eine von den Swinging Ladys. Die 20-Jährige selbst wurde am Fastnachtssonntag geboren – noch Fragen? Für Klein-Lisa war es also unausweichlich, mit drei Lenzen als Schlumpf schon mal die Luft über den Brettern, die die Welt bedeuten, zu schnuppern. Danach hat sie alle Klassen der DJK-Tänzerinnen durchlaufen, zuletzt bei den Sharks.

Seit der ersten Klasse wohnt die Mühlheimerin in Lämmerspiel, was ihrer Karriere nicht geschadet hat, stellen die Karnevalisten fest. Sie studiert Grundschul-Lehramt und sammelt schon mal in der Goetheschule Erfahrung. Dabei konzentriert sie sich auf Mathe, Deutsch und katholische Religion – klar, als langjährige Messdienerin war auch das vorbestimmt.

Als Fußballerin kickte sie erst bei Teutonia Hausen, wurde dann vom 1. FC Hochstadt abgeworben. Dann gehört sie noch der Einsatzabteilung der DLRG an, gibt Nachhilfe. Und bis Aschermittwoch die bessere Hälfte von Julian Tillmann. Dem 27-Jährigen ist die Rolle als Regent nicht ganz fremd. In der Verpackungsfirma seiner Familie ist er Prokurist, Einkaufschef und Ausbildungsleiter für Lehrlinge des Groß- und Außenhandels.

Wie seine Prinzessin erblickte er in der Lederstadt das Licht der Welt, wurde aber „in Mühlheim getauft“, unterstreicht er heimatverbunden, und wuchs mit einer älteren Schwester auf. Seine karnevalistische Biographie weist dagegen Lücken auf. Als er die fünfte Klasse besuchte, bereicherte er mit den Kameraden den Zug als Clown. Auch beim MKV hat er mal reingeschnuppert, übernahm die Ordonanz und begleitete den Zugmarschall. Und in der Tillmann-Halle stellen die Narren seit vielen Kampagnen ihre Wagen ab. Am Fenster des Opas an der Bleichstraße hatte er beim Rosenmontagszug stets einen Logenplatz.

Karneval-Casting in Willy-Brandt-Halle

Sein Ding aber ist die Bowlingkugel. Julian spielte bis zur Junioren-Klasse in Mühlheim, tritt jetzt aber bereits im dritten Jahr im Trikot des BV Moguntia Mainz in der zweiten Bundesliga an. Der Zepterschwinger besitzt den Trainerschein, kocht und backt daheim, Spezialität: Schoko-Sahne-Torten und Marmorkuchen. Ach ja, und der Schwager war mal Kinderprinz in der Mühlenstadt, fällt der Hoheit noch ein!

Wie die beiden zu ihren Ämtern kamen? Es war bei der 1200-Jahr-Feier. Da stellte MKV-Kanzler Thomas Lauf sie einander vor. „Wir hatten noch nie ein so schnelles Ja“, berichtet der KaKaM-Sitzungspräsident Wolfgang Sterr. „Ich wollte schon immer Prinzessin sein“, ergänzt Lisa. Julians Freundin Mareike „muss damit leben“, winkt er ab“, „das ist nicht so schlimm“. Vorgestellt werden Julian I. und Lisa I. am Sonntag, 3. Januar, danach geht’s zur Zugmarschall-Kürung.(M.)

Rubriklistenbild: © M

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare