Landrat überzeugt sich vom Fortschritt der Arbeiten

Friedrich-Ebert-Gymnasium: Neubau nimmt Gestalt an

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Peter Demuth (Projektsteuerung Kreis Offenbach, von links), Michael Kremer (Architekt), Landrat Oliver Quilling und Schulleiter Stefan Sturm besuchen die Baustelle. Der Bau steht auf Stelzen, was nicht nur Platz spart, sondern auch für ein Regendach sorgt.

Mühlheim - Das Friedrich-Ebert-Gymnasium (FEG) drohte nicht nur, es platzte schon aus allen Nähten, weshalb der Kreis Offenbach beschloss, für Abhilfe zu sorgen. In acht neuen Räumen sollen bald 240 Schüler binomische Formeln und Punische Kriege büffeln. Von Stefan Mangold 

Nun schaute sich Landrat Oliver Quilling den fertigen Rohbau an. Schon geraume Zeit musste FEG-Leiter Stefan Sturm ständig improvisieren, um die 850 Schüler seines Gymnasiums irgendwie unter zu bekommen. Bei Licht betrachtet, war das Ende der Variationsmöglichkeiten schon erreicht. Die Rückkehr von den acht auf die früheren neun Gymnasialklassen leuchtet zwar pädagogisch ein, eine Klassenstufe mehr bedeutet aber auch mehr Platzbedarf. Die Kursräume waren einst für 20 Schüler konzipiert, mittlerweile drängen sich dort 30 Gymnasiasten. Im Februar wurde auf dem südlichen Teil des Grundstücks, vis-à-vis zur Friedrich-Ebert-Schule (FES), mit den Arbeiten für einen dreigeschossigen Bau begonnen. In den acht Klassenräumen mit jeweils 60 Quadratmetern Fläche werden 240 Schüler unterkommen. Der Pfiff an Effizienz liegt in der Konstruktion. Das Gebäude steht auf Stelzen, wodurch letztlich nur das Treppenhaus Schulhoffläche wegnimmt. Wenn es regnet, können sich die Schüler in den Pausen unterstellen.

Nach dem Ende der Bauarbeiten kommt die Weitsprunganlage wieder zum Einsatz. „Wir werden die einzige Schule im Kreis mit zum Teil überdachter Tartanbahn sein“, vermutet Schulleiter Sturm, was Oliver Quilling bestätigt. Der Landrat schaut ebenso vorbei wie Peter Demuth vom Fachdienst Projektsteuerung des Kreises Offenbach und Michael Kremer, der zuständige Architekt. Die Zeiten, als Schulbauten einer besonderen Ästhetik folgten, wie etwa die Albert-Schweitzer-Schule in Offenbach mit ihrem Jugendstil, sind längst Geschichte. Die Erweiterung ist ebenso ein reiner Funktionsbau wie das Hauptgebäude der FEG oder die FES auf der anderen Straßenseite.

Ein Fahrstuhl fehlt, was sich jedoch nicht als Problem für behinderte Schüler herausstellen wird. Deren Klassen bleiben bei Bedarf im Haupthaus, wo sich auch weiterhin die Fachräume befinden. Nach den prognostizierten Zahlen im Schulentwicklungsplan könnte das FEG in ein paar Jahren wieder ins Rotieren kommen. Sturm erwartet durch weiteren Zuzug ins Rhein-Main-Gebiet einen Anstieg um 300 Schüler. Außerdem habe in früheren Zeiten der eine oder andere die Schule mit der Mittleren Reife Richtung Ausbildungsplatz verlassen, der heute bis zum Abitur bleibt.

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Theoretisch wäre es möglich gewesen, dass wenn schon mal die Kräne stehen, gleich noch ein Bau entsteht. „Zur Not fände sich ein Platz“, sagt Architekt Kremer. Doch zum einen wäre es unwirtschaftlich, ein Gebäude zu errichten, um es für mehrere Jahre leerstehen zu lassen, zum anderen, erklärt Quilling, „brauchen wir die Kapazitäten, um an anderen Schulen im Kreis zu bauen“.

Die Kosten für die Erweiterung hatte dieser mit 2,3 Millionen Euro veranschlagt. „Das bleibt auch in dem Rahmen“, ist sich Peter Demuth sicher. Das Geld fließt durch das Kommunale Subventionierungsprogramm (KIP), das Land und Bund mitfinanzieren. Mit dem Gebäude entstehen außerdem 250 zusätzliche Fahrradstellplätze. Im Sommer reichen die bestehenden lange nicht mehr. Der Rohbau ist fertig, die Fenster sind eingebaut. Beim Rundgang montiert ein Elektriker Lampen. Wenn alles klappt, können die neuen Klassenräume in die Stundenpläne für das zweite Halbjahr schon einbezogen werden.

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