Mehr als 20 Jahre in Parlament und Magistrat

Petra Schneider: Keine stumme Stimme

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Bürgermeister Daniel Tybussek (links) und Parlamentschef Harald Winter ernannten Petra Schneider zur Stadtältesten.

Mühlheim - Mühlheim hat die Stadtverordnete Petra Schneider zur „Stadtältesten“ ernannt – Zuwachs für den Kreis jener, die 20 Jahre und mehr manchen Fernsehkrimi verpassten, um den Abend mit oft wenig spannenden Debatten im Stadtparlament zu verbringen. Von Marcus Reinsch 

Manche der 45 Mühlheimer Stadtverordneten werden in der Stadtchronik als Namen auftauchen, aber nicht als mit konkreten Ereignissen oder Entscheidungen verknüpfbare Erinnerungen. Das ist weder was Böses noch eine mühlenstädtische Spezialität, sondern bei jeder Volksvertretung so. Stumme Stimmen braucht nun mal jedes politische Lager. Petra Schneider allerdings wird solche Unsichtbarkeit erspart bleiben. Die Stadtverordnete der Bürger-für-Mühlheim-Fraktion zählt zu den bekannteren Gesichtern der Kommunalpolitik. Für die mehr als 20 Jahre, die sie bisher in der Stadtverordnetenversammlung und im ehrenamtlichen Magistrat verbracht hat, ernannten Stadtverordnetenvorsteher Harald Winter und Bürgermeister Daniel Tybussek (beide SPD) sie gerade zur „Stadtältesten“.

Es ist ein Ehrentitel, der wenig über das Alter seiner Trägerin aussagt. Aber viel über den Willen zur Kontinuität und die Bereitschaft, ein gutes Stück des Privatlebens in die Entwicklung der Stadt zu investieren. Der Weg in den Kreis kommunalpolitischer Urgesteine steht jedem offen, der insgesamt mindestens zwei Dekaden lang Stadtverordneter oder Ehrenbeamter war. So formuliert’s die Hessische Gemeindeordnung. Hauptamtliche Wahlbeamte können trotz Bezahlung ebenfalls Stadtälteste werden. Aber das schafft in der dünnen Luft einer Chefetage bekanntlich kaum einer.

Petra Schneider hat’s, wie bemerkenswert viele Volksvertreter vor ihr, geschafft. Die Mühlheimer Wähler hoben sie anno 1997 erstmals in die Stadtverordnetenversammlung. Dort ist sie seither bei jeder Kommunalwahl wieder gelandet. Allerdings nicht immer für die selbe Fraktion. Die erste Hälfte ihrer Zeit als Volksvertreterin diente sie der CDU-Fraktion, erst als Abgeordnete und in der Legislaturperiode 2001 bis 2006 als ehrenamtliche Stadträtin im Magistrat.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Dann wechselte sie zu den „Bürgern für Mühlheim“. Von 2006 bis 2011 gleich wieder als Magistratsmitglied und seitdem – die anfangs noch als Koalitionäre der CDU mitregierenden „Bürger“ hat es damals in der Oppositionsrolle verschlagen, was auch eine Verdopplung der Prozente bei der Kommnalwahl im vergangenen Jahr nicht änderte – erneut als Stadtverordnete. Ihren Wechsel zu den „Bürgern“, diesen Ausflug in eine parteipolitisch sensible Zeit gönnte sich Schneider in ihrer Dankesrede, habe sie „keine Minute bereut“.

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