Monde statt Noten

Die Brüder-Grimm-Schule feiert in diesem Jahr 50. Geburtstag

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Ein Fest auf dem Schulgelände gehörte auch zum Jubiläumsjahr.

Die Brüder-Grimm-Schule (BGS) kommt aus dem Feiern nicht mehr raus. Los ging es mit dem 50. Geburtstag des Gebäudes an der Konrad-Adenauer-Straße.

Mühlheim – Der Versuch der begabungsgerechten Schule, mit Kompetenz-Zeugnissen anstelle von Ziffern-Noten zu bewerten, mündete nach zehn Jahren in die Einstufung als selbstständige Schule, freut sich Rektorin Anja Waldschmidt zu Beginn der Sommerferien.

So konnte die Schulkonferenz im vergangenen Jahr die Rahmenbedingungen der begabungsgerechten Pädagogik retten, erläutert sie. Das bedeutet, in Lämmerspiel wird weiterhin inklusiv unterrichtet. „Alle Kinder sind wie sie sind“, bekundet die Lehrerin Akzeptanz.

Zum fortgeführten Konzept gehört auch, dass die Zeugnisse der Klassen 1 bis 3 weiterhin mit vier Mond-Stufen geschrieben werden. Diese markieren, wie gut bei einem Schüler eine bestimmte Kompetenz ausgeprägt ist. Stolz ist Anja Waldschmidt darauf, dass ihre Grundschule Vorreiterin bei der Betreuung sei. Praktisch alle Kinder mit einem Bedarf finden nach dem Unterricht ein Angebot. Sie können entweder die Hausaufgabenzeit und eine oder mehrere von 13 Arbeitsgemeinschaften wählen, wo sie mit einer Clownin malen, handarbeiten, Fußball spielen, basteln, tanzen, kochen oder den Computer besser kennenlernen. Oder sie besuchen die Schulkindbetreuung des Fördervereins, die Villa Brüder Grimm, die vor zwei Jahren auf 150 Plätze aufgestockt wurde.

Alle konnten sich einbringen

Für die Schulleiterin ist es wichtig, dass alle Ziele in enger Kooperation mit Eltern und Förderverein, mit den Kindergärten, Vereinen und der Kirchengemeinde St. Lucia geschaffen wurden. Beim Fest gab’s Spielideen von jedem Jahrgang, der Elternbeirat hatte eine Mammut-Tombola mit 800 Preisen und 1000 Losen organisiert. DJ Abdul erfüllte Musikwünsche, sodass manche Gäste das ganze Fest hindurch getanzt haben. Ein Flashmob einte Lehrer, Eltern und Schüler zu einer Choreografie. Der Geschichtsverein zeigte Dias, im Erzählcafé plauderten Ehemalige wie Ex-Schulleiterin Christel Moll, reichten alte Fotos herum. „Viele einstige Schüler und Eltern, Kollegen und Sekretärinnen treffen sich bis heute regelmäßig“, berichtet die Rektorin.

„Mögen aus unserer Brüder-Grimm-Schule immer tüchtige junge Menschen hervorgehen, die gesichert sind für den schweren Lebenskampf, die in freiheitlich-demokratischer Gesinnung und Loyalität und Achtung vor dem Mitmenschen ihren Weg gehen werden.“ Das waren die Worte von Lämmerspiels Bürgermeister Hans Hölzer, der die Schule am 22. September 1969 eröffnete. Drei Millionen D-Mark waren damals als Baukosten vorgesehen. Also zogen 235 Schüler vom benachbarten Rathaus in die neuen Räume. Allein 1970 wurden 65 Abc-Schützen in zwei Klassen aufgenommen.

Lerngruppen für Gastarbeiter-Kinder

Drei Jahre später wurden eigene Lerngruppen für Kinder von spanischen und italienischen Gastarbeitern eingerichtet. 1980 folgte ein Erweiterungsbau, der die Lämmerspieler in den Genuss einer Förderstufe brachte. 1988 wurde sie schon wieder verbannt. Kita und die Rodgauer Schule für Praktisch Bildbare nutzten die Räume, was Lehrern und Schülern wertvolle Erfahrungen eröffnete.

Seit 1995 führt der Förderverein an diesem Ort die Betreuung, die 2008 mit den Horten zusammengelegt wurde. Ab 1995 gehörten auch Projekttage zum Schulalltag, ein Jahr später zogen die ersten fünf Computer ein. Vom „Turnzimmer“ wechselte der Sportunterricht 2007 in eine moderne Halle. Zur gleichen Zeit kam die Kinderabteilung der Stadtteilbücherei an die BGS. Und rechtzeitig zum 40. Geburtstag wurde die Einrichtung komplett saniert.

Michael Prochnow

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