Nach Neufassung des Kindergartenbedarfsplans:

Stadt setzt auf Erweiterungen und Personalakquise

Mühlheim - Bei der Aufholjagd nach Plätzen in Krippen, Kitas und in der Schulbetreuung will die Stadt langfristig auf die Erweiterung von Einrichtungen und auf eine frühzeitige Personalakquise setzen. Nötigenfalls soll der Weg für einen Kita-Neubau freigemacht werden. Im Fokus steht auch die Rote-Warte-Schule. Von Christian Wachter 

Was die jüngst veröffentlichte Neufassung des Kitaentwicklungsplans in einem umfangreichen Zahlenwerk adressierte, dürften manche Eltern in der Mühlenstadt schon in der Praxis kennengelernt haben. Gerade jene, deren Kinder auf Wartelisten gelandet sind. Klar ist: Die Betreuung ist nicht unbedingt ein Nachfragemarkt, in dem ein Angebotsüberschuss herrscht. Als Grund dafür, dass die Quote trotz eines Ausbaus der Betreuung „nicht wirklich gesteigert werden“ konnte, macht der Plan einerseits den Zuzug in die Mühlenstadt, aber auch eine gesteigerte Geburtenrate aus (wir berichteten). Auch auf einen möglichen weiteren Anstieg will man bei der Stadt nun mit einem langfristigen Ausbau und neuen Wegen der Personalakquise reagieren.

Die Zahlen der Kinder mit einem Anspruch auf einen Kitaplatz haben bis 2014 „relativ stabil im Mittel“ bei 850 Kindern gelegen, heißt es in einem Schreiben aus dem Rathaus. Durch eine weitere Steigerung zum Ende des Jahres 2017 sind es inzwischen 938 Kinder. „Auch wenn die Zahl der Plätze kontinuierlich erhöht wurde und erst im November 2017 20 neue geschaffen wurden, werden die aktuellen Kapazitäten langfristig nicht ausreichend sein.“ Dies hänge auch mit den 22 Integrationsplätzen zusammen, die einen wichtigen Bestandteil darstellen, aber einen erhöhten Personalschlüssel und kleinere Gruppengrößen voraussetzen. Bürgermeister Daniel Tybussek weist in diesem Zuge auf die Betreuungsquoten in den Kindergärten im Sommer 2019 und 2020 hin: „Mit einer Erweiterung einer Einrichtung, nur beispielhaft sei hier der Bornweg genannt, stünden im Sommer 2020 für 1035 Kinder 1085 Plätze zur Verfügung, die Basis für eine Entscheidung über den weiteren Ausbau stellt die Entwicklung der Geburten im laufenden Jahr dar.“

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Für das Jahr 2021 könne man derzeit – ohne den 2018er Jahrgang – mit 759 Kindern rechnen. Rechtzeitig vor der Haushaltsverabschiedung werde er eine Einschätzung dazu liefern, betont der Bürgermeister. „Dazu werden die 2018er Geburten per 31. Oktober erhoben, um belastbare Zahlen in der Stadtverordnetenversammlung vorweisen zu können, mit dem klaren Ziel, nötigenfalls noch den Weg für einen Kita-Neubau oder auch Erweiterungen von bestehenden Kitas freizumachen.“

Was die Schulen angeht, so würde man eine mögliche Erweiterung oder Sanierung der Bestandsgebäude der Rote-Warte-Schule konstruktiv und positiv unterstützend begleiten, da dem Schulentwicklungsplan des Kreises zu entnehmen sei, dass einige der Schulgebäude statische Mängel aufzeigen. Sollte dort ein Neubau anstehen, weist der Bürgermeister darauf hin, dass die Kapazität der Betreuung an der Rote-Warte-Schule zu niedrig sei und sich die Stadt grundsätzlich im Zuge von Neubauten bei der Errichtung einer Schulbetreuung einbringen möchte.

So können Eltern das kindliche Selbstbewusstsein stärken

An der Geschwister-Scholl-Schule gibt es zwar ein Betreuungsplatzangebot für rund zwei Drittel der Schulkinder, „allerdings ist die Schule in der Entwicklung ihrer Angebote beschränkt, da es derzeit keine Essensmöglichkeit gibt“, teilt die Stadt mit. Außerdem befinde sich die städtische Betreuungseinrichtung nicht in unmittelbarer Nähe der Schule, sodass die zweispurige Bundesstraße überquert werden muss.

Es reiche allerdings nicht aus, betont Tybussek, „die Platzzahlen durch Räume zu erweitern, wenn nicht gleichzeitig dafür Sorge getragen wird, dass qualifiziertes Personal für die Einrichtungen zur Verfügung steht“. Deshalb sei eine fortwährende wesentliche Aufgabe die Personalsicherung und -entwicklung. „Personalmangel führte in der Vergangenheit durchaus dazu, dass bestehende Plätze nicht besetzt werden konnten.“

Da in den nächsten Jahren der Ausbau an Plätzen in verschiedenen Einrichtungen vorgesehen sei, müsse eine „nachhaltige Gewinnung von Personal“ eine wesentliche Kernaufgabe sein. Deshalb wolle man auf eine frühe Akquise, gegebenenfalls schon während der Ausbildung, setzen.

Rubriklistenbild: © dpa

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