Nach Beschwerden: Fluglärm über Lämmerspiel wird erneut gemessen

Mühlheim - Die Fraport AG, Betreiber des Frankfurter Flughafens, wird in dieser Woche in Lämmerspiel ein Messgerät zur Erfassung des Fluglärms aufstellen. Von Matthias Dahmer

Ein entsprechender Messcontainer werde für etwa drei Monate auf dem Sportgelände der TSV Lämmerspiel am Offenbacher Weg positioniert, teilte die Stadtverwaltung Mühlheim gestern mit. Die Fraport AG hatte im Frühjahr 2 000 erstmals den Fluglärm über Lämmerspiel gemessen. Damals befand sich der Messpunkt in der Robert-Koch-Straße. Grund für die erneute Aufstellung eines Messgeräts seien vermehrte Anfragen und Beschwerden in den vergangenen Monaten gewesen, so die Stadtverwaltung. Nach Rücksprache mit der Kommission zur Abwehr des Fluglärms sowie der Fraport sei die Zusage erfolgt, dass abermals der über Mühlheim herrschende Fluglärm gemessen wird.

Die Messstation steht den Angaben zufolge auf einem Anhänger und ist mit einem wetterfesten Mikrofon ausgestattet. Bei der Aufzeichnung der Daten werde zwischen Tag- und Nachtwerten unterschieden. Der äquivalente Dauerschallpegel werde ebenso gemessen wie der lauteste Schallwert und Einzelschallereignisse. Nach Abschluss der Messungen erhält die Stadt Mühlheim einen entsprechenden Messbericht, der veröffentlicht wird. Mit den Ergebnissen ist voraussichtlich Anfang Juni zu rechnen.

Spannend dürfte dabei die Frage sein, wie sich der Fluglärm im Vergleich zur Messung vor neun Jahren entwickelt hat. Damals war vom 11. April bis 23. Mai gemessen worden. Der ermittelte Dauerschallpegel lag bei 56 dB(A) (siehe Info-Ecke), die Spitzenwerte lagen zwischen 6 und 22 Uhr bei mehr als 84 dB(A), zwischen 22 und 6 Uhr wurden Höchstwerte zwischen 80 und 84 dB(A) aufgezeichnet.

Wie berichtet, klagt die Stadt Mühlheim gegen den Ausbau des Flughafens, wobei es ihr vor allem um ein Nachtflugverbot und Beschränkung der Flugbewegungen in den frühen Morgen- und späten Abendstunden geht. In der Klageschrift der beauftragten Anwälte ist im Falle eines Ausbaus von einer erheblichen Zunahme des Fluglärms im ganzen Stadtgebiet die Rede. Bürgermeister Bernd Müller wies darauf hin, dass durch die jüngste Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs zum Ausbau die Chancen für ein Nachtflugverbot gestiegen seien.

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