DJK Mühlheim will auch Mädchen für den Tischtennis-Sport begeistern

Nachwuchs-Duelle an der Platte

Mini-Meisterschaften bei der DJK Mühlheim: Für das Tischtennis-Turnier haben sich nur Jungs angemeldet, das soll sich ändern.

„Die denken, das ist was für Jungs. “ Treffsicher erklärt die zwölfjährige Greta, warum kaum andere Mädchen zum Tischtennis kommen. Für die Mini-Meisterschaften hatten sich auch nur Jungs zwischen sieben und zwölf Jahre angemeldet. 

Mühlheim – Gut 100 Aktive spielen im Rundenbetrieb im Trikot der DJK Mühlheim, fünf Herren-, vier Schüler- und Jugendmannschaften, aber nur ein Damen-Team. Zeit, die Werbetrommel zu rühren.

Das tun die Vereine mit den Mini-Meisterschaften, die zwischen September und Februar laufen. Im März treffen sich die Sieger zum Kreisentscheid, im April geht’s auf Bezirksebene weiter, im Mai werden die hessischen Meister geehrt, erläutert Margit Hohmann. Sie gibt im Gemeindezentrum St. Markus, wo trainiert wird, „mit Unterbrechungen“ seit fast 50 Jahren die Jugendleiterin. Außer den Mühlheimern gebe es in der Region nur noch zwei weibliche Mannschaften und die wollen nicht in einer eigenen Mädchenklasse spielen, erläutert die Frau vom Fach.

„Ich bin auch nur wegen meinem Bruder hier“, sagt Greta grinsend und nimmt wieder den Schiedsrichter-Stuhl in Höhe der Mitte von Tisch 1 ein. „Die Schülerinnen tanzen lieber“, weiß Margit Hohmann. Dabei ist Sarah Quartier von der Mühlheimer Jugend gerade mit dem Tischtennisclub Langen in die Regionalliga West aufgestiegen. Die DJK-Herren traten bereits gegen Weltmeister Timo Boll an – „freilich ohne Chance“, erzählt die Jugendleiterin.

„Tischtennis ist in den Medien fast nicht präsent“

„Es wird zu wenig Werbung gemacht“, findet Tom Kappes. Der 17-Jährige errang schon eine Reihe von Titeln, trainiert an der Pfarrgasse seit Jahren Schüler. „Tischtennis ist in den Medien fast nicht präsent, selbst das Finale der Weltmeisterschaft in Düsseldorf vor zwei Jahren wurde erst übertragen, als die Hälfte schon gespielt war.“ Nach Toms Meinung gibt es zu viel Ablenkung, zu viele Angebote für die Jugendlichen. 16 Kinder kommen derzeit regelmäßig zum Training – früher waren es mal doppelt so viele, berichtet er zwischen Ohrensesseln und Wohnzimmermöbeln auf der Querbeet-Bühne. Unten im Saal messen sich auch einige Schulanfänger in den DJK-Farben. „Sie spielen schon bei uns, sind aber noch keiner Mannschaft zugeteilt“, erläutert Margit Hohmann, darum dürfen sie noch bei den Minis mitmachen.

„Vorher Hand geben, nachher Hand geben“, erinnert die Leiterin den Nachwuchs vor dem nächsten Match. Wenn der Ball im Netz hängen bleibt, blicken die Jungs noch verstohlen zur Schiedsrichterin, die mit einem Fingerzeig erinnert, wer Aufschlag hat. Jeder tritt gegen jeden in seiner Altersklasse an. Bei den Jungen bis acht Jahren erhält Aman Kubrom den Pokal, Cenk Bilgin eine Urkunde, beide bekommen noch ein Präsent.

Bei den Neun- und Zehnjährigen gewinnt Can-Luca Eitel vor Mico Fabiano und Siran Korkmaz, bei den Elf- und Zwölfjährigen Fabian Jakwirth, Philip Nguyen ist Zweiter. Infos unter: djk-muehlheim.de/tischtennis

VON MICHAEL PROCHNOW

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