Nachhaltiges Spenden

Lions-Club-Mitglieder greifen Kulturschaffenden finanziell unter die Arme

Unterstützt vom Lions Club: das SUM-Blasorchester beim Platzkonzert im vergangenen Sommer. archiv
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Unterstützt vom Lions Club: das SUM-Blasorchester beim Platzkonzert im vergangenen Sommer. archiv

Für manche Angestellten hat die Corona-Pandemie das Leben nicht wesentlich verändert. Künstler und andere Kulturschaffende erfuhren jedoch durch die Maßnahmen der Politik quasi ein Berufsverbot. Viele haben mittlerweile Ersparnisse aufgebraucht, Kredite genommen oder einen anderen Job angenommen. Hilfe kommt nun vom Lions Club.

Mühlheim – Die Mäzene können sich ganz gut in die Situation der Betroffenen hineinversetzen, können sie doch ihre eigenen Veranstaltungen auch nicht verwirklichen. Im Jahresprogramm treffen sich die „Löwen“ eigentlich zu einer italienischen Nacht, zum Golfturnier im September in Seligenstadt, das tatsächlich laufen konnte. Ein Ausflug und ein Konzert mit den Bobstars mussten wiederum abgesagt werden.

„Manche Künstler erhielten bis heute überhaupt nichts“

„Wir hatten schon 150 Karten verkauft“, berichtet der aktuelle Lions-Präsident Michael Boldt, „kaum 30 wurden zurückgegeben“. Das Geld floss in einen neu aufgemachten Topf für Kunst und Kultur. Eine Arbeitsgruppe hatte die Aktion „Sustainable Serve“, „nachhaltiges Spenden“, vorbereitet: „Wir haben überlegt, was machen die Leute, die sonst bei unseren Aktionen auftreten“, erläutert der Sprecher. „Manche Künstler erhielten bis heute überhaupt nichts, oder die Hilfsgelder flossen sehr spät.“

Die Lions entschlossen sich, wenigstens einige Personen oder Gruppen zu unterstützen unter dem Motto „Wenn nicht jetzt, wann dann!“ „Wir leben in einer Stadt, in der es uns gut geht“, beschreibt Boldt die Überlegung der Club-Gemeinschaft. „Wir haben uns also ausgetauscht, wo wir unseren Beitrag leisten können, wer jetzt leidet.“ Als Erstes hat der Vorstand anstelle der nicht möglichen vorweihnachtlichen Feier Gutscheine vom Club-Restaurant Alexandrion erworben, um die Gastronomie zu fördern.

„Wir wollten insgesamt 10 000 Euro aus dem Erlös von Eintrittskarten und Weihnachtsmarkt ausschütten, jetzt sind es 12 500 Euro“, verkündet der Präsident. Allein 5000 generierten die Helfer mit ihrem Golfturnier (wir berichteten). Sie riefen Kunsttreibende dazu auf, sich um einen Zuschuss zu bewerben, „aber nur wenige Mühlheimer haben uns angesprochen“, resümiert Boldt.

Tonmisch- und Beschallungsanlage, Lautsprecher-Boxen und Mikrofone fürs Juz

Darunter war das Blasorchester der Sport-Union, das 1500 Euro bekam, an Clownin Monika Schloz und den Da Capo-Chor in Rodgau flossen je 700 Euro, 2000 an den Zirkus Barus, der in Offenbach gestrandet ist. Hilfe ging auch an eine Sängerin, die bei der Einführung des Club-Präsidenten gesungen hat. „Wir bleiben so in der Region und bei Talenten, zu denen unsere Mitglieder Kontakte pflegen“, ergänzt Schatzmeister Matthias Belz. „Wenn wir wieder dürfen, könnten wir ein Benefiz-Fest im Zirkuszelt feiern, bei dem die Geförderten auftreten.“

Eine weitere Idee ist, dem Team des Jugendzentrums unter die Arme zu greifen. „Das sind super Typen, sehr engagiert“, bemerkt der Lions-Kassierer. Der Vorstand habe darum die Zusage erteilt, eine Tonmisch- und Beschallungsanlage, Lautsprecher-Boxen und Mikrofone im Wert von 5000 Euro zu finanzieren. „Im Gegenzug könnten wir dann auch mal das Juz für unsere Aktionen nutzen.“

Der Club unterstützt regelmäßig auch die Fortbildung von Lehrkräften und verleiht Abitur-Preise für soziales Engagement und herausragende Leistungen. Wegen der Pandemie, informiert Boldt, werden die 25 Mitglieder erstmals ein zweites Jahr vom selben Präsidenten geführt. Vizepräsidentin bleibt Martina Schüler-Boldt, Vize-Vizepräsident Gerhard Pregitzer, Past-Präsident Christoph Stanco, Sekretärin Ulrike Tillmann, Schatzmeister Matthias Belz, Activity-Beauftragte Anke Rittmüller und Clubmaster Peter Tillmann, der auch für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist. (Michael Prochnow)

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