Nach fast 30 Jahren geht‘s los

Areal mit langer Geschichte: Spatenstich für rund 60 Wohnungen in Mühlheimer Bahnhofsnähe ist gemacht

Spatenstich für rund 60 Wohnungen in vier Häusern (siehe Grafik) am Mühlheimer Bahnhof.
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Spatenstich für rund 60 Wohnungen in vier Häusern (siehe Grafik) am Mühlheimer Bahnhof.

Es hat lange gedauert, nun ist der Spatenstich gemacht. Dazu haben sich Vertreter der Stadt und der „B+J Wohnungsbau GmbH“ nun getroffen. Auf der Brachfläche westlich des Mühlheimer Bahnhofs sollen bis 2022 rund 60 Mietwohnungen, verteilt auf vier Häuser, entstehen. Für die Stadt sei das Vorhaben am Ende der Bahnhofstraße der „abschließende Baustein zur Gesamtentwicklung des Gebietes rund um den Mühlheimer Bahnhof“, sagt Bürgermeister Daniel Tybussek und fügt an: „Ein großes Thema und wichtiges Anliegen der Stadt.“

Mühlheim – Zuvor war der Bahnhof bereits denkmalgerecht saniert worden und auf der Ostseite des Areals 40 Reihenhäuser entstanden. „Wir freuen uns sehr, dass nach fast 30 Jahren jetzt das Gelände, das der Deutschen Bahn beziehungsweise ihrem Tochterunternehmen Aurelis gehörte, endlich bebaut wird“, sagt der Rathauschef. Er prognostiziert, die in unmittelbarer Nähe befindliche S-Bahn-Station „sorgt sicherlich für ein großes Interesse an den attraktiven Mietwohnungen am oberen Ende der Bahnhofstraße und führt zu einer Aufwertung des gesamten Umfelds“.

Dabei hätten das wohl viele gar nicht mehr für möglich gehalten. Denn schon seit den 1990er-Jahren ist das rund 4000 Quadratmeter große Grundstück ein Thema in der Stadt. 1989 wurde die Bahnhofstraße mit dem Neubau der Bahnunterführung (L 3064) zur Gemeindestraße herabgestuft. 1993 gab es bezüglich des Grundstücks einen Investorenwettbewerb der Stadt, Ende der 1990er-Jahre ist aber immer noch nichts passiert. Der Bau des geplanten Wohn- und Geschäftshauses kommt nicht voran, da Bahn und Telekom sich nicht über die Kosten zur Verlegung eines Glasfaserkabels einigen können. 2003 beschließt die Stadtverordnetenversammlung einen Bebauungsplan für das Areal mit dem Ziel, dass dort ein Supermarkt errichtet wird. Allerdings zieht sich Tengelmann 2004 aus dem Projekt zurück. In den folgenden Jahren sehen verschiedene Interessenten letztendlich von der Entwicklung des Areals ab. 2009 sichert Aurelis zu, dass das Glasfaserkabel der Telekom überbaubar sei, aber zugänglich bleiben müsse. Nachdem das Unternehmen dann 2013 bekanntgemacht hatte, das Grundstück stehe zum Verkauf, wird der bestehende Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan von den Stadtverordneten aufgehoben und ein neuer auf den Weg gebracht.

Die „B+J Wohnungsbau GmbH“ aus der Nähe von Aschaffenburg will auf dem Areal rund 60 Mietwohnungen, verteilt auf vier Wohnhäuser, bauen. Diese werden laut dem Geschäftsführer und Bauleiter, Alexander Jührs, barrierefrei und zwischen 50 und 120 Quadratmeter groß sein. Der Preis pro Quadratmeter werde zwischen 10,50 und 11,75 Euro liegen, sagt Jührs. Jede Wohnung soll mit einer Fußbodenheizung, elektrischen Rollläden, schallinsolierten Balkonen und Küchenzeilen ausgestattet und über Aufzüge erreichbar sein, sagt Jührs. Parkplätze werde es als Carports an den Häusern sowie hinter den Gebäuden Richtung Bahn geben. Auch für ausreichend Fahrradstellplätze werde gesorgt sein, betont Jührs. „Hier ist dann fast Wohnen ohne Auto möglich“, erläutert er angesichts der zentralen Lage und der S-Bahn-Nähe.

(Von Ronny Paul)

Till Böttcher, Fachbereichsleiter „Stadtentwicklung, Hochbau und Liegenschaften“, Bürgermeister Daniel Tybussek, Erster Stadtrat Dr. Alexander Krey sowie die Geschäftsführer der „B+J Wohnbau GmbH“, Alexander Jührs und Jürgen Bozem nehmen die Schaufeln in die Hand. In zwei Jahren soll das Projekt vollendet sein.

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