Wo der Narr den Euro ersetzt

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Sorgten im Saal für Stimmung: Die „St.-Markus-Singers“ mit ihrer „Bachkopp Beachparty“.

Mühlheim - In welcher Währung wird der gemeine Mühlheimer künftig seine Rechnungen zahlen? Weiter in von vielen ungeliebten Euro oder doch wieder in der guten alten D-Mark? Von Karl-Heinz Otterbein

Weder noch, wenn es nach Axel Bohn geht. Der nämlich verkündete während der Premieren-Fastnachtssitzung der Katholischen Karnevalisten Mühlheim (KaKaM) als Chef der MZB („Müllems Zentral Bank“) die Einführung einer neuen Währung für die Mühlenstadt - den „Narr“.

Zwar ließ Bohn im Gemeindezentrum von St. Markus offen, wie sich der Wechselkurs Euro/Narr gestalten wird. Entsprechende, wenn auch überdimensionierte Geldscheine hatte er aber dabei. So ziert ein Porträt von Gerda (die von der Kleinen Weltbühne) den 500-Narr-Schein, der 200-er zeigt Dr. Manfred Sondergeld mit der unvermeidlichen Zigarre.

Mehr Bilder von der KaKaM-Sitzung:

Premiere der KaKaM-Sitzungsfastnacht

Dass sich viele der Sitzungsbesucher mit einer Bohnschen Währungsreform anfreunden könnten, zeigte der frenetische Beifall, den das langjährige Bütten-Ass für seinen Beitrag erntete.

Dabei war Bohn beileibe nicht der einzige Aktive, der von den Besuchern während der von Wolfgang Sterr wieder unaufgeregt und souverän geleiteten Sitzung gefeiert wurde.

So fand Protokoller Peter Kilian diesmal als „Kirchenschweitzer“ überaus klare Worte zu lokalen und überregionalen Themen wie etwa dem Ausgang der Bürgermeisterwahl und der Debatte um den Bau der Biogasanlage in Mühlheim sowie dem Parteiengezerre um die Hartz-IV-Reform oder dem Absturz der FDP auf Bundesebene.

Auch die „Mühlheimer Fastnachtssänger“ (Manfred Sondergeld, Michael Ruhr, Stefan Messer und Theo Eichhorn) zeigten sich gewohnt scharfzüngig, aber nie bösartig, und boten unter anderem mit ihrer kritischen Würdigung moderner Kommunikationsmittel einmal mehr Politfassenacht allererster Güte.

Für Lachtränen sorgten Gabi Kolinko, die als „Schlafwandlerin“ und „Cindy vom Unnerort“ von ihren Abenteuern beim Casting für „Germanys next Top-Model“ erzählte und sich dabei auch selbst kräftig auf die Schippe nahm, und nicht zuletzt Matthias und Christian Belz mit ihrem Zwiegespräch „Wir sind der Elferrat“.

„Bachkopp Beachparty“ mit Schlagern

Der KaKaM-Chef und sein Sohn persiflierten als „Zwei-Mann-Elferrat“ solch fast schon heiligen Sitzungsrituale wie Ordensverleihung und Zünden von Spaßraketen und diskutierten unter anderem zwerchfellerschütternd darüber, ob man zum Werfen besser runde oder eckige Konfettis verwendet. Dem Publikum war diese Frage egal - es lachte sich fast schlapp.

Ernste Töne zwischen allem Kokolores fanden Manfred Sondergeld, Klaus Belz und Klaus Schmitt bei ihren „Szenen aus dem Pfarrbüro von St. Markus“, das von Gaby Gybas einstudierte Männerballett machte mit seiner Version des Musicals „Sister Act“ einen Besuch in Hamburg überflüssig.

Eine „Bachkopp Beachparty“ mit Schlagern rund ums Thema Wasser feierten die „St. Markus Singers“ unter der Leitung von Michael Ruhr, während die „Swinging Ladys“ mit ihrem Tanz unter dem Motto „Kubanische Nacht“ lateinamerikanisches Flair in den voll besetzten Saal brachten.

Einmal mehr zum Augenschmaus gerieten die Auftritte der Prinzengarde, die allesamt wieder von Silke Coutandin-Hausmann einstudiert wurden. Völlig zu Recht würdigte Sitzungspräsident Sterr die Trainerin als „Glücksfall für die KaKaM“.

Nach der Premiere im vorigen Jahr boten Chantal Hintze und Andre Hoppe auch in dieser Kampagne einen schwungvollen Paartanz auf der Bühne, während der geplante Auftritt der „Büttenreden-Azubinen“ Sarina Stübinger und Sabrina Hatzebruch einem entzündeten Blinddarm zum Opfer fiel.

Nicht wegzudenken aus den Sitzungen der KaKaM sind seit jeher Aktive vom Musikverein Dietesheim, die unmittelbar vor Beginn der Veranstaltung und nach der Pause als Stimmungskapelle fungierten und auch die Aktiven in der Bütt musikalisch unterstützten.

Abgerundet wurde das etwa vierstündige närrische Programm von einer Polka der „Elfen“ der DJK-Jugendgarden und dem Auftritt von Prinzessin Marie-Christine I. und Prinz Christian II.

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