„Müllem Helau deham“

Mühlheims Fastnachter planen einen Film mit Mischung aus neu und alt

Alternativprogramm im Netz: Dieses Jahr gibt’s coronabedingt keinen Narrensprung zu Weiberfastnacht.
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Alternativprogramm im Netz: Dieses Jahr gibt’s coronabedingt keinen Narrensprung zu Weiberfastnacht.

Vorm „bösen Fegefeuer“ retten Till und die Lämmerspieler Schellennarren zum Höhepunkt einer jeden Kampagne den Karneval. Gegen den Lockdown aber scheint der Narrensprung zu Weiberfastnacht wirkungslos zu sein. Dennoch liefert auch die Gruppe einen Beitrag zu den raren verbliebenen Aktionen in dieser Session.

Mühlheim – Eigentlich diente der Brauch vor Aschermittwoch auch dazu, der Obrigkeit auf die Finger zu klopfen und den Machthabern den Spiegeln vorzuhalten. Vertreter von Vereinen, die bislang in der fünften Jahreszeit Veranstaltungen gestaltet hatten, einigten sich bei zwei Treffen mit Repräsentanten aus dem Rathaus zunächst auf eine gemeinsame Aktion. Mehrere Gruppierungen haben sich jedoch aus der Planung zurückgezogen, vier arbeiten weiter an Auftritten, die allein im Internet zu sehen sein sollen.

„Durch die aktuellen Beschränkungen können wir nicht in der Willy-Brandt-Halle aufzeichnen“, erklärt Jenny Grünwald, Vorsitzende der Katholischen Karnevalisten Mühlheim (KaKaM) und Sprecherin der Kooperation „Müllem Helau“. Sie dankt dem Magistrat, der das Bürgerhaus anfangs als Aufnahmestudio angeboten hatte. Das ging dann eben doch nicht, „aber wir wollten nicht aufgeben und haben nach Alternativen gesucht“, sagt die einstige Stadt-Prinzessin.

„Coronakonform“ haben sie, Nadine Wahl vom Mühlheimer Karnevalverein (MKV) und Feuerwehrmann Martin Deiß, die Drehorte in private Räume verlegt. So kam der Kameramann zu den Büttenrednern, Sängern und Tänzern oft nach Hause, „Müllem Helau deham“ lautet der Titel der weitgehend geheim gehaltenen Produktion. „Nicht alle vorgesehenen Nummern können so ins Programm einfließen“, heißt es nun, „eine Garde kann unter diesen Bedingungen nur schwer auftreten“.

Der Film, der ab Fastnachtssamstag im Netz stehen wird, biete trotzdem eine „Mischung aus neu und alt“. Es sollen nämlich auch Vorträge aus der Vergangenheit gezeigt werden - „wenn sie in einer sendefähigen Qualität vorliegen“, erläutert der technische Leiter. Neben KaKaM und MKV werden die Freiwillige Feuerwehr Mühlheim und die Lämmerspieler Schellennarren dabei sein, dazu versprechen die Macher eine „kleine Dokumentation“.

„Wir wollen ein bisschen Freude bringen“, betont Grünwald, „damit der Faschingsgeist nicht verloren geht, auch wenn die neue Situation ungewöhnlich ist“.

Rund rund zwei Dutzend Narren sind am Fastnachtssamstag, 13. Februar, ab 19.31 Uhr live auf der Seite müllem-helau.de zu sehen, zudem auf Facebook und Youtube. (Von Michael Prochnow)

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